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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

August bis November 2006  -  im November 2006

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Nach den Kommunal-Wahlen  -  und 2007 sind Parlaments-Wahlen 
Helme für Zweiradfahrer  -  aber alles wird teurer
Baumwolle
Kleinkredite – Instrument im Kampf gegen die Armut 
 Wiederaufbau von Rod Wooko
Auszeichnungen für gute Schüler
Kleinere Neuigkeiten des Tages


Nach den Kommunal-Wahlen
(s.Pr.-Sp.N°6+19+32) Ende April 2006 fanden sie statt, wie alle fünf Jahre. Fast in allen Gemeinden errang die CDP (= Partei f. Demokratie u. Fortschritt) des Präsidenten die Mehrheit. Und  -  der Anteil der Frauen in den Gemeinderäten ist von 20% vor 5 Jahren auf jetzt über 30% gestiegen ! Aber monatelang danach wurden von Parteien und anderen pol. Verbänden Zweifel angemeldet. Es habe Wahlfälschungen gegeben, die Wählerlisten seien nicht vollständig und fehlerfrei gewesen. Erst im Juli konnte der Verfassungsrat erklären, dass nach Prüfung aller Zweifelsfälle, und ggfs. auch Berichtigungen, sowie detaillierter Abstimmung mit Ministerium und anderen Behörden, die Ergebnisse der Wahlen endgültig und einwandfrei feststehen. Dies geschah in einer feierlichen öffentlichen Sitzung des Verfassungsrates.
Kleine Besonderheit des Landes: toponymie (= Ortsnamenkunde) spielte auch eine Rolle.

Seitens mehrerer Parteien und anderer pol. Gruppen wird beklagt, dass die CENI (= Unab- hängige nat. Wahlkommission  - s.div. Pr.-Sp., 1999 war Samuel Yaméogo Vorsitzender der ersten CENI) nicht unparteiisch besetzt gewesen sei. Die Opposition sei nicht genügend berücksichtigt worden. Es wird eine gesetzliche Festlegung, den Regeln der Demokratie entsprechend, für die Bildung der CENI gefordert. 

