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Burkina Faso - Pressespiegel
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Jubiläum
! Vor 10 Jahren, im Dezember 1993, erschien die N° 1
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" Was sich so tut
im Lande..."
Informationen aus aktuellen
Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso.,
gelesen und bearbeitet
von DIETER BÖCKMANN, Steinenbronn,.
Mitglied der Projektgruppe
Partnerschaft mit B.F.
* Juli bis Oktober 2003
- im November 2003 *
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Vorwort
Samuel Yaméogo hat
bei einem Kurzbesuch wieder einen Stapel Zeitungen mitgebracht. - - Bis
zur "Jubiläums-Ausgabe" N° 10 im August 1996 sind im Durchschnitt
pro Jahr drei Ausgaben des B.F. Pressespiegels erschienen. Seitdem waren
es nicht mehr so viele, u.a. weil das Jahr 2002 wegen Krankheit fast ganz
ausgefallen ist. Aber nach wie vor besteht der Bedarf an Informationen,
die uns die Medien nicht bringen, weil sie über Burkina Faso, dieses
arme aber friedliche Land, selten etwas zu berichten haben.
- - Hier wieder die üblichen
Hinweise (bitte beachten Sie auch das Impressum auf der letzten Seite unten)
: Anmerkungen des Übersetzers sind in Klammern (...) und kursiv gedruckt.
- - Die Umrechnungen von FCFA in Euro (ausgedrückt durch das Zeichen
~ wegen der Abrundungen) sind, wie ich meine, hilfreich zum Verständnis.
- - Die Menschen in B.F. heißen auf Französisch "Burkinabè".
Ich verwende diesen Begriff öfter. - - Bitte heben Sie die Hefte auf.
Ich verweise oft auf frühere Ausgaben mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp.
N°XX). - - Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils ein paar
Wochen. Wer also einmal selbst darin lesen möchte . . .
Themen:
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Baumwolle - trotz Cancun |
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Gute Ernten - nur manchmal
zuviel Regen |
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Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
– Die Grenze ist wieder offen – aber... |
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Am 1. Oktober fing die Schule wieder
an |
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Gesundheit in Afrika -
und Medikamente |
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Kleinere Neuigkeiten
des Tages |
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Weitere Ausgaben
des Pressespiegels |
Baumwolle - trotz Cancun
Ausführlich wird über
die Konferenz der Welt-Handels-Organisation (englisch = WTO, frzs.= OMC)
der UN in Cancun/Mexiko berichtet, wo bekanntlich die Forderung der "armen"
Länder, in den "reichen" Ländern die Subventionen für die
Landwirtschaft, auch für Baumwoll-Erzeuger, zu reduzieren, vertagt
wurde. Man hat errechnet, dass der gegenwärtige Preis von 185 FCFA
pro kg, den die B.F-Baumwollerzeuger erwarten, ohne diese Subventionen
um 250 FCFA höher sein könnte. Aber 185 FCFA sind auch 10 FCFA
mehr als im Vorjahr. Baumwolle (s.Pr.-Sp.N°12/14/17/23) ist
der wichtigste Export-Artikel von B.F.
Und jetzt ? Man erwartet eine
Rekord-Ernte von 500.000 Tonnen und ist sicher, dass die auch auf dem Weltmarkt
ihre Abnehmer finden werden. Denn, u.a. dank 1,5 Mrd. FCFA ~ 2,3 Mio. €
staatl. Unterstützungen 1995, kann SOFITEX, die Baumwoll-Gesellschaft,
melden, dass die B.F.-Baumwolle einen international anerkannt hohen Qualitäts-Standard
hat, ein für den Absatz entscheidender Faktor. Das kam nicht von ungefähr.
