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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

August bis Oktober 2005  -  im Dezember 2005

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Präsidentenwahlen am 13. November
Hunger vor der Ernte
Erleichterung von Firmengründungen
Holzkohle verboten
 Streik 
Krankheiten – und Gesundheit 
NTIC ( = neue Techniken der Inform. u. Communication) 
Kleinere Neuigkeiten des Tages


Präsidentenwahlen  a m  1 3 .  N o v e m b e r
Wie 1998 (s.Pr.-Sp.N°17) gaben 57 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Blaise Compaoré, der sich erst spät zur Kandidatur entschlossen hatte, siegte mit 80,3 % der abgegebenen Stimmen. Alle elf Oppositions-Parteien hatten Kandidaten aufgestellt, aber sie mussten sich die restlichen Stimmen teilen (diese Information ist aus dem Internet)

Und jetzt wieder aus den B.F.-Zeitungen: Außer den internationalen Beobachtern waren wieder die CENI (unabhängige nationale Wahlkommission) mit ihren Unterorganisationen CEDI (je Département) und CECI (je Gemeinde) tätig. Beim Beginn der Prüfungen der Wählerlisten, die in Computern erfasst sind (s.Pr.-Sp.N° 30), auf Vollständigkeit und Richtigkeit hatte eine OIE (unabhängige Wahlbeobachtung) noch viele Fehler festgestellt. Und später, bei der Ausgabe der Wähler-Ausweise in den Wahlbüros, mussten oft Unstimmigkeiten berichtigt werden. Man konnte per Internet die gespeicherten Listen abfragen, aber niemand außer der CENI hatte den Zugriff für Änderungen bzw. Korrekturen. Noch Anfang Oktober beklagte eine private Organisation, dass Wähler falsche oder doppelte Wählerausweise haben, und forderte die Anrufung der UN-Beobachter.
Der "Hohe Informations-Rat", eine Regierungs-Institution, legte die Zeit vom 23. September bis 22. Oktober für die Medien-Kampagne fest. Dies galt für alle Medien, staatliche und private, d.h. Fernsehen, Rundfunk, Mobil-Telefon, Zeitungen usw. "Strikte Neutralität und größte Sorgfalt bei der Erfassung, Bearbeitung und Verbreitung von Informationen sind zu beachten. Bezüge auf Rassen, Volks-Stämme und Regionen sind zu unterlassen". Die Studenten der Universität Ouagadougou ermahnten vor allem die jungen Wähler, dass für bewusste Staatsbürger die Wahlbeteiligung Pflicht ist. "Wer sich der Stimme enthält, missachtet die Demokratie". Sowohl der Bund der Reporter von B.F., wie auch die Vereinigung der B.F.-Presse verpflichteten sich im Sinne ihrer Berufs-Ethik zu Wahrheit und Objektivität. Ihre Aufrufe mündeten in
               "Es lebe die Pressefreiheit !" und "Es lebe die Demokratie !"
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Hunger vor der Ernte 
Im Oktober endet die Regenzeit (in B.F. "Winterzeit" genannt), die Vögel fliegen nach Süden, und die Ernten beginnen. Trotz der Rekord-Ernten 2004 (s.Pr.-Sp.N°28) reichen in einigen Landesteilen (Koulpelogo, Bam) die Lebensmittel-Vorräte nicht bis zur Ernte, die Preise auf den Märkten steigen, und im August / September entsteht Not. Warum ? Weil, wie es immer mal wieder vorkommt, dort die Regenfälle zu gering oder unregelmäßig waren. Und zu SAAGA (s.div.Pr.-Sp.) merkt dessen Chef an : "wir können nichts tun, wenn der Himmel blau und wolkenlos ist".
Hier hilft die Regierung. Mit der Operation "Nahrungsmittel-Hilfe" werden, in den Monaten vor der Ernte, aus ihren Vorräten Lebensmittel, vor allem Hirse und Mais, z.T. kostenlos verteilt, z.T. zu erschwinglichen Preisen angeboten. Die Dorfgruppen sorgen solidarisch dafür, dass diese Hilfen zu den wirklich Bedürftigen kommen. Auch eine islamische intern. Hilfsorganisation aus Saudi-Arabien hilft und schickt mit Lastwagen 150 to Reis (Wert 39 Mio. FCFA ~ 59.000 Euro). In Koudougou übergibt eine B.F.-Hilfsgruppe 10 to Mais für die Waisenkinder (2 Mio FCFA ~ 3000 Euro). Japan gibt 1,5 Mrd. FCFA ~ 2,3 Mio. Euro für den Kauf von Reis.
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Erleichterung von Firmengründungen
Wenn jemand ein Unternehmen gründen oder erweitern, oder eine Filiale einrichten wollte, musste er bisher bei vielen verschiedenen Ämtern Anträge stellen und Stapel von Formularen ausfüllen. Das dauerte Wochen, ja Monate. Hier hat die Industrie- und Handelskammer, mit Zustimmung aller Behörden, jetzt Abhilfe geschaffen. Es wurde ein CEFORE (frzs. Abkürzung für "Zentrum für Unternehmens-Formalitäten") in Ouagadougou eingerichtet (Bobo-Dioulasso und andere große Städte folgen). Kein "Ämter-Wandern" mehr !. Der Interessent, ob In- oder Ausländer, wendet sich an das CEFORE, hat dort nur einen (!) kompetenten Gesprächspartner und klärt mit dem alle juristischen, sozialen, steuerlichen (usw.) Angelegenheiten ab, einschl. Eintrag in das Handelsregister, entspr. den gültigen Bestimmungen, und muss anstatt bisher 13, jetzt nur noch 4 Formulare ausfüllen. Es dauert max. eine Woche und kostet bedeutend weniger als bisher. Man erhofft sich davon eine Steigerung der Unternehmensgründungen mit Schaffung von Arbeitsplätzen.
