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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

Januar bis April 2005  -  im Mai 2005

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Präsidentenwahlen
Weizen  -  neues Getreide in B.F.
Baumwolle  -  in Gefahr
Kinder . . .
 Die Lehrer-Gewerkschaft : "Der 10-Jahresplan ?" 
Rood Woko  -  wann ? 
Neues Röntgen-Institut
Kleinere Neuigkeiten des Tages



Präsidentenwahlen
(s.Pr.-Sp.N° 27/28/29) Jetzt ist der Termin bekannt : am 13. November. Gleichzeitig wurde der 12. Februar 2006 für die Gemeinderats-Wahlen bestimmt. Ebenso wurden die entspr. Fristen für die Wahlkampagnen festgelegt. Blaise Compaoré hat seine Kandidatur noch nicht angemeldet. Überall im Lande fordern die örtlichen Gruppen seiner Partei CDP (Vereinigung für Demokratie und Fortschritt) ihn auf, dies möglichst bald zu tun, und zählen alles auf, was er für das Land geleistet hat. Die Opposition propagiert diesmal nicht die Wahl-Enthaltung, und es gibt schon 10 Kandidaten. (nur 2 davon konnte ich in den Zeitungen sehen). Einer vertritt die Partei für Ökologie, der andere die Anhänger von Thomas Sankara (B.F.-Präsident von 1983 bis 1987). Man sagt, dass es eine echte Persönlichkeits-Wahl werde. Die CENI (Unabh. nat. Wahlkommission) besteht aus 15 prominenten Persönlichkeiten des öfftl. Lebens (auch der Kirchen), und sie achtet darauf, dass die Wahlgesetze eingehalten werden und dass die Wahlbüros im Lande einwandfrei arbeiten. Sie arbeitet mit den ausländischen Wahlbeobachtern zusammen. Auch die Presse will das ihre dazu beitragen, dass Wahlkampf und Ablauf der Wahl ruhig, und wie es sich für eine Demokratie gehört, ablaufen. Die Wählerlisten (von den Parlamentswahlen 2002) wurden per Computer erfasst, und es handelt sich jetzt darum, sie zu aktualisieren : die inzwischen verstorbenen Bürger müssen entfernt werden, und diejenigen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben, oder zugereist sind, sind neu aufzunehmen.