Sorgfältige Auswahl der Samen und der Pflanzenschutzmittel unter Berücksichtigung
der Unterschiede in den verschiedenen Anbaugebieten, jahrelange ständige
Schulung der 200.000 Baumwoll-Bauern verbunden mit Kontrolle und Beratung
durch Spezialisten, Modernisierung der Verfahren bei Anbau, Ernte, Logistik
und Verarbeitung in den Fabriken, tragen ihre Früchte. Man löste
auch das Problem, dass 2002/03 durch die Sperrung des Zugangs nach Abidjan,
dem Atlantikhafen, die Beschaffung von Insektiziden behindert wurde. Um
die erwartete Ernte verarbeiten zu können, werden jetzt zwei weitere
Fabriken gebaut. Übrigens hält der Staat am Kapital der 1978
gegründeten SOFITEX von 4.4 Mrd. FCFA ~ 6,7 Mio. € nur noch 35
%, 30 % die Vereinigung der Baumwoll-Bauern und den Rest teilen sich mehrere
private Gesellschaften. Letzteren Anteil will man durch weitere Privatisierung,
und damit Abbau der Staats-Beteiligung, erhöhen.
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Übersicht |
Gute Ernten -
nur manchmal zuviel Regen
Dass die Ernten in Burkina
Faso entscheidend von der jährlichen Regenzeit (Dauer, Intensität,
Regelmäßigkeit, räumliche Verteilung) abhängen, wissen
wir alle (s. mehrere Pr.-Sp.). Nun, 2003 wird gemeldet, dass es im
ganzen Land ausreichend, deutlich mehr als im Vorjahr, geregnet hat, und
dass für alle Getreidearten, Hirse, Mais, Reis, aber auch Baumwolle
und Kartoffeln, sehr gute Ernten zu erwarten sind. Alle Stauseen sind gefüllt.
Allerdings waren in manchen Gegenden die Regenfälle auch zu stark.
Stauseen sind übergelaufen, Staudämme sind gebrochen, Felder
wurden überschwemmt, sodass man eine zweite Saat denkt. Weiden wurden
für das Vieh unbrauchbar, weil die Tiere im Schlamm stecken blieben
usw. In den Städten sind Häuser ärmerer Leute eingestürzt.
Weil für sie nämlich Zement, Steine, Holz und Blech zu teuer
sind, bauen sie weitgehend mit banko, d.h. einer Mischung aus Sand und
Lehm, die nicht genügend wasserfest ist.
Die erwarteten guten Ernten
bringen aber auch Probleme mit sich : die Marktpreise für Getreide
aller Art sinken, sodass die Händler in Schwierigkeiten kommen. Und
die Bauern, so sagen Experten voraus, werden das später auch zu spüren
bekommen.
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Übersicht |
Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste).
Die Grenze ist wieder offen
- aber ...
(s.Pr.-Sp.N°23 /24)
Nachdem vor Monaten in Marcoussis/Frankreich eine Einigung der in Côte
d'Ivoire streitenden Gruppen erreicht worden war, wurde am 10. September
2003 die Grenze zwischen den beiden Nachbarländern offiziell wieder
geöffnet, und damit der für B.F. so wichtige Handelsverkehr wieder
möglich. Aber, wie es heißt, "ohne Pauken und Trompeten". Denn
noch immer streitet in Côte d'Ivoire der moslemische Norden mit dem
christlichen Süden, revoltiert eine "Neue Kraft" und veranlasst französische
und westafrikanische Truppen zum Eingreifen. So mussten in beiden Ländern
Koordinations-Kommitees gebildet, und Zoll und Grenzpolizei erst wieder
eingerichtet werden. Am 21. September kam dann der erste Zug aus Abidjan.
Weil die Schienen inzwischen nicht gepflegt worden waren, kam er nicht
bis Ouaga. Die 1.600 Eisenbahner der Bahngesellschaften der beiden Länder
waren über ein Jahr lang arbeitslos und ohne Verdienst. Ihre Familien
leiden darunter. Aber auch der Verkehr auf der Straße, mit Bussen,
vor allem aber mit Lastwagen, rollt nur langsam wieder an, weil die Transporteure
um ihre Sicherheit fürchten.
Das ODE spendete 51,3 Mio.
FCFA ~ 78.000 € für Nahrungsmittel, Kleidung und anderes für
aus Côte d'Ivoire vertriebene Burkinabè, die nun in ihrem
Heimatland wieder Fuß fassen müssen. In vielen Provinzen gaben
Bauernvereinigungen und andere Institutionen ähnliche Unterstützungen.
