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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..."

Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso.,
gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn,.
 Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

*  Dezember 2003 bis Januar 2004  -  im Februar 2004  *

Vorwort

Über die Anerkennung für 25 Burkina Faso Pressespiegel in 10 Jahren, mit einer von Herrn Dekan Liebendörfer und Karl-Heinz Münch unterzeichneten Urkunde, habe ich mich sehr gefreut. Dies, der Beifall beim Treffen der Gruppe im Dezember und die ständige positive Aufnahme, die ich immer wieder erfahren kann, lassen mich das Werk gerne fortsetzen.
Im Januar hat K.-H. Münch von einer Reise nach Burkina Faso einen Stapel Zeitungen mitgebracht. Außerdem übermittelte er mir eine Internet-Mitteilung des CEAS (weiteres in diesem Pressespiegel). - - Hier wieder die üblichen Hinweise : Bitte beachten Sie das Impressum auf der letzten Seite unten (Anmerkungen des Übersetzers sind in Klammern (...) und kursiv gedruckt). - - Die Umrechnungen von FCFA in Euro sind, wie ich meine, hilfreich zum Verständnis. - - Die Menschen in B.F. heißen auf Französisch "Burkinabè". Diesen Begriff verwende ich öfter. - - Bitte heben Sie die Hefte auf. Ich verweise oft auf frühere Ausgaben mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX). - - Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils ein paar Wochen. Wer also einmal selbst darin lesen möchte . . . 

Themen: 
Der FCFA ist stabil
Straßenbau
CEAS – Ökologisches Zentrum Albert Schweitzer
Wenn Kranke nur im Ausland behandelt werden können 
Die Meningitis droht wieder 
Schöne neue Busse – aber sie fahren leer
Staatl. Prüfung von Lebensmitteln und Medikamenten
Die Brandkatastrophe im großen Markt
Kleinere Neuigkeiten des Tages
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Der FCFA ist stabil.
Vor 10 Jahren, am 11. Januar 1994 (s.Pr.-Sp.N°2 u.4), war der FCFA um 50 % abgewertet worden. Dazu erklärt jetzt der Präsident der BCEAO (Zentralbank der Westafrikanischen Staaten), dass es absolut keinen Grund dafür gebe, etwa an eine erneute Abwertung des FCFA, jetzt zum Euro (s.Pr.-Sp.N°21) zu denken. Währung und Wirtschaft der FCFA-Länder, sagt er, sind stabil. Der Schock der damaligen Abwertung ist längst überwunden, die Wirtschaft wächst, nur muss man sich weiterhin bemühen, die Exporte zu erhöhen und die Importe durch den Verbrauch von mehr inländischen Produkten zu verringern. Die Staatshaushalte geben keinen Grund zu Besorgnis, die Inflation liegt bei 2 % und die Zentralbank hat einen ausreichenden Bestand an Devisen, um etwaige Krisen zu überwinden. Die BCEAO arbeitet eng mit der UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungs-Union, 1996 gegründet, s.Pr.-Sp.N°10) zusammen.
Der Staatshaushalt von B.F. für 2004 sieht vor :
Einnahmen 589,1 Mrd. FCFA  ~    898 Mio. Euro
Ausgaben  666,1 Mrd. FCFA  ~ 1,015 Mrd. Euro,
Defizit        77,0 Mrd. FCFA  ~    117 Mio. Euro.
(Anmerkung: Details sowie ein präziser Vergleich zum Vorjahr liegen mir leider nicht vor).

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Straßenbau.
(s.Pr.-Sp.N°24) Im Rahmen des Mehrjahresplanes für Straßenbau wird in der Länge von 176 km die National-Straße zwischen Bobo-Dioulasso und Dédougou ausgebaut und asphaltiert. Dies wird von den Einwohnern der Städte und der ganzen Gegend, die seit vielen Jahren darauf warten, jubelnd begrüßt. Die Finanzierung der 15,6 Mrd. FCFA ~ 23,8 Mio. Euro besorgen der Arabische Entwicklungs-Fonds aus Kuweit, andere arabische Entwicklungs-Institutionen und die BOAD (westafrikanische Entw.-Bank). 10 Brunnen für die Wasserversorgung der Baustellen müssen gebohrt werden, und Bäume werden zum Schutz der Umwelt gepflanzt. Der Ministerpräsident und der Minister für Infrastruktur waren zur Eröffnung der Arbeiten anwesend, denn die wirtschaftliche Entwicklung wird hierdurch wesentlich gefördert. Immerhin kommen ca. 50 % der Baumwolle des Landes, wichtiger Exportartikel (s.zuletzt Pr.-Sp.N°25), aus der Region Mouhoun. Auch die 25 km lange Straße von Bobo-Dioulasso nach Boromo wird neu asphaltiert

