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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..."

Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso.,
gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn,.
 Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

*  Januar bis Mai  2004  -  im Juni 2004  *

Vorwort

Etienne Bazié und Ruth Ouédraogo hatten  -  wie per e-mail erbeten  -  einen Karton mit Zeitungen mit der Mango-Sendung geschickt. Diesen Karton, wie einige andere, haben die Behörden in Paris von der Beschlagnahme und Zerstörung ausgenommen. So kamen die  Zeitungen nach Böblingen, wo ich sie mir abholen konnte. 

- - Hinweise : Bitte beachten Sie das Impressum auf der letzten Seite unten (Anmerkungen des Übersetzers sind in Klammern (...) und kursiv gedruckt). - - Die Umrechnungen von FCFA in Euro sind ausgedrückt durch das Zeichen  ~  wegen der Abrundungen.. - - Die Menschen in B.F. heißen auf Französisch "Burkinabè". Diesen Begriff verwende ich öfter. - - Bitte heben Sie die Hefte auf. Ich verweise oft auf frühere Ausgaben mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX). - - Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils ein paar Wochen. Wer also einmal selbst darin lesen möchte . .

Themen: 
Schulen, Lehrer  -  und Berufsausbildung
Die Woche der Kultur des Landes
Präsidentenwahlen 2005
Dezentralisierung der Verwaltung von Forsten und Fischerei 
Neue Ansätze im Bergbau
Kleinere Neuigkeiten des Tages
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Schulen, Lehrer  -  und Berufsausbildung.
(s.Pr.-Sp.N°22,24) Wieder wird, im Rahmen des 10-Jahresplanes, in umfangreichen öffentlichen Ausschreibungen zu Geboten für den Bau weiterer Schulen aufgerufen. - Zur verkürzten Ausbildungszeit von Grundschullehrern, die man beklagt hatte, werden jetzt in einer aktuellen Untersuchung neue Argumente gebracht : Dem allgemeinen Mangel an Lehrern kann dadurch schneller abgeholfen werden und die Kosten der Lehrerausbildung können geringer gehalten werden. Auch die Möglichkeit späterer Fortbildung, nach einigen Jahren Erfahrung in Unterrichtspraxis, wird jetzt positiv gesehen.  –   Eine neue Lehrergewerkschaft sagt dazu, dass man dadurch weniger auf (ungenügend qualifizierte) Aushilfskräfte zurückgreifen müsse. Sie schlägt auch vor, an den Universitäten für bestimmte Fächer, z.B. Mathematik, spezielle Lehrgänge einzurichten, und die Teilnahme daran gezielt durch Stipendien zu fördern. Außerdem fehle es an Schulräten, weshalb auch die Schulämter viel zu große Gebiete zu betreuen hätten. Dies sei allerdings in den verschiedenen Provinzen sehr unterschiedlich. Die neue Gewerkschaft weist auch darauf hin, dass seit Jahren die Lehrergehälter nicht den gestiegenen Lebenshaltungskosten angeglichen worden seien. Und überhaupt müsse der soziale Status der Lehrkräfte neu formuliert werden.
Um Ausbildung, Berufs-Qualifikation und berufliche Weiterbildung der Jugend zu fördern, und dadurch den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verbessern, wurde unlängst vom zuständigen Ministerium ein "Rat für Berufsausbildung und Lehrlingswesen" gebildet und mit einem Budget, das z.T. von mehreren ausländischen Geldgebern finanziert wird, ausgestattet. In den Rat wurden qualifizierte Personen aus Ministerium, Handelskammer, Unternehmervereinigung und Gewerkschaft berufen. Er soll dort, wo in Unternehmen (Industrie, Handwerk, Handel, Landwirtschaft ...) Lehrlinge ausgebildet werden, finanzielle Unterstützung geben, bei der Aufstellung von Ausbildungsplänen beraten und auch entspr. Schulungen für die Ausbilder selbst anbieten.

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Die Woche der Kultur des Landes.
(s.Pr.-Sp. N°10,11) Vom 27. März bis 10. April fand sie zum 12. mal statt, in Bobo-Dioulasso, das sich festlich geschmückt hatte. 1200 Künstler aus dem Lande, die auch an den regionalen Kulturwochen teilgenommen haben, und ungefähr 100 aus den Nachbarländern zeigten ihre Kunst. "Kultur, das ist unser größter Reichtum", sagt der Leiter der Veranstaltung. "Wichtig ist, dass wir das Kultur-Erbe, das in den verschiedenen Gegenden des Landes wurzelt, erhalten und fördern". – Neben Ausstellungen und einem großen Markt für Kunsterzeugnisse fanden die Vorführungen in einem Theater und auf einer zusätzlich errichteten Bühne statt, stets mit den entsprechenden Einrichtungen für Ton und Beleuchtung. Die Zeiten : von 16 bis 18 Uhr und von 23 Uhr bis 3 Uhr morgens. Was wurde da gezeigt ? Darstellende Kunst wie Chorgesang, traditioneller Tanz, traditionelle Musik, auch moderne Musik (letztere von mehreren prominenten "Stars"). Bildende Kunst, d.h. Malerei, Bronzeguss, Skulptur, Batik. Literatur (Romane, Gedichte, Theaterstücke), auch in den einheimischen Sprachen Dioula, Mooré, Fulfulde. Sport war durch Bogenschießen vertreten. Und schließlich auch die Kochkunst mit vielerlei Gerichten. – Die Veranstaltung erbrachte, was niemand erwartet hatte, einen Ertrag von 25 Mio. FCFA ~ 38.000 Euro.  Zur Eröffnung des Festes war der Ministerpräsident anwesend, und zum Abschluss, wo auch die Sieger der Wettbewerbe ihre Auszeichnungen erhielten, sogar der Präsident Blaise Compaoré. 

