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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..."

Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso.,
gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn,.
 Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

*  Januar bis Juni  2003  -  im Juli 2003  *

Vorwort

Samuel Yaméogo und Ruth Ouédraogo waren zum Abschluss der diesjährigen Mango-Aktion in Böblingen zu Besuch. Sie haben wieder einen Stapel Zeitungen mitgebracht. Dieses mal ist die Pause seit dem letzten Pressespiegel nicht so lang. Samuel hatte mir vorgeschlagen, B.F.-Zeitungen im Internet zu lesen. Aber es ist mir doch zu umständlich, den Pressespiegel daraus anzufertigen. Wer an den Internet-Adressen von B.F.-Zeitungen interessiert ist, dem werde ich sie gerne mitteilen. - - Ich darf nochmals anmerken, dass Anmerkungen des Übersetzers in Klammern (...) und kursiv gedruckt sind. - - Die Umrechnungen von FCFA in Euro (ausgedrückt durch das Zeichen  ~  wegen der Abrundungen) sind hilfreich zum Verständnis; das meinen Sie hoffentlich auch. - - Bitte heben Sie die Hefte auf. Ich verweise oft auf frühere Ausgaben mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX). - - Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils ein paar Wochen. Wer also einmal selbst darin lesen möchte  . . .

Themen: 
Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
Operation SAAGA ("Regen säen")
Tourismus und Straßenbau
CFAO  -  neue Produkte 
Viele neue Schulen  -  und mehr Mädchen in die Schule
Ungenügende Ausbildung der Lehrer
Mehr Sicherheit auf den Straßen 
Kleinere Neuigkeiten des Tages
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Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste).
(s. Pr.-Sp.N°23) Die Streitigkeiten gehen weiter. Inzwischen hat, wie wir wissen, Frankreich (wie auch bei Unruhen in anderen afrikanischen Ländern), eine Truppe entsandt, aber bisher mit mäßigem Erfolg. In den B.F.-Zeitungen werden die Nachbarn ständig ermahnt, doch endlich ihre Streitereien zu beenden. Präsident Compaoré ist diplomatisch intensiv bemüht, will aber nicht militärisch eingreifen, obwohl man ihn immer wieder dazu auffordert. Die Probleme der aus dem Nachbarland vertriebenen oder geflohenen Burkinabé beschäftigen Regierung, Parlament und Parteien. Eine weitere unerfreuliche Folge ist, für die Außenwirtschaft (Import und vor allem Export) von B.F., dass die Verbindungen zum Hafen von Abidjan, dem Atlantikhafen für B.F., gestört sind. Für die Alternative, durch Ghana nach Lomé oder Cotonou zu gelangen, müssten über 1000 km Landstraße asphaltiert werden.
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Operation SAAGA.
(s.Pr.-Sp.N°16,17,18) In der vergangenen Regenzeit war Saaga erfolgreich. Nochmals: es ist die vor mehreren Jahren von Marokko übernommene Technik, regenträchtige Wolken mit (für die Landwirtschaft unschädlichen) Silber-Jodid-Partikeln zu "besäen", um Regen auszulösen, sowohl mit Generatoren vom Boden aus, wie mit Flugzeugen. Z.Zt. hat man drei dieser Spezial-Flugzeuge. Mit Radar wird ermittelt, wann sich das Säen lohnt. - Es ist schwierig, präzise Erfolgszahlen zu nennen. Aber es ist belegt, dass, während in der vergangenen Ernteperiode alle anderen CILSS-Länder (s.Pr.-Sp.N°4+später) geringere Ernteerträge hatten, B.F. bedeutende Zuwächse verzeichnen konnte. Die Kosten einer "Saison" belaufen sich auf ca. 600 Mio. FCFA ~ 900.000 Euro. Jetzt will man Saaga, bisher nur im Bereich der großen Stauseen im geografischen Zentralgebiet des Landes eingesetzt, auf größere Teile von B.F. ausdehnen, und weitere Länder (Mali, Senegal, Algerien) haben Spezialisten entsandt, um sich über die Technik und die Kosten zu informieren. Als Programm für die CILSS-Länder war Saaga Thema einer Konferenz der Agrarminister.

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Tourismus und Straßenbau
Tourismus ist ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor. Aber wenn die Touristen zu landschaftlichen Sehenswürdigkeiten nicht hin kommen, weil es keine Straßen gibt ? 
Besonders sehenswert ist der Bala-See in Satiri, Provinz Houet, mit seinen Flusspferden. Um ihn zu erschließen, wird jetzt dorthin eine Straße gebaut, 21 km lang, das letzte Stück einer längeren Verbindung. Die 370 Mio. FCFA ~ 564.000 € werden finanziert vom Programm PPTE (= hoch verschuldete arme Länder - das kannte ich bisher noch nicht). Durch diese Aktion werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, wichtig für den Kampf gegen die Armut.