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Weizen  -  neues Getreide in B.F.
(in Pr.-Sp.N°28 war bei Getreide-Ernte 2004 nur von Hirse, Mais, Reis und Fonio zu lesen). Jetzt wurde in B.F. zum ersten mal Weizen geerntet. In der Provinz Souhou, etwa 150 km westlich von Ouagadougou, bieten Boden und Bewässerung die Möglichkeit, Weizen anzubauen und man nennt sie die Kornkammer des Landes. Viele Versuche und wissenschaftliche Untersuchungen, gefördert von den UN, waren dazu notwendig. Außerdem kamen aus Marokko 100 to Samen, mit denen die ersten 350 Hektar besät werden konnten. In den nächsten Jahren werden Hunderte von Bauern-Familien durch den Weizen-Anbau neue Einkommen haben und bald braucht dieses Getreide nicht mehr importiert zu werden. In den letzten Jahren waren das 15 Mrd. FCFA ~ 23 Mio. Euro pro Jahr, und die Weltmarktpreise steigen ständig. Alle Burkinabé können ihren Speisezettel durch Weißbrot erweitern.
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Baumwolle  -  in Gefahr
(s.Pr.-Sp.N°25/27/29 u.frühere) SOFITEX, die Baumwollgesellschaft von B.F., meldet Anfang 2005 eine Finanzhilfe durch ein internationales Bankenkonsortium (auch deutscher Banken) von 62 Mio. Euro zur Verbesserung der Baumwollwirtschaft. Man hofft, in den nächsten Jahren über eine Million Tonnen zu erzeugen.
Ab März ist zu lesen "Rettet die Baumwolle, wesentliche Einkommensquelle in mehreren westafrikanischen Staaten (Mali, Bénin, Tschad, in B.F. allein leben 4 Millionen Menschen davon)  -  sie ist in Gefahr !". Die Weltmarktpreise sind um 40 % gefallen, und der Dollarkurs (Baumwolle wird in Dollar gehandelt) um 15 %. Eine Katastrophe droht. Die afrikanischen Länder müssen mehr gemeinsam neue Verhandlungen mit der WHO (Welt-Handels-Organisation) anstreben. Kann man neue Hilfen erwarten ? Es wird überlegt, die Verarbeitung zu Stoffen im Lande zu verstärken, nach dem Grundsatz, Afrika sollte sich bemühen, nicht mehr nur Lieferant von Rohmaterialien zu sein. Aber es kann Jahre dauern, bis da Ergebnisse wirksam werden, und außerdem droht gerade bei Textilien jetzt die chinesische Konkurrenz.
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Kinder . . .
Dies sind einige Ergebnisse statistischer Erhebungen sowie Studien der UNICEF betr. die internationale Konvention der Rechte des Kindes. 21 Prozent der Bevölkerung von B.F. sind Kinder bis zum Alter von 6 Jahren. 83 von 1000 Kindern sterben, bevor sie ein Jahr alt werden, und 184 von 1000, bevor sie 5 Jahre alt werden. 19 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt und 40 Prozent haben Wachstums-Schwächen. Nur 1 Prozent der Kinder unter 6 Jahren haben Zugang zu Vorschulischer Ausbildung. Dies wird vor allem dadurch erklärt, dass die Mehrzahl aller Kinder auf dem Land lebt, wo die Familien besonders arm und meist Analphabeten sind. Hier befürchten Frauen auch oft, Mutter zu werden, weil die Väter nicht die Mittel für Geburts-Hilfe oder den Aufenthalt in einer Geburts-Klinik haben.  -  -  Auch wird beklagt, dass die Eltern die Meldung einer Geburt zur zivilrechtlichen Registrierung scheuen, aus verschiedenen Gründen. Manchmal sind auch die Ämter zu weit entfernt. Diese Kinder haben dann nicht die Rechte eines staatlich anerkannten Bürgers. Meistens sind es die Mädchen  -  die dann u.a. später auch nicht eingeschult werden. Frauenverbände beklagen dies, unterstützt von UNICEF und ONGs. Man hofft, dass bald alle Geburten zur amtlichen Erfassung gemeldet werden.
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Die Lehrer-Gewerkschaft : "Der 10-Jahresplan ?"
(s.Pr.-Sp.N° 25/27 – und frühere). SYNATEB, die Gewerkschaft der Grundschullehrer, beklagt, dass von den im 10-Jahres-Plan angekündigten Zahlen neuer Klassenräume, Lehrerwohnungen und Einstellung zusätzlicher Lehrer nur wenig realisiert wurde. In den zwei Jahren Laufzeit des Programms geschah weniger als vorher. Anstatt 129 neuen Schul-Komplexen, vorgesehen für 2003/2004, wurden nur 20 eingerichtet. Viele Schulen sind nur Schuppen, und zu viele Klassen haben 200 Schüler, wo doch höchstens 40 auf einen Lehrer kommen sollten. Die neuen, wegen der verkürzten Studienzeit nicht genügend ausgebildeten Lehrer haben keinen Pensions- Anspruch und ein Monatsgehalt von 30.000 FCFA ~ 46 Euro. Kein Wunder, wenn sie andere Beschäftigungen suchen  –  und die Schüler dann keine Lehrer haben. Von den angekündigten pädagogischen Fortbildungen finden nur wenige statt. Und wenn, wie können die Lehrer dann dahin kommen ? Die pädagogischen Berater haben oft kein Moped, um zu den Schulen zu fahren. Wegen all dieser untragbaren Zustände wird zum allgemeinen Streik aufgerufen.
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Rood Woko  -  wann ?
(s.Pr.-Sp.N°26/28) Nach dem großen Brand des Marktes im Mai 2003 hatte Mitte 2004 die Regierung bekannt gegeben, 4 Mrd. FCFA ~ 6 Mio. Euro für den Wiederaufbau dieser "Lunge der B.F.-Wirtschaft" bereit zu stellen. Aber jetzt, Anfang 2005, haben die Arbeiten noch nicht begonnen und die Händler-Vereinigungen stellen die Frage, wann . . . ? Man will am 4. Februar alle Geschäfte schließen und protestieren. Inzwischen ist bekannt, dass für dieses Jahr nur 2 Mrd. FCFA budgetiert sind, dass aber mindestens 5 Mrd. benötigt werden. Woher soll das fehlende Geld kommen ? Und die Bauarbeiten werden wohl 1½ bis 2 Jahre dauern. Am 11. März fand eine große Versammlung der Händler statt. Deren Vorsitzender sagte "jetzt hat die Regierung zum –zigsten Mal angekündigt, dass bald . . .", aber noch immer sind die Räumbagger und gar die Baumaschinen nicht da.
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Neues Röntgen-Institut
Vor einiger Zeit musste die Röntgen-Einrichtung im zentralen Krankenhaus Yalgado, die einzige in der Hauptstadt, wegen Veralterung und Abnutzung geschlossen werden. Jetzt wurde im Krankenhaus "Arbeiter-Gesundheit" für 425 Mio. FCFA ~ 650.000 Euro eine Station mit allen Einrichtungen für Röntgen-Diagnostik eröffnet. Sie ist auf dem Stand der neuesten med. Technik, und die Ärzte und das Hilfs-Personal wurden zu ihrer Bedienung eigens geschult. Betont wird dabei, dass ihre Benutzung zu für das Volk erschwinglichen Preisen angeboten wird. Mammographie für 10.000 bis 25.000 FCFA ~ 15 bis 40 Euro, Röntgen-Aufnahmen von Schädel und Hüften entsprechend.
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Kleinere Neuigkeiten des Tages. 
FESPACO. Ende Februar fanden in Ouagadougou die 19. Panafrikanischen Festspiele für Film und Fernsehen statt, wie alle 2 Jahre. (in früheren Pr.-Sp. können Sie so viel über diese Veranstaltung lesen, dass ich dies hier nicht zu wiederholen brauche. Hier einiges Aktuelles). Von 100 gezeigten Filmen waren 8 Lang- und 5 Kurzfilme aus B.F. Preis-Wettbewerber. Chantal Compaoré, die Gattin des Präsidenten, war Patin der Festspiele. Viele Filme wurden auf Großleinwand im bis auf den letzten Platz besetzten Stadion gezeigt, und zum Abschluss gab es ein Feuerwerk.