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Präsidentenwahlen 2005.
Die Präsidentenwahl 2005 wirft ihre Schatten voraus. 1998 (s.Pr.-Sp.N°17) war Blaise Compaoré wieder zum Präsidenten von B.-F. gewählt worden. Samuel Yaméogo war damals Vorsitzender der CENI (Unabhängige nationale Wahlkommission). Im Dezember 1999 (s.Pr.-Sp.N°20) wurde die Verfassung, insbesondere der Artikel ( = § ) 37 geändert. "Der Präsident soll nicht mehr für sieben Jahre, sondern nur noch für fünf Jahre gewählt werden, und Wiederwahl ist nur einmal zulässig". Gegenwärtig ist noch nicht bekannt, ob Blaise Compaoré wieder kandidieren wird. Immerhin zeigt er bisher keine Anzeichen von Amtsmüdigkeit. Aber wenn er antreten sollte, meinen die Vorsitzenden der Oppositions- Parteien, dann wäre dies nicht zulässig, denn immerhin ist er schon seit 1987 Präsident. Dem wird von der Regierungspartei und von Verfassungs-Experten entgegen gehalten, dass die geänderte Verfassung nicht rückwirkend, sondern ab dem Datum gültig ist, an dem sie in Kraft trat. Und das war Ende 1999. Also wird die nächste Präsidentenwahl 2005 sein, nämlich nach fünf Jahren, und Blaise Compaoré kann wieder antreten, denn das wäre das erste mal, dass er entsprechend der gültigen Verfassung zur Wiederwahl kandidiert. Erklärungen, dass dies unmoralisch sei, werden zurück gewiesen. Die Opposition, ein bedeutender Teil der politischen Kräfte des Landes, wirft dem gegenwärtigen Präsidenten in ausführlichen und detaillierten Darstellungen vor, dass sich an der wirtschaftlichen Situation des Landes, insbesondere der allgemeinen Armut, während seiner (langen) Amtszeit nichts verbessert habe (in Bezug auf Politik und Rechtsprechung wird auch der Fall Norbert Zongo (s.div. Pr.-Sp.) wieder angeführt). Sie ist bemüht (bisher ist das allerdings nicht gelungen) sich auf einen Gegen-Kandidaten zu einigen, "um Bewegung in das politische Leben des Landes zu bringen". Dazu heißt es : "Nicht die Regierungspartei ist stark, sondern die Opposition ist schwach. Wenn dies so bleibt, dann würde das eine Wahl werden, deren Ausgang man schon vorher kennt". 
 

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Dezentralisierung der Verwaltung von Forsten und Fischerei.
Das zuständige Ministerium hat die Vertreter der Regionen zusammengerufen. Im Sinne der Politik der Dezentralisierung der Verwaltung (s.Pr.-Sp.N°15), die auch von den helfenden Ländern begrüßt wird, und mit Unterstützung der FAO (Org. der UN für Ernährung und Landwirtschaft) soll die Verwaltung von Forsten und Fischwirtschaft von der bisherigen staatlichen zentralen Regie auf die örtlich Verantwortlichen übertragen werden. Beim Wald geht es dabei um seine gesamte Fauna und Flora. Die FAO hat schon in früheren Jahren hierzu umfassende Erhebungen angestellt. Alle Beteiligten sind sicher, dass die lokale Regie von Wäldern und Wasserflächen durch die Regionen und Gemeinden, die ja deren Eigentümer sind, sowohl bessere wirtschaftliche Nutzung wie auch wesentliche Fortschritte in der Erhaltung der Umwelt bringen wird.
 

