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Burkina Faso - Pressespiegel
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| " Was sich so tut
im Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen
und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen und bearbeitet
von DIETER BÖCKMANN, Steinenbronn, Mitglied der
Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.
Oktober 2005 bis Februar
2006 - im März 2006 |
Bitte beachten Sie das Impressum
und Hinweise am Ende der Seite.
Themen (zur Auswahl
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2005/2006 - wieder Rekord-Ernte |
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Nach der Präsidenten-Wahl |
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Kommunalwahlen |
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Vogelgrippe |
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Baumwolle |
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Kinderarbeit |
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Kleinere Neuigkeiten
des Tages |
2005/2006
- wieder Rekord-Ernte !
Die Ernte-Saison 2005/2006
brachte wieder eine "Rekord-Ernte" ! (s.Pr.-Sp.N°30). Der Landwirtschaftsminister
teilt mit, dass allein an Getreide, d.h. Hirse, Mais, Reis und Fonio 4.064.848
to geerntet wurden. Das bedeutet einen Überschuss von 1.416.151 to
über den, vom Amt für Statistik genau ermittelten, Jahresbedarf
des Landes. Die Gründe ? Eine Regenzeit, die rechtzeitig begonnen
hat und im Sahel-Gebiet reichlich war, sowie deutliche Erfolge in der Schädlings-Bekämpfung.
Bei Mais und Reis wurde mehr als je zuvor geerntet. Es wird auch erwähnt,
dass die Regierung sich um die Lieferung einwandfreien Saatgutes bemüht
hat, und dass in den südlichen Gegenden, wo die Regen-fälle z.T.
nicht so üppig waren, SAAGA (s.Pr.-Sp.N°24) wieder geholfen
hat. All dies veranlasste den Statistik-Chef zu der Aussage : "Die Landwirtschaft
von B.F. zeigt ein dynamisches und andauerndes Wachstum".
Man muss aber auch die Situation
in den versch. Gebieten sehen. Von den 45 Provinzen haben 32 extrem hohe
Überschüsse, bei 9 Provinzen sind Ernte und Bedarf ausgeglichen,
und bei 4 Provinzen nicht. Da muss rechtzeitig vorgesorgt werden, damit
nicht wieder später Mangel- Situationen auftreten (s.Pr.-Sp.N°31).
Und die Getreidepreise fallen. Nur ein Beispiel : im Westen kostet ein
Sack Mais nicht mehr 20.000 FCFA ~ 30 Euro, sondern nur noch 6.000 FCFA
~ 9 Euro.
Und es wird auch gewarnt.
Wie soll man mit den Überschüssen umgehen ? Man soll daran
denken, die "Getreide-Banken" zu füllen (s.Pr.-Sp.N°5 – wer
hat den noch - hier eine kurze Erinnerung) : Die kaufen den Bauern
die Überschüsse ab, lagern sie in wettersicheren Gebäuden
ab, und später, in der Mangel-Zeit vor der nächsten Ernte, kann
man sie, zu festen Preisen (!), zurückkaufen. - - Der Staat müsse
regulierend eingreifen, sich bemühen, die Spekulation zu beschränken.
So neigen insbesondere die Händler dazu, das, was gegenwärtig
"zuviel" da ist, an die umliegenden Länder zu Schleuderpreisen zu
verkaufen. "Ja, gute Ernten sichern nicht ohne zusätzliche Maßnahmen,
dass ausreichende Ernährung während des ganzen Jahres und in
allen Landesteilen gewährleistet ist".
Und die Bauern ? Bei einem
mehrtägigen Treffen der Vertreter von Bauernorganisationen aus B.F.
und den Nachbarländern wurde darüber beraten, wie die Bauern
sich gegenüber der Macht der Händler besser organisieren können,
um selbst mehr Einfluss auf den Markt, d.h. auf die Verkäufe und die
Preise ihrer Produkte zu erlangen.
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Nach der
Präsidenten-Wahl
Am 20. Dezember wurde Blaise
Compaoré, nach der Wahl am 13. November, (s.Pr.-Sp.N°31)
feierlich in sein Amt, für fünf Jahre, eingeführt. 11 afrikanische
Staats-Chefs waren zugegen, als er vor dem Verfassungs-Rat seinen Eid ablegte
: "Ich schwöre dem Volk von Burkina Faso, die Verfassung und die Gesetze
zu achten und alles dafür zu tun, dass sie von allen geachtet werden
und dass Recht und Gerechtigkeit für alle gelten."