Förderung der Geflügelzucht. In B.F. gibt es 7 Millionen Rinder, 17 Mill. Schafe und Ziegen  -  und mehr als 30 Mill. Hühner und anderes Geflügel. Aber gerade bei Geflügel wird das Einkommen der Bauern durch vielerlei Krankheiten und Mängel bei der Geflügelhaltung beeinträchtigt. Regelmäßige Impfungen und Schulungen können hier abhelfen. Taiwan finanziert ein Pilotprojekt, wodurch (teils) freiwillige und entspr. ausgebildete Mannschaften bei den Bauern tätig werden.

Die Polizei in OUAGA 2000.(s.Pr.-Sp.N°18)  In dem neu erstandenen Viertel der Hauptstadt wurde jetzt auch eine Polizeistation gebaut und eröffnet, die in Ausstattung und Bauweise dem repräsentativen Stil dieses Gebietes entspricht.

Fernstudium. Büroorganisation und Verwaltung, auch von Entwicklungs-Projekten, kann man jetzt per Fernstudium erlernen. Dies bietet ein Institut in Ouagadougou an und die Studenten kommunizieren damit per Computer und Internet, sowie modernen Techniken wie Video-Konferenz und Multimedia. Zunächst wird dies noch von der Weltbank und dem Staat finanziell unterstützt, aber in zwei bis drei Jahren muss die Schule sich selbst finanzieren.

Gegen die Schlafkrankheit. 8,6 Mrd. FCFA ~ 13 Mio Euro wird der Afr. Entwicklungs-Fonds in den nächsten Jahren aufwenden, um die Erzeuger der Schlafkrankheit, nämlich Tsetse-Fliege und Trypanosomen, in den betroffenen Ländern, also auch in B.F., endgültig und dauerhaft auszurotten.

Frauen sind Gouverneure.(s.Pr.-Sp.N°29) Drei der 13 neu ernannten Regions-Gouverneure sind Frauen.

Landkarte von B.F. im Internet. Eine Übersicht über die politische Gliederung des Landes (es sind noch nicht die neuen Regionen) findet man in
http://www.izf.net/izf/Documentation/Cartes/Pays/supercartes/BurkinaFaso.htm

Heuschrecken. (s.Pr.-Sp.N°28) Dieses Jahr sind sie auch nach B.F. gekommen. In mehreren Gebieten haben sie Felder und Wälder leer gefressen und die betroffene Bevölkerung konnte sich dieser Plage praktisch nicht erwehren.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder (!) Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann
Dipl.-Volkswirt
Rohrerstr. 25, 
71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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