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Neue Ansätze im Bergbau.
(s.Pr.-Sp.N°15) Der Abbau der Bodenschätze (vor allem Gold) findet, nachdem die Mine von Poura 1998 geschlossen wurde, bis jetzt nur in Handarbeit statt. Immerhin arbeiten hier 200.000 Menschen. Aber der Ertrag ist wesentlich geringer als die vorhandenen Bodenschätze dies erlauben würden. Erhöhungen der Weltmarkt-Preise für Metalle und Bemühungen der entspr. Ministerien lassen erwarten, dass sich hier bald etwas ändert. Auch die neue Bodenschätze-Karte (s.Pr.-Sp.N°26) trägt dazu bei. Eine Mining-Company hat 2003 die Abbau-Genehmigung in der Provinz Boulgou erhalten. Sie will 21 Mrd. FCFA ~ 32 Mio. Euro investieren und 2005 mit dem Abbau beginnen, um sieben Jahre lang Gold zu fördern. In Tapako, Provinz Namentenga will eine andere Gesellschaft 27 Mrd. FCFA investieren und ab 2006 acht Jahre lang Gold abbauen. Für ein weiteres Bergbau-Projekt führt die Mining company eine "Machbarkeits"-Studie durch. Und Untersuchungen für den Abbau auch der anderen Erze (Phosphat, Mangan, Zink) sind in Arbeit und geben Anlass zu Hoffnungen.

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Kleinere Neuigkeiten des Tages. 

Staatsbesuch von Blaise Compaoré in Deutschland. Vom 09. bis 13.  März 2004 war der Präsident von B.F. hier. Er wurde in Berlin von Bundespräsident Rau empfangen und besuchte in Hamburg die Börse für Gespräche mit Baumwoll-Importeuren. Ich will hier nicht wiederholen, was im Bericht an Summen deutscher Entwicklungshilfe genannt wird, die seit 1973 durch die Dienste von KFW, GTZ und DED nach B.F. geflossen sind.

Naturheilmittel (s.Pr.-Sp.N°13). In Ouaga fand wieder ein internationales Treffen (mit Ausstellung) für traditionelle Medizin statt. Es wurde betont, dass viele (teure) Medikamente der modernen Medizin durch die Naturheilmittel ersetzt werden können.

BRAFASO - eine moderne Brauerei. In Silmissin, einige Kilometer von Ouaga, nahm eine Brauerei, ausgestattet mit modernsten deutschen Maschinen, die Produktion auf, nach Investition von 4 Mrd. FCFA ~ 6 Mio. Euro. Das Wasser kommt aus 75 Meter Tiefe und wird maschinell gereinigt. Man wird nicht nur Bier (nach deutscher und inländischer Brauart), sondern auch Sprudel und Limonaden herstellen.

SAAGA. (s.div.Pr.-Sp.) Der Ministerrat hat beschlossen, das Programm, das zunächst nur für einige Jahre vorgesehen war, jetzt, angesichts der Erfolge, und nachdem man "die Kosten im Griff hat" und die Technik beherrscht, ständig weiter zu führen.

Straßenbau. (s.div.Pr.-Sp.) Mehrere 100 km Straßen können instand gesetzt werden (Befestigung der Straßendecke, Brücken, Wasserablauf, Verkehrszeichen, Ampeln). Dank einer Hilfe durch die Internationale Entwicklungsvereinigung werden qualifizierte Firmen in detaillierten Ausschreibungen zu Angeboten eingeladen.

SITARAIL – rückständige Löhne. Die Gesellschaft, die die Bahnverbindung zwischen Ouaga und Abidjan betreibt, und die seit September 2003 wieder fährt, konnte jetzt Dank eines Kredites die rückständigen Löhne (s.Pr.-Sp.N°25) ausbezahlen.

Nicht nur Fahrräder ... Fahrräder (das Auto des kleinen Mannes) werden nicht importiert, sondern in B.F. hergestellt (s.Pr.-Sp.N°16) Und die Reifen und Schläuche dafür (ebenso wie für Mopeds und Motorräder) ? Die stellt Sap Olympic in Bobo-Dioulasso her. Aber nur ständige Qualitätsverbesserung und enge Verbindung zum Händler-Netz helfen im Kampf gegen ausländische Konkurrenz.

Achtung – Gentechnik! Die Bauern-Vereinigungen werden zur Wachsamkeit aufgerufen, damit nicht aus Unkenntnis oder Leichtsinn gentechnisch verändertes Saatgut eingeführt und im Anbau verwendet wird. Dies könnte die Produkte, vor allem Mais und Hirse, verändern und damit die Landwirtschaft gefährden. Dies gilt auch für die Nachbarländer. Die Afrikanische Union hat zwar entspr. Gesetz erlassen, aber . . .

Wasserkraftwerk am Volta. Ghana, südliches Nachbarland, und B.F. haben sich geeinigt, am Volta-Becken gemeinsam ein Wasserkraftwerk zu bauen. In beiden Ländern können die Bewohner dabei gewinnen. Strom kann erzeugt und große landw. Flächen können bewässert werden, und auf dem entstehenden Stausee wird Fischwirtschaft möglich . 
 
 
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Hinweis : Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch, bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
Zur Umrechnung FCFA in Euro siehe den Artikel im Pressespiegel N° 21. 
Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann
Dipl.-Volkswirt
Rohrerstr. 25, 
71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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