Die Satiri-Straße ist Bestandteil eines umfangreichen mehrjährigen Programms, mit dem Ziel, durch den Bau vieler neuer (kleinerer) Landstraßen abgelegenen Gegenden und ihren landwirtschaftlichen und anderen Aktivitäten den Anschluss an das Wirtschaftsleben zu verschaffen. Das Programm wird von verschiedenen Geldgebern finanziert (99 Mrd. FCFA ~ 150 Mio. Euro)  und der  Ministerrat hat dazu ein Gesetz erlassen, in dem die notwendigen institutionellen Regeln definiert sind und für die Unternehmen des landwirtschaftlichen Transports bestimmte Maßregeln vorgeschrieben werden.

Auch an den großen Nationalstraßen wird weiter gebaut. Die "Route Nationale" (= Bundesstraße) 6 Ouaga-Saponé wird auf 61 km asphaltiert. Bis 2005 soll dies weitergehen bis zur Grenze nach Ghana. Aber auch die Instandhaltung der großen Verbindungsstraßen ist wichtig. Sie werden nicht nur abgenutzt, sondern auch durch Ölflecken beschädigt, die von altersschwachen und technisch nicht (mehr) einwandfreien Lastwagen hinterlassen werden. 

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CFAO 
CFAO heißt Computerunterstützte Konstruktion und Fabrikation. Dies ist nicht nur ein technischer Begriff, sondern auch der Name einer französischen Firmengruppe. Allein in B.F. erzielt sie mit mehreren Unternehmen (Fahrräder (s.Pr.-Sp.N°16) Mofas, Motorpumpen, Elektro-Generatoren usw.) einen Jahresumsatz von 40 Mrd. FCFA ~ 61 Mio. Euro. Bei Mofas gibt es übrigens neuerdings bedrohliche Konkurrenz aus China mit Niedrigpreisen. Jetzt bringt CFAO ein neues Fahrzeug heraus, das "Tri'Pick-up". Es ist ein Dreirad, eine Art Mischung aus Moped und Transport-Auto. Es fährt auf allen (!) Straßen, kann Güter und Personen befördern und ist vor allem für die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung konzipiert. 

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Neue Schulen  -  und mehr Mädchen in die Schule
(s.Pr.-Sp.N°22) In offiziellen öffentlichen Ausschreibungen wird zu Geboten für den Bau von Dutzenden von Schulen in verschiedenen Provinzen (ich zähle sie hier nicht auf) eingeladen. Eine Schule mit drei Klassen einschl. Latrinen für Schüler und Lehrer, Büro, Materiallager und Lehrer-Wohnungen kostet zwischen 1,5 und 2 Mio. FCFA. Insgesamt handelt es sich um ca. 100 Mio. FCFA ~ 152.000 Euro. Die Finanzmittel kommen aus Krediten der IDA ( = International Development Agency) und aus Hilfen der Niederlande und Kanadas, im Rahmen des 10-Jahresplanes zur Verbesserung des Schulwesens. Die Ausschreibungs-Regeln sind streng und präzise terminiert. Die Anbieter müssen finanzielle Sicherheiten in bestimmter Höhe, entsprechende Erfahrung und Qualifikation nachweisen und amtlich als Anbieter für öfftl. Bauten zugelassen sein. Es wird sogar eine Reihe von Ländern genannt, aus denen Angebote nicht angenommen werden.

In diesem Zusammenhang wird, u.a. im Zusammenhang mit dem internationalen "Tag der Frau" am 08. März, unterstützt von der UNESCO, darauf hingewiesen, dass in B.F. immer noch zu wenig Mädchen in die Schule gehen (s. mehrere Pr.-Spiegel). Von den vielen Gründen hier nur einer: die Eltern schicken ihre Töchter nicht in die Schule, weil die Lehrer sie, traditionell, gegenüber den Knaben benachteiligen, sowohl im Unterricht wie bei Gruppen-Aktivitäten (z.B. Schulgärten). Eltern und Schulen werden aufgerufen, hier Abhilfe zu schaffen. 
 
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Ungenügende Ausbildung der Lehrer
Wiederholt ist zu lesen, dass die Ausbildung vor allem der Grundschul-Lehrer ungenügend ist. Es hängt weitgehend vom Lehrer ab, ob die Schulkinder die Schule erfolgreich absolvieren. Dazu müssen die Lehrer nicht nur ihr Fach und die Pädagogik beherrschen, sondern auch die Psychologie des Kindes kennen, seine Bedürfnisse und Interessen berücksichtigen, wissen, wie man es motiviert. Dem steht entgegen, dass das zuständige Ministerium unlängst sogar die Ausbildungszeit von Grundschullehrern, die ohnehin als zu kurz angesehen wird, um ein Jahr verkürzt hat. Auch spätere Fortbildung bringt hier nicht viel. Dringende Appelle werden ausgesprochen, diesem Übelstand abzuhelfen.