In den Zeitungen wird darüber
nachgedacht, was wohl in B.F. geschehen würde, wenn ein Kandidat der
Opposition gewählt worden wäre. - Der Präsident
hielt keine Programmrede, aber die Öffentlichkeit äußerte
sich : wann spricht er zu seinem Volk ? In den Grundschulen müsste
mehr über die Rechte des Bürgers gelehrt werden. Es sollte nicht
nur für die Alten und die Frauen, sondern auch für die Jugend
einen Gedenktag geben. Es soll mehr dafür gesorgt werden, dass junge
Leute, und auch Diplomierte, mehr Arbeitsplätze finden. Renten für
die Alten müssten gesichert werden. Für die Entwicklung und gegen
die Armut - und die Abeitslosigkeit - müsse
mehr getan werden, und alle, Mehrheit und Opposition, müssten an der
großen Baustelle, die unser Land ist, gemeinsam mitarbeiten !
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Kommunalwahlen
Wie alle fünf Jahre (s.Pr.-Sp.N°6+19)
sind die Gemeindewahlen fällig. Auch hier ist wieder die CENI = Unabhängige
nationale Wahlkommission (s.div.Pr.-Sp.) aktiv. Gemeinde, d.h. städtische
und Land-Gemeinden. Zur Wahl der Bürgermeister (s.Pr.-Sp.N°19)
und der Gemeinderäte ist alles in mehreren Verfassungs-Artikeln geregelt.
Die CENI hat viel zu tun. Nicht nur müssen auch hier wieder die Wählerlisten
auf ihre Gültigkeit und Vollständigkeit geprüft werden.
Hinzu kommt, dass auch die Kandidaten bestimmte Regeln beachten und Bedingungen
erfüllen müssen, und oft kennen sie die nicht genügend.
Die Wahllokale müssen eingerichtet und deren Aufsicht muss organisiert
werden. Außer den organisatorischen Problemen ist auch die gewollte
Dezentralisation von Bedeutung.
Die Wahlen, die am 12. Februar
stattfinden sollten (s.Pr.-Sp.N°30), wurden erst auf den 12.
März neu datiert, und jetzt auf den 23. April, weil das Parlament
das Mandat für die CENI aktualisieren muss.
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Vogelgrippe
Zugvögel können
sie auch nach Afrika bringen. Es gibt mehrere Wege, die sie bei ihrem Zug
aus Europa nach Süden nehmen, und einige davon führen auch über
B.F. ("Störche", s.Pr.Sp.N°28). In Nigeria wurde bei toten
Zugvögeln schon der Virus H5N1 festgestellt. In B.F. wurde die Einfuhr
von Geflügel und entspr. Produkten, aus bestimmten Ländern, verboten
und die Kontrollen an den Grenzen wurden verschärft. Im Lande selbst,
mit seiner reichhaltigen Geflügelzucht (s.Pr.Sp.N°30),
stellt man fest, dass Einrichtungen und qualifiziertes Personal für
solche Kontrollen nicht ausreichend vorhanden sind. Hier muss die internationale
Gemeinschaft - WTO und FAO haben schon Treffen zum Thema veranstaltet
- zur Hilfe gerufen werden.
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Baumwolle
(s.Pr.Sp.N°25)
Eine Gruppe von französischen,
belgischen und deutschen Banken haben der SOFITEX ( = B.F. Baumwoll-Gesellschaft
+) einen Kredit von 38 Mio Euro ~ 25 Mrd FCFA gewährt. Die brauchen
die Baumwollbauern, um rechtzeitig und bei den von ihnen ausgewählten
Lieferern Dünger und Pflanzenschutzmittel kaufen und bezahlen zu können.
Warum haben die europ. Banken dies getan ? Nach 500.000 to Erzeugung 2004/2005
brachte die Ernte-Kampagne 2005/2006 631.000 to. Die Qualität
ist wieder so hervorragend und international anerkannt, dass alles auf
dem Weltmarkt abgesetzt werden kann. Zwar sind die Preise dort abermals
gesunken, aber zwei wichtige Institutionen haben der B.F.-Baumwolle Auszeichnungen
gegeben : das Wirtschafts-Forum der Francophonie, und das Internationale
Institut für Wirtschaftsförderung. B.F. kommt weltweit nach den
USA, Usbekistan, Australien und Brasilien. In den vergangenen Jahren sind
die Preise gefallen und gestiegen und auch die Relationen Euro / Dollar
ändern sich. Vor allem hat die Bankengruppe Vertrauen in die Leistungsfähigkeit
der B.F. Baumwoll-Erzeuger. Was die Subventionen der Baumwolle in anderen
Ländern anbetrifft, so haben sie sich seit Cancun zwar nicht geändert,
sind aber weiterhin im Gespräch. - INERA ( = Institut
f. landw. Forschung u. Umwelt) hat zur Besichtigung eines Test-Anbaus
von gentechnisch veränderter Baumwolle (s.Pr.-Sp.N°29),
genannt "BT", eingeladen. Wissenschaftler, Händler und Baumwollbauern
kamen um zu sehen, was man tun kann und muss, damit nichts auf die Umwelt
übertragen wird, aber z.B. die "Weiße Fliege" keine Chance mehr
hat. Und der Honig der Bienen wird untersucht. Man ist optimistisch
. . .