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Holzkohle verboten
Im Juli wurde, bis 31. Dezember 2005, die Erzeugung von Holzkohle verboten. Holzkohle (durch Schwelverbrennung von Holz erzeugt) deckt, schon seit alter Zeit, 84 % aller Feuerungen in den Haushalten ab, aber auch Schmiede und andere Metall-Bearbeiter verwenden sie. Warum jetzt das Verbot ? Um 1 kg Holzkohle zu erzeugen, werden 5 kg Holz verbraucht. Für die in einem Jahr im Lande erzeugte Holzkohle müssen viele Tausend ha Wald abgeholzt werden. Und Bäume sind zum Schutz der Umwelt, d.h. für den Kampf gegen das Vordringen der Wüste, lebenswichtig. Auch stellt man ständig Erhöhungen der Preise fest. Zudem wird, obwohl dies schon 2004 verboten worden ist, Holzkohle immer noch auch in Nachbarländer exportiert. Gegenwärtig ist so viel Bestand vorhanden, dass damit der Bedarf bis Ende 2006 abgedeckt ist. Also ist Zeit für die, dringend notwendige, Neuordnung des gesamten Bereiches, von der Herstellung bis zum Verkauf.
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Streik
Im Oktober riefen die Gewerkschaften, auch der Lehrer, zu einem 2-tägigen Streik auf. Die Forderungen : Erhöhung der Gehälter und Pensionen um 25 %, wie von der Regierung seit langem angekündigt. Verringerung der Steuern auf Produkte des täglichen Lebens, nämlich Öl und Benzin, Wasser und el. Strom. Endlich Wiederaufbau von Rood Woko, dem zentralen Markt in Ouagadougou (s.Pr.-Sp. N° 26/28/30). In allen Punkten wird der Regierung Untätigkeit vorgeworfen.
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Krankheiten – und Gesundheit
Cholera: Im August wurden in Ouagadougou Cholera-Fälle festgestellt, die ersten in B.F. seit 2001. Drei Tote und 41 Kranke wurden gemeldet. Im September waren es, auch in anderen Städten, schon 655 Kranke und neun Tote. Seitdem wurden keine neuen Fälle mehr gemeldet. Die Gesundheits-Behörden verstärken die Maßnahmen zur Epidemie-Überwachung (für die WHO löst schon ein (!) Cholera-Fall Epidemie-Alarm aus), bemühen sich, die Kranken zu isolieren, und ermahnen die Öffentlichkeit, die Hygiene-Regeln gegen Ansteckung zu beachten : nur sauberes Wasser trinken, Früchte und Gemüse vor Fliegen schützen und vor dem Verzehr reinigen – ebenso die Kochtöpfe, Hände waschen vor dem Essen und nach . . . ,  Toiletten sauber halten, usw. 
Malaria : (s.Pr.-Sp. N°24) Gegen diese Krankheit, von der vor allem kleine Kinder und schwangere Frauen bedroht sind, wurden in mehreren Gegenden wieder imprägnierte Moskito-Netze zum Vorzugspreis von 1.500 FCFA ~ 2,20 Euro angeboten.
Blut-Übertragung : Dank einer Spende des Landes Luxemburg von 853 Mio. FCFA  ~ 1,3 Mio. Euro konnte in Ouaga ein Zentrum für Spenden und Aufbewahrung von Blut in einem neuen Gebäude mit allen erforderlichen med. Einrichtungen eröffnet werden.
Med. Versorgung im Norden und Osten : Der Ministerrat beschloss im Oktober, einen namhaften Kredit des Afrik. Entwicklungs-Fonds für eine dauerhafte Verbesserung der Gesundheits-Dienste in diesen bisher ungenügend versorgten Gebieten zu verwenden.
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NTIC ( = Neue Techniken der Inform. u. Communication) 
(Außer dem "C" bei Comm. sind die Anfangs-Buchstaben auf Frzs. und Deutsch gleich !) Diese Anwendungen breiten sich in B.F. immer mehr aus (s.div.Pr.-Sp.). Jetzt werden auch die Ministerien darauf umgestellt, beginnend mit dem Finanzministerium. Alle Mitarbeiter müssen lernen, damit umzugehen.
Eine ganz neue Anwendung ist die "Tele-Medizin". Alle Krankenhäuser und Ärzte sollen an ein System angeschlossen werden, mit dem sie, für Diagnose und Behandlung, per Internet mit einer Datenbank kommunizieren können, die vom Gesundheits-Ministerium, Professoren der Universität und einer Ärzte-Gruppe, im Austausch mit anderen französisch sprechenden Ländern West-Afrikas, betreut und aktualisiert wird. Auch Video-Konferenzen sollen möglich sein.
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Kleinere Neuigkeiten des Tages. 
Frauen in der Politik. Zwar sind drei der neu ernannten 13 Regions-Gouverneure Frauen (s.Pr.-Sp.N°30 ), aber von 200 Richtern sind nur 52 Frauen ( = 25 % ), in den Verwaltungen sind es noch weniger, und von den 30 Ministerien werden nur vier von Frauen geleitet.