Parlaments-Wahlen 2007
Auch diese finden alle fünf Jahre statt. Die letzten waren (s.Pr.-Sp.N°23) 2002. Hier werden von den Parteien und pol. Gruppen die Forderungen betr. die CENI wiederholt und die Vollständigkeit und Richtigkeit der Wählerlisten gefordert. Auf den Wahl-Ausweisen sollte ein Foto des Wählers sein. Und bei den Wahllisten sollte berücksichtigt werden, dass viele Wähler Analphabeten sind.
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Helme für Zweiradfahrer  -  aber alles wird teurer 
Ab 01. September wurden vom Verkehrsministerium die Fahrer von Zweirad-Fahrzeugen, d.h. von Motorrädern, Mopeds und Fahrrädern, zum Tragen eines Helms verpflichtet. Fahren ohne Helm wird mit 12.000 FCFA ~ 18 Euro bestraft. Dies löste einen Protest-Sturm aus. Auf den Straßen wurden Autoreifen angezündet, Barrikaden errichtet, die Polizei mit Steinen beworfen, Fahrer mit Helm angehalten und beschimpft. Warum dieser Widerstand, kaum verständlich angesichts der vielen Unfälle, bei denen doch ein Helm vor schweren, oft tödlichen, Kopfverletzungen geschützt hätte ? Eine Zweirad-Firma teilt mit, dass bei ihr der Helm,  wie anderes Zubehör, im Preis ihrer Produkte einbegriffen ist. Aber dann äußern sich Verkehrs-Experten, pol. Parteien und andere Vereinigungen in einer Flut von langen Kommentaren in den Zeitungen. Und da kommt anderes heraus. Nämlich dass das Leben in B.F. teurer geworden ist ! Die Preise für Kraftstoffe, Öl, elektr. Strom, sowie die Gebühren für höhere und Privat-Schulen sind gestiegen. “Und da soll man nun noch die teuren Helme kaufen?“. Angesichts der Preissteigerungen wurden die Gewerkschaften aktiv und forderten Lohn-Erhöhungen. Das Ergebnis langer Verhandlungen war, dass die Regierung beschloss, die Preise für Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Öl), Strom und Lampen-Öl durch Zuschüsse deutlich zu verringern. Aber die Pflicht für Zweiradfahrer zum Tragen des Helms bleibt bestehen. 
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Baumwolle (s.div. Pr.Sp .)
Für die Ernte-Saison 2006-2007 sind 700.000 to. angekündigt, wiederum eine bedeutende Steigerung der Produktion des “weißen Goldes“, das ein wesentlicher Teil des Exports von B.F. ist. Aber die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt und damit die Wettbewerbs-Situation ist abermals nicht günstig, und Tagungen der Welthandels-Organisation ändern daran nichts, sodass die Krise fortbesteht. Um den Wirtschaftszweig, von dem Tausende von Bauern-Familien leben, zu stärken, wurde auf einer außerordentlichen Vollversammlung der Aktionäre der B.F. Baumwollgesellschaft SOFITEX beschlossen, das Kapital von (bisher) 4,4 Mrd. FCFA auf  38,8 Mrd. FCFA ~ 59,1 Mio. Euro zu erhöhen. Durch diese Stärkung der Eigenmittel soll auch das Vertrauen der Partner  –  Kapitalgeber, Lieferanten und Kunden  -  sicherer werden. 
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die Diskussion um den Einsatz gentechnisch veränderter Samen fortgeführt wird. Während die Baumwoll-Bauern dies positiv beurteilen (s.Pr.-Sp. N°29/32) und auch die Regierung es befürwortet, wenn dadurch der Anbau und die Qualität sicherer werden können, meinen Landwirtschafts-Experten, dies sei wie ein “russisches Roulette“, ein riskantes Wagnis, dessen Ausgang man nicht kenne. 
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Kleinkredite – Instrument im Kampf gegen die Armut
In einer “Woche des Kleinkredits“, im Lande verbreitet über Radio und Fernsehen, propagiert der Finanz- und Budgetminister die Förderung  -  und die Inanspruchnahme  -  dieser Einrichtung als wirksames Mittel im “Kampf gegen die Armut“. Worum geht es dabei ? Einzelne Menschen, insbesondere Frauen, bekommen einen Kredit  -  “Klein-“, weil es sich um relativ bescheidene Beträge handelt  -  mit dem sie ein Gewerbe starten können (Handel mit landw. Produkten, Anschaffung eines Webstuhls oder anderer handwerkl. Geräte / Werkzeuge), um sich und damit ihrer Familie zusätzliches Einkommen zu verschaffen. Ende Dezember 2005 befassten sich über 300 im Lande verteilte Institute damit, mehr als eine Million Menschen mit 41 Mrd. FCFA ~ 62,5 Mio. Euro Kleinkrediten zu versorgen. Das erfolgreiche Programm wird von der Regierung gefördert und, auch mittels ausländischer Finanzhilfen, finanziert.
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Wiederaufbau von Rod Wooko
(s.Pr.-Sp N°26+danach) Die Regierung hat die Stadt Ouagadougou damit beauftragt, und eine erste Finanz-Hilfe von 500 Mio. FCFA ~ 762.000 Euro für die Aufräumarbeiten gegeben. Der Bürgermeister gab bekannt, dass man im Juni/Juli 2007 damit beginnen werde. Baufirmen werden beauftragt, den Wiederaufbau zu planen, und insgesamt schätzt man die Kosten auf 3,3 Mrd. FCFA ~  5,1 Mio. Euro. Der Wiederaufbau werde bis Anfang 2009 dauern. Weil dabei aber auch die Umgebung, nämlich vom Brand 2003 betroffene Gebäude, sowie Neubau von Straßen, Parkplätzen, Energieleitungen usw. zu berücksichtigen sind, hat die französische Entwicklungshilfe hierfür weitere 9 Mrd. FCFA ~ 13,7 Mio. Euro zugesagt. 
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Auszeichnungen für gute Schüler
In der Region Hauts Bassins hat, zum Schuljahres-Abschluss im August, der Gouverneur (!) öffentlich Schüler, die in der Grundschule oder in höheren Schulen sehr gute Abschlüsse erreicht haben, mit Preisen (1 Satz Lehrbücher, ein Sparkonto, ein Fahrrad oder ...)  ausgezeichnet. Die beteiligten Lehrer und Elternbeiräte erhielten Verdienst-Schreiben. “Weiter so“, sagte der Gouverneur, der dadurch andere zur Fortsetzung des Wettbewerbs anregen will, denn “gute Schulen und gute Schüler sichern die Zukunft, der Menschen und des Landes“. 
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Kleinere Neuigkeiten des Tages.
Regen und Ernte. Die Regenzeit hat ausreichende Niederschläge gebracht. Außer für Baumwolle (s.o.) liegen aber konkrete Angaben über die Ernte noch nicht vor. Nur soviel : es wird eine gute Ernte geben.