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Übersicht |
Am 1. Oktober fing die Schule
wieder an
(s. mehrere Pr.-Sp.)
In allen Schularten wurden mehr Kinder angemeldet als in den Jahren zuvor.
Daraufhin wurden von den Schulleitern Schwierigkeiten gemeldet bezüglich
der Anzahl der Klassen und Lehrer. Aber jeder weiß, dass der Staat
mit dem 10-Jahresprogramm das Ziel erreichen will, auf über 70 % (von
gegenwärtig ca. 40) "Einschulungs-Quote" zu kommen. Zu den erwähnten
Ausschreibungen für neue Schulbauten (s.Pr.-Sp.N°24) kommen
jetzt die für die Ausstattung hinzu (Bänke, Lehrertische, Lehrersitze,
Tafeln, Schlüssel usw.).In den nächsten Jahren werden dank Mitteln
der Afrikanischen Entwicklungsbank noch viele Schulen im ganzen Land hinzu
kommen, sowohl Grundschulen wie auch weiterführende Schulen, die jetzt
auch über Mangel an Klassen und Lehrern klagen. An der Universität
Ouaga haben sich mehr Studenten eingeschrieben als in den Vorjahren, sodass
auch hier Räume und Professoren fehlen. Hiermit hat sich auch der
Rat der Minister in seiner letzten Sitzung befasst. (A propos Ministerrat
: leider ist der Staatshaushalt 2004 in den Zeitungen, die mir vorliegen,
noch nicht veröffentlicht).
Gemeinden helfen sozial benachteiligten
Familien. Ein Beispiel : die Eltern von 462 Kindern bekommen 2 Mio. FCFA
~ 3.000 € für Schulranzen, Bücher, Hefte, Bleistifte, Kugelschreiber
(6,50 € pro Kind). Die vorgeschriebenen Schulbücher können
Eltern zu einer geringen Jahres-Gebühr leihen. Dies gilt nicht für
Privatschulen. Da müssen die Schulbücher gekauft werden.
Viel Aufregung gab es um die
IAC ( = beigeordnete Grundschullehrer mit Zertifikat). Nachdem sie 1 oder
2 Jahre Ausbildung hinter sich hatten, wurden nicht alle zur Abschlussprüfung
zugelassen. Und denen, die die Prüfung bestanden haben, teilten die
Schulbehörden nicht mit Sicherheit mit, ob sie in den Schuldienst
übernommen werden. Eine weitere Unklarheit ergab sich dadurch, dass
die neuen Grundschullehrer lt. Erziehungs-Minister nicht Beamte, sondern
nur staatliche Angestellte mit begrenzter Anstellungs-Frist werden sollen.
Dieses offensichtliche Kommunikations-Defizit führte zu vielen kritischen
Äußerungen seitens der Gewerkschaften und Parteien, ja sogar
zu öffentlichen Protestmärschen in Ouaga mit dem Ruf "Wir sind
Versuchskaninchen". (Abschließendes kann ich leider nicht berichten).
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Übersicht |
Gesundheit in Afrika
- und Medikamente
Die westliche Welt will nicht,
dass generische und damit billige Medikamente nach Afrika geliefert oder
dort hergestellt werden, auch gegen Malaria und Aids, unter denen viele
Länder in Afrika, auch B.F., leiden. So bettelt Afrika, schreibt ein
Experte, um "milde Gaben". Und Bill Gates hat ja auch 168 Mio. Dollar gegen
Malaria gespendet und Präsident Bush (verteilt auf 5 Jahre) 15 Mrd.
Dollar gegen Aids und andere Ansteckungskrankheiten. Aber, warum eigentlich
"warten wir auf den Weihnachtsmann", warum tun wir nicht selbst mehr ?
Es gibt doch auch in Afrika Forscher, Wissenschaftler und Laboratorien.
Aber die werden von den Regierungen nicht genug unterstützt und ermutigt,
und wenn sie wirklich etwas entwickeln, womöglich aus einheimischen
Stoffen, dann wird es nicht beachtet. Liegt es nicht auch daran, dass die
Verantwortlichen in Afrika meinen, nur aus dem Westen könne das Heil
kommen ? Sie sollten damit aufhören, und gemeinsam und gezielt die
Alternativen, die unser Kontinent bietet, nutzen.