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CEAS (Ökologisches Zentrum Albert Schweitzer).
"Ökologie als wesentlicher Faktor für eine nachhaltige Entwicklung" ist die Grundidee der in der Schweiz gegründeten Organisation, die sich seit mehreren Jahren in Burkina Faso (und anderen Ländern) in Landwirtschaft, Handwerk und Kleinindustrie betätigt. Es sollen Verfahren sein, die effektiv und gleichzeitig unkompliziert sind und leicht übernommen werden können. Dementsprechend werden auch Geräte entwickelt, die im Lande aus vorhandenen Rohstoffen (soweit möglich) erzeugt werden können. Bei einem zweitägigen "Tag der offenen Tür" wurden neue Arten der Herstellung von Bio-Gemüse, Honig und Seife vorgestellt, sowie Verfahren zur Trocknung und Haltbarmachung landw. Produkte. Wasserwärmer, Brutapparate und Solar-Kühlschränke wurden zum Kauf angeboten. Knüller ist eine mit Fuß-Pedalen angetriebene, vollständig im Lande hergestellte Pumpe, die die Bewässerung von Gemüse- und Obstanlagen wesentlich erleichtert. Außerdem bietet CEAS ein umfangreiches Programm von Kursen für Bauern, Handwerker und Kleinunternehmer an. - - Übrigens ist Brot für die Welt einer der Partner des CEAS. 

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Wenn Kranke nur im Ausland behandelt werden können.
(s.Pr.-Sp.N°3) Insbesondere Erkrankungen von Nieren, Herz und Nerven können in den Krankenhäusern von B.F. mangels entspr. Einrichtungen und auch Ausbildung kaum behandelt werden. Die Kranken müssen ins Ausland gebracht werden. Meistens kommen sie nach Frankreich. Und wer bezahlt Flug, Krankenhaus-Aufenthalt und Behandlung ? Der Staat Burkina Faso. Von Januar bis August 2003 waren das 811 Mio. FCFA ~ 1,2 Mio. Euro. Allerdings wurde die Selbstbeteiligung von 20 % und 5 % für Kinder meist nicht erhoben, weil die bisher bestehenden Regelungen unklar waren. Sie sollen jetzt neu gefasst werden. Mittellose zahlen gar nichts zu, aber z.B. für Regierungsmitglieder wird es keine Ausnahmen geben. Dazu erklärte der Gesundheits-Minister offiziell : "Begünstigungen und Ungerechtigkeiten gibt es nicht, jeder Bürger hat bei Krankenhaus-Aufenthalten im Ausland das gleiche Recht auf Übernahme der Kosten durch den Staat".

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Die Meningitis droht wieder. 
(s.Pr.-Sp.N°13,18,19) Vor allem in den Monaten März bis Juni ist B.F. wieder von einer Meningitis-Epidemie bedroht. Auf Veranlassung des Gesundheitsministers beschloss der Ministerrat im Dezember einen "Schutzplan 2004" mit dem Ziel, die Sterblichkeits-Rate so gering wie möglich zu halten. Präzise Budgets für die einzelnen Maßnahmen wurden festgelegt : Epidemie-Überwachung, Labor-Untersuchungen, Beschaffung und Lagerung von Impfstoffen, Impfungen, allg. Unterrichtung, Kranken-Behandlung. 500.000 Einheiten Impfstoff sind bereits verfügbar. Es sind jeweils Beträge von vielen Millionen FCFA, die sich zu einem Milliarden-Betrag summieren. Davon soll der Staat allerdings nur einen Teil aufbringen, der Rest wird von den Entwicklungs-Partnern erwartet.

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Schöne neue Busse – aber sie fahren leer.
(s.Pr.-Sp.N°25) Die Ouagalais (Einwohner von Ouagadougou) scheinen die neuen Busse (30 sind eingesetzt) zu verschmähen. "Warum soll ich 200 FCFA ~ 30 Cents für eine Bus-Kurzstrecke ausgeben, wenn ich dafür mit meinem Moped (Benzinkosten) doppelt so weit fahren kann ?" Was hilft es, dass die Busse modern sind und komfortabel ausgestattet, wenn sie zu teuer sind ? Auch die 10.000 FCFA ~ 15,2 Euro für die Monatskarte sind zu viel. Es dürften höchstens 3.500 FCFA sein. Auch seien die Strecken für Fahrten in der Stadt ungünstig ausgelegt. Man schlägt eine bessere Struktur des Netzes vor, und Fahrpreise von 100 FCFA für Kurzstrecken und 200 FCFA für die langen Strecken. Dann, so wird argumentiert, wird die Bus-Gesellschaft bald Erträge erzielen, denn schließlich können doppelt so viele Fahrgäste mitfahren als Sitzplätze vorhanden sind.