Ouagadougou hat 1,2 Millionen Einwohner d.h. dass ca. 10 % aller Burkinabé in der Hauptstadt leben.

Städtebau. Das zuständige Ministerium lud Bürgermeister, Architekten und Baufirmen zu einer Tagung für ein neues Städte-Bau-Gesetz ein. Angesichts des ständigen Wachstums der Städte sind neue gesetzliche Regelungen notwendig. Wie werden Grundstücke bemessen ? Wer darf was wo bauen - sowohl Private als auch öfftl. Einrichtungen ? Wie können veraltete und vernachlässigte Gebäude, ja ganze Straßenzüge, erneuert / modernisiert werden ? Neue Flächennutzungs-Pläne sind zu erstellen.

Mehrzweck-Einrichtungen.  (s.Pr.-Sp.N°29) Jetzt sollen, in einem Programm, finanziert von B.F., den UN und einigen priv. Unternehmen, mehrere Hundert solcher Anlagen installiert werden, betreut von Frauen, die dann dort einen festen und bezahlten Arbeitsplatz haben. Auch muss für ein Netz von Unternehmen gesorgt werden, das ständig die technische Betreuung der Einrichtungen sicherstellt.

Marokko und der Weizenanbau (s.Pr.-Sp.N°30) Zwischen B.F. und dem Staat Marokko wurde ein Abkommen geschlossen : Marokko hilft mit 500.000 US-$, für Saatgut, landw. Geräte und Bewässerungs-Einrichtungen, damit weiterhin in Sourou (nicht Souhou) Weizen angebaut werden kann.

Tourismus In Ouagadougou fand die internationale Tourismus-Messe statt. Damit der Tourismus zu einem wesentlichen Erwerbs-Zweig wird, muss B.F. mehr, besonders mit den europäischen Reise-Unternehmen, Kontakt aufnehmen und sich bemühen, dass Hotellerie usw. den entspr. Standard haben.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder (!) Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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