[Weitere Ausgaben
Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..."

Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso.,
gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn,.
 Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

*  Mai bis August 2004  -  im Oktober 2004  *

Vorwort: Der Chor des Temple Emmanuel, bis Anfang Oktober zu Besuch im Kirchenbezirk Böblingen, hat -  wie per e-mail erbeten  -  Zeitungen mitgebracht, in drei großen Umschlägen mit der Aufschrift "Alte Zeitungen’’ - Monsieur Dieter Bockmann. Anmerkung : den deutschen Umlaut ö (im Internet oe) gibt es im Französischen nicht. 

Hinweise : Bitte beachten Sie das Impressum auf der letzten Seite unten. Anmerkungen des Übersetzers sind in Klammern (...) und kursiv gedruckt. - - Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) sind ausgedrückt durch das Zeichen ~ wegen der Abrundungen.. - - Bitte heben Sie die Hefte auf. Ich verweise oft auf frühere Ausgaben mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX). - - Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga. Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin lesen möchte . . . 

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Rekord-Ernten 2004  -  und der Regen jetzt
Der Stausee von Ziga  -  Ouaga bekommt genug Wasser
Eine Schule für Hirtenkinder
Gentechnisch verändertes Saatgut ?
Vor den Präsidentenwahlen 2005
Kleinere Neuigkeiten des Tages
 Weitere  Ausgaben des Pressespiegels



Rekordernten 2004  -  und der Regen jetzt
Trotz teilweise unregelmäßiger Regenfälle (s.Pr.-Sp.N°25) wurden in Burkina Faso Rekordernten eingefahren : 3,5 Mio to Getreide, nämlich Hirse, Mais, Fonio (siehe unten), 854.000 to Erzeugnisse, die auch exportiert werden, nämlich Baumwolle, Erdnüsse, Sesam und Soja, und 555.000 to andere Nahrungsmittel, wie Niébe-Hülsenfrüchte (besonders reich an Proteinen), Yam-Wurzeln, Pataten. Ein weiterer Rekord : 4,5 Mio. Hektar wurden landwirtschaftlich bearbeitet. "Jeder wird genug zu essen haben" heißt es. Der Minister für Landwirtschaft, Bewässerung und Fischerei rief anlässlich dieser Erfolge zur Gründung weiterer regionaler Landwirtschaftskammern (CRA) auf, die sich um die Beschaffung einwandfreien Saatgutes, Verwendung organischer und anderer Düngung (und Bestimmung optimaler Termine für beides), sowie um bessere technische Ausstattung für die weitere Aufbereitung/Verarbeitung und schließlich Vermarktung der Ernten bemühen. (Von SOFROPA (s.Pr.-Sp.N°23 und 25) habe ich dieses mal nichts gelesen)
Fonio ist ein Getreide, dass seit ewigen Zeiten besonders in Westafrika angebaut wird. Es ist sehr nährreich und schmackhaft. Aber es wurde lange Zeit vernachlässigt, weil es umständlich ist, seine kleinen Körner zu schälen und im Mörser zu verarbeiten. Nach mehreren Jahren Forschung ist jetzt ein technisches Gerät entwickelt worden, mit dem Fonio nach der Ernte verarbeitet werden kann.
Im Juli, früher als sonst, fiel der erste Regen. In der Landwirtschaft waren noch nicht alle Felder bestellt. 
zur Themenauswahl


Der Stausee von Ziga  -  Ouaga bekommt genug Wasser
(s.Pr.-Sp. N°10,18) Am 10. Juli 2004 eröffnete Präsident Blaise Compaoré feierlich den Betrieb des Stausees von Ziga, einige km nordw. von Ouaga. 1992 hatten die Planungen begonnen, 1998 die Bauarbeiten, und 1999 hatte man die Fertigstellung für 2000 vorgesehen. Von 100 Mrd. FCFA sind die Kosten auf 150 Mrd. FCFA ~ 228 Mio. Euro gestiegen. Während die bisherigen Stauseen nur 45 Mio. Kubikmeter pro Jahr hergaben, wird Ziga allein 200 Mio. m³ liefern, und das wird noch wesentlich gesteigert werden. Der Bedarf an Trinkwasser der Bevölkerung der Hauptstadt soll so für die nächsten 25 bis 30 Jahre gesichert sein. Auch wird es mehr Anschlüsse als bisher geben, öffentliche und in den Häusern. Aber es gibt Zweifler. Die meinen, dass schon 2020 ein weiterer Ausbau notwendig werde. Und sie fragen, ob der Preis für den m³  wie bisher bleiben oder niedriger werden wird ? Ob die Qualität des Wassers besser sein wird als bisher ? Zur Finanzierung : 13 Geldgeber werden aufgelistet (ich wiederhole sie hier nicht, wir kennen sie) und B.F. selbst hat auch seinen Teil beigetragen.
zur Themenauswahl