Die SNEA-B (Gewerkschaft afrik. Lehrer in B.F.)  konnte in den Räumen des ODE ein 5-tägiges Seminar mit 70 Teilnehmern veranstalten, bei dem, vor dem Hintergrund der genannten Ausbildungsprobleme, die Gewerkschaftsdisziplin das Thema war, um die Forderungen der Lehrerschaft besser durchsetzen zu können. 

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Mehr Sicherheit auf den Straßen
In den regelmäßig ausführlich veröffentlichten Berichten der Sitzungen des Ministerrats kann man zum leidigen Thema "Sicherheit auf den Straßen" lesen, dass ein neues Gesetz zur Verstärkung und besseren Organisation der Zuständigkeiten von Orts-Polizei und Gendarmerie gefasst wurde. Warum? Es gibt immer öfter Überfälle durch schwer bewaffnete Banditen (die oft aus den Nachbarländern kommen) auf den Straßen. Sie wollen Geld und nehmen oft sogar die Autos mit. Auch Autobusse werden angehalten, um die Fahrgäste auszuplündern. Der neueste Trick ist, sich als Gendarmen zu verkleiden. Und wer folgt nicht, wenn Polizisten ihn zum Halten auffordern. Dies erfolgt ja auch immer öfter, weil die Gendarmerie insbesondere Lastautos und Busse daraufhin kontrolliert, ob sie in technisch einwandfreiem Zustand sind. 

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Kleinere Neuigkeiten des Tages. 

Kinderarbeit - nachts.(s.Pr.-Sp.N°23) F.K., ein Mädchen von 12 Jahren, arbeitet als Bedienung in einem Lokal in Ouaga, immer von 18 bis 2 Uhr nachts, manchmal länger. Mathieu, 14, verkauft gekochte Eier auf der Hauptstraße von Ouaga, die ganze Nacht hindurch. Ob er am Tag zum Ausschlafen kommt, ist nicht sicher.

CYBER-Café. (s.Pr.-Sp.N°17) Am 1. Februar eröffnete die Firma INFOCOM im Zentrum von Ouaga und in Anwesenheit von Vertretern der staatl. Elektrizitäts-Gesellschaft und des Internet-Dienstes der Post, ein Internet-Café mit 25 Computern. Es soll vor allem der Jugend den Zugang zur Welt des Internet ermöglichen.

Höhere Wasserpreise. Die ONEA (Staatl. Wasser- und Abwasserverwaltung) erhöht die Preise um ca. 5 % (für Anschlüsse in Häusern und Betrieben  –  der Preis an öfftl. Brunnen blieb unverändert). Begründung: Die Sicherung und Verbesserung der Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser erfordert hohe Investitionen.

Das "Kollektiv Norbert Zongo" (s.Pr.-Sp. ab N°18/1999) ist immer noch aktiv. Protest-Veranstaltungen gegen die "Straffreiheit" finden statt, denn der "Nationale Tag der Versöhnung" (s.Pr.-Sp. N°21) habe nichts gebracht. Immerhin wurde im März 2003 der Neubau des Justizgebäudes von Koudougou, das in Flammen aufgegangen war (s Pr.-Sp.N°20), feierlich eröffnet.

Malaria. In den Sahel-Ländern gibt es jährlich 1 Million Todesfälle durch Malaria, meistens Kinder unter 5 Jahren, und Frauen. Ein "afrikanischer Anti-Malaria-Tag" empfiehlt die Verwendung imprägnierter Moskitonetze und die Verbesserung der Behandlungsmethoden für Kinder und schwangere Frauen.

SIDA. ( = französisch für AIDS). In Afrika eine Volkskrankheit. Weil ich kein Mediziner bin, berichte ich nur, dass die Zeitungen voll sind von Berichten über Kongresse und andere Veranstaltungen, über Bemühungen der staatl. Gesundheitsdienste und der WHO (World Health Organisation, frzs. OMS ) um Aufklärung, insbesondere der Jugend.

FASO FANI. (s Pr.-Sp. N°19). Diese Textil-Fabrik in Koudougou (Herstellung und Bedrucken von Baumwollstoffen, Färben von Baumwollfäden, über 600 Beschäftigte und 5,3 Mrd FCFA ~ 8,1 Mio Euro Jahresumsatz) ist von den amtlich bestellten Liquidatoren international zur Übernahme ausgeschrieben 

Tagungen, Konferenzen, Kongresse.(s.Pr.-Sp.N°12) Wie immer, sind auch jetzt die Zeitungen voll von ausführlichen Berichten. Die Probleme des Landes werden dargestellt, und viele Maßnahmen/Aktivitäten zu deren Lösung. 
 
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Hinweis : Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch, bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
Zur Umrechnung FCFA in Euro siehe den Artikel im Pressespiegel N° 21. 
Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
Dipl.-Volkswirt Dieter Böckmann
ehemaliger Kirchengemeinderat
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Tel. 07157-3081
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