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Kinderarbeit
Kinder arbeiten (s.Pr.-Sp.N°23)
nicht nur in der Landwirtschaft, in den Goldminen und im Haushalt, sondern,
wie eine Untersuchung ergeben hat, auch im Blechbau - in Ougadougou
und anderen Städten, wo ja die verschiedenen Gewerkschaften besonders
aktiv sind. So trafen sie sich, unterstützt von einem Vertreter der
Internat.Arb-Org., um mit den Unternehmern darüber zu verhandeln,
wie es zu beenden sei, dass schulpflichtige Kinder in diesem Handwerk beschäftigt
werden.
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Kleinere
Neuigkeiten des Tages.
Holzkohle. (s.Pr.-Sp.N°31)
Es wurde eine Liste veröffentlicht, in der die Orte aufgeführt
sind, an denen zukünftig noch Holz zu Holzkohle verarbeitet werden
darf.
10-Jahresplan Schulwesen.(s.Pr.-Sp.N°30
u. frühere) In Bobo-Dioulasso detaillierte der Schul-Minister
mit Schulleitern, Lehrern und Bürgermeistern die Bemühungen zur
Realisierung des Planes, insbes. zur Förderung und zum weiteren Ausbau
des Grundschul-Unterrichts.
Staatshaushalt 2006.
Zahlen hierzu konnte ich in den mir vorliegenden Zeitungen nicht finden.
Wiederaufbau von Rod Wooko
? (s.Pr.Sp.N°26+spätere) Ich konnte in den vorliegenden
Zeitungen nichts dazu lesen, dass und wann der 2003 abgebrannte Große
Markt in Ouagadougou wieder aufgebaut werden soll.
Unsicherheit. (s.Pr.-Sp.N°24)
"Wie im Wilden Westen", kann man lesen. Überfälle auf den Straßen,
Einbrüche, als Polizisten verkleidete Räuber, häufen sich.
Die Polizei hat jetzt eine Telefon-Nr. bekannt gegeben, bei der man in
Notfällen 24 Stunden am Tage anrufen kann, um Hilfe zu holen.
Wasser vom Stausee Ziga
für Ouagadougou. (s.Pr.-Sp.N°28) Die KfW (die deutsche
Bezeichnung "Kreditanstalt für Wiederaufbau" wurde übernommen
!) finanziert mit einem größeren Betrag den Bau einer elektr.
Pumpstation für die Wasserversorgung der Hauptstadt. In einer detaillierten
Ausschreibung werden qualifizierte Firmen eingeladen, sich um den Auftrag
zu bewerben.
Gesellschaft für Medien-Entwicklung
in Afrika. Der Direktor der Burkina Faso Zeitungsgruppe Le Pays (
= "das Land") wurde zum Präsidenten dieser Gesellschaft berufen.
Akupunktur. Im Regional-Krankenhaus
von Ouahigouya wird eine Akupunktur-Abteilung eingerichtet. Die Ausbildung
des Personals in dieser chinesischen Heiltechnik erfolgt in mehreren Lehrgängen
von je zwei bis vier Wochen, und wird von schweizer Ärzten durchgeführt.
AIDS (frzs. = SIDA) und
Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders
in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder (!) Zeitung sind Berichte zu lesen
über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des
staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation,
frzs. = OMS) zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur
Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente.
Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von
Waisenkindern.
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA
in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung).
- Verweise auf frühere
Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen
sich Burkinabé. Diesen Begriff verwende ich öfter.
- Für Ouagadougou verwende
ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen,
aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
bzw. deren Übersetzungen,
sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind
z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen
verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
lesen möchte .
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
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Redakteur:
Dieter Böckmann,
Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft
mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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