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Übersicht |
Kleinere Neuigkeiten des
Tages.
Glasfaserleitung ONATEL
(Staatl. Post u. Fernmeldewesen) verlegt über 1000 km dieses Hochleistungs-Kabels
zur Übermittlung von Telefon, Daten, Internet und Multimedia. Verbindungen
zu den Nachbarländern werden folgen. Die 12 Mrd. FCFA ~ 18,3 Mio.
€ finanziert zum größten Teil die Westafrikanische Entwicklungsbank.
Eine Frau als Hydrogeologin.
Der
Verband der Ingenieure hat jetzt eine Kollegin. Nach Studium in Ouaga und
Bamako/Mali hat sie sich darauf spezialisiert, unterirdische Wasservorkommen
ausfindig zu machen. Wasser ist in B.F. knapp, und unterirdisches Wasser
hat gegenüber allem Wasser aus Seen und Stauteichen den Vorteil, dass
es keimfrei ist und nicht erst aufwendig gereinigt werden muss.
Finanzhilfen der Bundesrepublik.
Zwischen Bundesministerium für Entwicklung und B.F.-Regierung wurden
für 2003/04 vereinbart : 25 Mio. € als Finanzhilfe und 11 Mio.
€ für techn. Zusammenarbeit. Hinzu kommt der Anteil der Bundesrepublik
am Hilfe-Programm der EU. Im Jahre 2002 waren dies 17,6 Mio. €.
Unter der Armutsgrenze.
46,4 % der Burkinabè leben unter der Armutsgrenze von 72.000 FCFA
~ 110 € pro Jahr. Damit, und trotz des Wirtschaftswachstums von 2,6
% liegt B.F. an der 173. Stelle von 175 Ländern der UN. Deren Experten
sehen auch keine baldige Besserung voraus.
Man trinkt mehr Milch.
(s.Pr.-Sp.N°11) Anstatt, wie bisher allgemein, eingeführtes
Milchpulver zu verwenden, trinkt man mehr und mehr Milch von einheimischen
Kühen. Bauern und Handel stellen sich darauf ein. Weil der Liter 450
FCFA ~ 0,70 € kostet, können es sich indes nur Familien mit höherem
Einkommen leisten.
SOFRAPO. (s.Pr.-Sp.N°23
- Agrarpolitik) Die neue Gesellschaft hat Schwierigkeiten. Insektizide
sollen nicht rechtzeitig geliefert worden sein, und Tomaten-Bauern klagen,
dass ihre Produktion nicht abgenommen worden sei. Die Gesellschaft entgegnet,
die Bauern hätten die vereinbarten Liefertermine nicht eingehalten.
Jetzt denkt man bei der Sofrapo nach : mehr Dezentralisierung oder mehr
Zentralisierung ?
Neue Autobusse in Ouaga.
Eine
neue Busgesellschaft, mit Beteiligung der Stadtverwaltung, wird in der
ganzen Stadt Buslinien mit neuen modernen Bussen eröffnen. Belgien
gab dazu ein zinsloses Darlehen von 6,1 Mio. € . Der Straßenverkehr
in der Stadt wird immer dichter, Unfälle häufen sich und die
Umwelt wird zunehmend belastet. Dem sollen die neuen Buslinien abhelfen.
Neues Zentrum für Handel
und Verwaltung, (frzs. abgekürzt ZACA). Es soll in Ouaga gebaut
werden. Ein Modell wird schon gezeigt. Der Minister für Infrastruktur
und Bauwesen hat jetzt die Gewinner der Ausschreibung benannt und die Preise
übergeben. Das Regierungs- Projekt kann jetzt gestartet werden.
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Übersicht |
Hinweis : Persönliche
Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder
englisch, bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
Zur Umrechnung FCFA in Euro
siehe den Artikel im Pressespiegel N° 21.
Die Übersetzungen sind
z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst. |
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
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D-71034 BÖBLINGEN
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Redakteur:
Dieter Böckmann
Dipl.-Volkswirt
Rohrerstr. 25,
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