SAAGA. (s.Pr.-Sp.N°24 u. ...)  Zum Regen wird wieder gemeldet, dass SAAGA sehr positiv gewirkt hat. Jetzt wollen sich auch andere Sahel-Staaten damit ausrüsten, und die Welt-Organisation für Meteorologie lädt zu einem Kongress nach Genf ein, bei dem die Kenntnisse und Erfahrungen dieser Regenförderung verbreitet werden sollen.

Bäumchen pflanzen. Vor einigen Jahren (s.Pr.-Sp.N°4 u.später) hieß es “8000 Dörfer – 8000 Wälder“. Jetzt gilt der Aufruf “Jeder pflanze einen Baum, damit hilfst Du, die Entwaldung und damit das Vordringen der Wüste zu verringern !“ Also sind viele Fotos in den Zeitungen, wo Prominente “ihr“ Bäumchen pflanzen. Übrigens hat Japan (!) einen großen Betrag gespendet, mit dem systematische Bewaldungen finanziert werden. 

Weizenanbau fördern.(s.Pr.-Sp.N°30+31) Der Ministerrat hat beschlossen, 1,5 Mrd. FCFA ~ 2,3 Mio. Euro für die Erschließung weiterer mehrerer 1.000 ha im Gebiet Sourou aufzuwenden, und mit weiteren Mitteln die wissenschaftliche Begleitung sowie die Anschaffung neuer Ackerbau-Geräte zu unterstützen. 

ADSL. (s. div.Pr.-Sp.) Wer Internet kennt, weiß, dass es dadurch in einigen Anwendungs- bereichen deutlich schneller wird. ADSL ist jetzt auch in B.F. verfügbar. 

SIAO. (s.Pr.Sp.N°5+29) Die Internationale Kunsthandwerksmesse fand wieder, vom 27. bis 29. Oktober, in Ouagadougou statt.

Staatl.Einrichtungen. Sie sind durchaus noch nicht alle privatisiert und erzielten in 2005 Einnahmen in Höhe von 62,7 Mrd FCFA ~ 96 Mio. Euro.  Ministerpräsident  Ernest P. Yonli ermahnt die Verantwortlichen zu wirtschaftlicher Führung der Unternehmen.

Überschwemmungen in Ouagadougou. (s.Pr.-Sp.N°28) Bei den letzten Regenfällen sind Stadtteile von einem der nahen Stauseen überschwemmt worden. Erklärung: Man hat am oberen Ende des Beckens eine Straße gebaut, sodass das Wasser, wenn das Becken zu voll war, dorthin nicht mehr wie früher ablaufen konnte.

Norbert Zongo. (s.Pr.-Sp.N°18 u.weitere) Immer wieder wird öffentlich beklagt, dass keine definitive Gerichts-Entscheidung erfolgt sei. An dieser Klage beteiligen sich auch die Sankaristen, eine Gruppe, welche die Erinnerung an Thomas Sankara, den Staatspräsidenten vor Blaise Compaore, wach hält.

CILSS. (s.Pr.-Sp.4 u.weitere) (= Zwischenstaatl.Verband z. Kampf gg. Trockenheit u. Ver-Wüstung im Sahel, gegründet 1973) tagte wieder in Ouaga. Alle Bemühungen, das Vordringen der Wüste einzudämmen, müssen verstärkt werden.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes, und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) – unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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