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Staatl. Prüfung von Lebensmitteln und Medikamenten.
Unlängst wurde das LNSP (Staatl. Laboratorium für öffentliche Gesundheit) eingerichtet. Lebensmittel aller Art, ob importiert oder im Lande hergestellt, und insbesondere eingeführte generische Medikamente, werden hier geprüft. Systematisch werden auf Flughäfen und anderen Ankunftsstellen und bei Herstellern im Lande Proben entnommen. Dazu gehört auch die Öfftl. Wasserversorgung. Was ist letzthin besonders aufgefallen ? Speiseöl, Konserven, Getränke in Flaschen, aber auch Unkrautvernichtungsmittel. Auch wird in den Geschäften das Verfalldatum geprüft. Mit den Verbraucher-Verbänden arbeitet man eng zusammen. So prüft man auch verdächtige Artikel, die von einzelnen Personen eingesandt werden.

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Die Brandkatastrophe im großen Markt.
Im Mai 2003 hat es im großen Markt Rood Woko in Ouaga (jeder B.F.-Besucher kennt ihn) einen vernichtenden Brand gegeben. Ein großer Teil der Marktstände wurde zu Asche, mit z.T. Total-Verlusten für die, nicht versicherten, Händler. Die Ursache ? Vermutlich ein Kurzschluss in der völlig veralteten Stromversorgung. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr. Warum konnte das Feuer so vernichtend sein ? Der Architektenverband hat sich damit befasst : Brandschutz-Regeln ? Ha, der große Markt war ein "Staat im Staate". Alle Gänge waren vollgestellt, Hydranten funktionierten nicht oder man kam nicht an sie heran. In Zukunft sollen/müssen beim Bau und Betrieb von öffentlichen Gebäuden die Brandschutzregeln beachtet werden.

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Kleinere Neuigkeiten des Tages. 

Bewässerter Ackerbau. Immer mehr wird der bewässerte Ackerbau gefördert und auch realisiert, in der gegenwärtigen Aktion auf 110.000 ha Land. "Anti-saisonal" ist das Schlagwort, denn hier kann auch in der Trockenzeit gesät und geerntet werden. Damit wird die Ernährung des Landes besser gesichert, und für die Bauern entstehen zusätzliche Einkommen.

Keine Stromabschaltungen mehr. Damit es nicht mehr, vor allem in der heißen Jahreszeit, die häufigen Stromabschaltungen in Ouagadougou gibt, hat der Ministerrat die SONABEL (Staatl. El.-Gesellschaft) beauftragt, ein weiteres thermisches Kraftwerk mit 7 Megawatt Kapazität zu errichten (5 Mrd. FCFA ~ 7,6 Mio Euro).

National-Feiertag. Er fand am 11. Dezember 2003 statt. An diesem Tag vor 45 Jahren, 1958, wurde Burkina Faso, damals noch "Ober-Volta", unabhängig und zur selbstständigen freien Republik erklärt. Anlässlich des Feiertages wurden zahlreiche Bürger mit dem staatlichen Verdienst-Orden ausgezeichnet.

Côte d'Ivoire. (s.Pr.-Sp.N°23 bis 25) Die Elfenbeinküste, Nachbarland von B.F., kommt trotz aller Bemühungen nicht zur Ruhe.

"Norbert Zongo" (s.Pr.-Sp. ab N°18/1999). Am 13. Dez. 2003 gab es, anlässlich des 5. Jahrestages des Mordes, wieder umfangreiche Protest-Veranstaltungen gegen die "Straffreiheit", und RSF (Reporter ohne Grenzen) setzte (im bezahlten Annoncenteil) einen ganzseitigen Aufruf in die Zeitungen.

Geologische Landkarte. Finanziert vom FED (Entw.-Fonds der E.U.) wurde in mehrjähriger Arbeit ein geologisches Kartenwerk des ganzen Landes angefertigt, aus dem alle Bestände an Bodenschätzen erkennbar sind. Eine CD-ROM mit dem Titel "Burkina Faso – Investir dans le secteur minier" (Im Bergbau-Bereich investieren) ist verfügbar.

Verfassungs-Rat. Seit einem Jahr gibt es diese Institution, die Gesetze, Verordnungen, Auslands-Verträge usw. daraufhin prüft, ob sie Verfassungskonform sind. Sie überwacht auch alle Landes- und örtlichen Wahlen. Zum ersten Jahrestag wird festgestellt, dass der Rat allgemein für seine erfolgreiche Tätigkeit anerkannt wird. 

Dori. (dies hat mich persönlich berührt, denn 1993 war ich eine Woche in dieser Stadt, im Norden von B.F. gelegen und sehr arm). Ende November fand dort ein Treffen der Bürgermeister des Landes statt. Und im Bericht heißt es "Dori ist nicht mehr das, was es mal war". Es gibt viele schöne neue Gebäude, Hotels und ein vorbildliches Krankenhaus. Die Versetzung eines Regierungsbeamten nach Dori wurde früher als Bestrafung angesehen – heute nicht mehr !
 
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Hinweis : Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch, bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
Zur Umrechnung FCFA in Euro siehe den Artikel im Pressespiegel N° 21. 
Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann
Dipl.-Volkswirt
Rohrerstr. 25, 
71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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