Eine Schule für Hirtenkinder
"Anndal & Pinal" heißt auf Fulfulde, einer einheimischen Sprache, "Wissen und Bewusstsein". So nennt sich eine Vereinigung von Hirten im Gebiet Kaya (Sahel), die zusammen mit einer Gruppe von Lehrern, und natürlich mit Finanz-Hilfen, eine Schule organisiert, die es Hirten-Kindern ermöglichen soll, Schulunterricht zu haben. Hirten haben ja das Problem, dass sie ständig unterwegs sind und dass die Kinder auch helfen müssen, z.B. Vieh hüten und Milch verkaufen (s.Pr.-Sp.N° 11 und 25). Auf dem Lehrplan stehen vor allem Lesen, Schreiben und Rechnen (die Sprachen sind Fulfulde und Französisch), dann Bürgerliche Gesellschaft, Landwirtschaft, Viehzucht, Umwelt, Hygiene und Gesundheit, später Geschichte und Geographie. Die Schule darf nicht zu weit entfernt sein, und die Unterrichtszeiten müssen begrenzt sein. Vorgesehen sind : Fünf Monate, von Dezember bis Mai, also 24 Wochen. An sechs Tagen in der Woche je 5 Stunden von 9 bis 14 Uhr (in B.F. gibt es sonst, wie in Frankreich, die Ganztags-Schule, deshalb die Schulküchen). So können die Kinder vor und nach der Schule, und in der Zeit von Mai bis Dezember, wenn die Herden weiter entfernt getrieben werden, ihren anderen üblichen Tätigkeiten nachgehen. Von den Schulbehörden wird dieses Programm begrüßt, wird es doch wesentlich dazu beitragen, den Analphabetismus zu verringern. Das Programm soll Ende November dieses Jahres starten.
zur Themenauswahl


Gentechnisch verändertes Saatgut (frzs. = OGM)
(s.Pr.-Sp.N°27) Wissenschaftler und Landwirtschafts-Experten sind sich einig darin, dass Pflanzen, die gegen Trockenheits-Phasen unempfindlich und gegen bestimmte Insekten und Parasiten geschützt sind, für Burkina Faso ein großer Vorteil wären, könnten doch dadurch die landwirtschaftliche Erzeugung sicherer, die Qualität verbessert und die Ausbringung erhöht werden. Außerdem könnten bisher angewandte Verfahren zum Schutz gegen Schädlinge, die aber teuer und ihrerseits umweltschädlich sind, dadurch abgelöst werden. Sicherlich sehr zu begrüßen. Aber es gibt noch zu viele unbekannte Faktoren. Man weiß noch nicht, welche anderen Auswirkungen gentechnisch veränderte Pflanzen verursachen können, auf die Umwelt, auf andere Pflanzen und auf andere Insekten. Deshalb wird vor jeglichem "anarchistichem" Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut gewarnt. Anmerkung des Übers. - das Französische bietet ein handliches Kürzel an : OGM = organismes génétiquement modifiés. Soll man in Burkina Faso Testpflanzungen durchführen ? Schon die können zu unbekannten und ungewünschten Veränderungen führen. Auch kann der Patent-Schutz, unter dem bestimmte Erzeugnisse stehen, zu Abhängigkeiten gegenüber den (ausländischen) Herstellern führen. Aus all diesen Gründen empfehlen die Wissenschaftler, zunächst abzuwarten, und nicht nur sie. Eine Gruppe von "Nicht-Regierungs-Organisationen", zu denen auch das ODE, unser Partner in Burkina Faso, gehört, fordert in einer Resolution ein Moratorium von fünf Jahren.
zur Themenauswahl


Präsidentenwahlen 2005.
Die Präsidentenwahl 2005 wirft ihre Schatten voraus (s.Pr.-Sp.N°16,17,27). (In den Zeitungen ist sie Thema Nr, 1, deshalb dieser kurze Bericht). Blaise Compaoré hat seine Kandidatur noch nicht bekannt gegeben, aber die Regierung zählt alles auf, was sie in den Jahren seiner Regierung an Verbesserungen des Lebensstandards geleistet hat, u.a. ein Wirtschafts- Wachstum von 4,8 % im ersten Halbjahr 2004  -  trotzdem ist, wie eine aktuelle UN-Statistik zeigt, B.F. immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. 
Die Opposition bemüht sich weiter, sich auf einen gemeinsamen Gegen-Kandidaten zu einigen. Dabei werden neue Parteien gegründet, die neue Präsidentschafts-Kandidaten präsentieren. Aber manche neuen Parteien lösen sich auch wieder auf, sodass die Anzahl der Gegen-Parteien ständig wechselt. Vertreter der Opposition sind eingeladen, aktiv in den regionalen Gruppen der CENI (Unabh. nat. Wahlkommission) mit zu arbeiten, um sicherzustellen, dass die Wählerlisten wirklich richtig alle Wahlberechtigten enthalten, dass fälschungssichere Tinte verwendet wird und die Wahlurnen verschlossen sind und nur unter Aufsicht geöffnet werden. Beim "Gang zu den Urnen" sollen die Wähler sicher sein, dass die Wahl wirklich demokratisch ist.
zur Themenauswahl

Kleinere Neuigkeiten des Tages. 

Rood Woko - Wiederaufbau des großen Marktes. (s.Pr.-Sp.N°26) Die Händler haben sich an verschiedenen Plätzen provisorisch eingerichtet. Jetzt hat der Ministerrat das beschlossen, was die Bevölkerung von Ouaga, und alle Burkinabé, schon lange erwarten : der durch Brand zum großen Teil zerstörte Markt wird neu wieder aufgebaut. Der Bau soll den heutigen Kenntnissen der Funktionen eines modernen Marktes entsprechen, auch unter Beachtung der Brandschutz-Regeln. Und Parkplätze sind vorgesehen.

Neues Mittel gegen Heuschrecken. Das Internationale Institut für Tropen-Landwirtschaft hat "green muscle" entwickelt, auf der Basis eines für Insekten schädlichen Pilzes. Tests waren erfolgreich. Heuschrecken schaden jedes Jahr der Landwirtschaft erheblich. (Übrigens konnte ich in den B.-F.-Zeitungen nichts von der unlängst durch Scharen von Wanderheuschrecken verursachten Katastrophe lesen, über die bei uns Fernsehen und Zeitungen berichtet haben. Offenbar ist unser Burkina Faso davon verschont worden).

Störche im Sahel.Ein Freund hat mir eine Mitteilung eines Storchen-Vereins geschickt. Da ist auf einer Briefmarke aus Burkina Faso (100 FCFA ? 0,15 Euro) ein Storch abgebildet, mit der Bezeichnung (frzs.) échassier = Stelzvogel. Ja, auf ihrem Flug nach Südafrika (12.000 km) machen die Störche, wie in anderen afrikanischen Ländern, auch Rastpause im Sahel. Nahrung finden sie dort reichlich – keine Frösche, aber Heuschrecken. Deshalb werden sie auch "Heuschreckenvogel" oder "Nimmersatt" genannt.

Telefonieren billiger. Bedeutende Senkungen der Telefongebühren für Gespräche im In- und Ausland gibt die staatl. Telefongesellschaft ONATEL bekannt. Und sie sowohl wie die privaten Gesellschaften (s.Pr.-Sp.N°22) erschließen immer mehr Gebiete und Städte für alle Arten von Telekommunikation (Telefon, Handy, Internet).

SAAGA. (s.div.Pr.-Sp.) Nach dem Beschluss, das Programm weiter zu führen, wurden im Gebiet um Kaya 6 weitere Generatoren installiert. Neu ist ein Computer-Programm, mit dem die Meldungen zentral verarbeitet und die Einsätze gesteuert werden können. Außerdem gibt es einen neuen Namen : APEN, frzs. Abkürzung für "Steigerung der Regenfälle durch Besäung der Wolken".

SITARAIL – beide Staaten gemeinsam. (s.Pr.-Sp.N°25 und 27) Zwischen Burkina Faso, Côte d'Ivoire und der Bahngesellschaft, die beide Länder verbindet, wurde ein Vertrag über staatl. Kredite geschlossen. So kann die Bahn, trotz der Verluste während 12 Monaten Ausfall, ihr Material erneuern und technisch einwandfrei den lebenswichtigen Verkehr zwischen Ouaga und Abidjan betreiben.

Polio-Impfung. Wenn auch Poliomyelitis / Kinderlähmung weithin ausgerottet ist, kann sie doch durch nichtgeimpfte Kinder übertragen werden. Deshalb werden die Eltern aufgerufen, ihre Kinder "zwischen 0 und 5 Jahren" an den mehrfach wiederholten staatlichen Impf-Tagen impfen zu lassen.

8000 Dörfer – 8000 Wälder. (s.Pr.-Sp.N°4 und 7) Hierzu wird aktuell gemeldet, dass seitdem 43 Mio. Setzlinge gepflanzt wurden, 53.640 bisher nicht bearbeitete Hektar Land bepflanzt und viele Baumschulen angelegt wurden.

AIDS (frzs. = SIDA)(s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder (!) Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente.
 
zum Seitenanfang


Hinweis : Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch, bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
Zur Umrechnung FCFA in Euro siehe den Artikel im Pressespiegel N° 21. 
Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
.
Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann
Dipl.-Volkswirt
Rohrerstr. 25, 
71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
.
.
kein Menü am linken Rand? hier geht es zur Anfangsseite KircheBB Link Anfagsseite KircheBB