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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

Dezember 2006 bis Februar 2007  -  im März 2007

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Klima-Erwärmung – und Landwirtschaft 
Parlaments-Wahlen 2007
Der Staatshaushalt 2007
Baumwolle 
 Gute Ernte in der Saison 2006 / 2007 
Arsen im Wasser von Brunnen 
Frauen
Kleinere Neuigkeiten des Tages


Klima-Erwärmung – und Landwirtschaft
Am 9. Februar fand wieder ein Nationaler Bauerntag (s.Pr.-Sp.N°16) statt. 1200 Bauern saßen dem Präsidenten Blaise Compaoré und dem Landwirtschafts-Minister gegenüber. Das zentrale Thema war die weltweite Klima-Erwärmung  -  und deren Folgen für die Landwirt-schaft in B.F. Denn es ist zu erwarten, dass die Wüste nun noch stärker und schneller vorrücken wird und die Verluste an landwirtschaftlich nutzbarem Land, bisher schon jährlich Tausende Hektar, zunehmen werden. Landwirtschaft umfasst in B.F. sowohl Ackerbau wie auch Holzwirtschaft und Viehzucht. CILSS (s.Pr.-Sp.N°4 u. weitere), FAO und andere Organisationen, auch die B.F.-Ökologen, haben sich gemeldet und warnen. Die Sünden der Vergangenheit, wie das Abholzen von Wald (anstatt neue Bäume zu pflanzen) u.a. für die Herstellung von Holzkohle, das Abweiden von Grasflächen durch das Vieh, falsche und schädliche Anbaumethoden, all das wird durch die Klima-Erwärmung noch ärgere Folgen haben als bisher, Stauseen (für bewässerten Ackerbau) werden austrocknen. Eindringlich ermahnten Präsident und Minister die versammelten Bauern, sich dessen bewusst zu sein und sich in ihren Vereinigungen über das richtige Verhalten und entspr. Maßnahmen zu beraten.


Parlaments-Wahlen 2007 (s.Pr.-Sp.N°23  “Bundestag“)
Diese Wahlen werden, ebenfalls alle 5 Jahre, am 6. Mai 2007 stattfinden. Der Ministerrat hat präzise Termine für die Revision der Wählerlisten, sowie für Beginn und Ende der Wahlkampagne festgelegt. Mit der CENI ( s. div. Pr.-Sp. ) will jetzt auch die CEPI ( = Kommission je Provinz – Freiwillige ) zusammenarbeiten. Und die Zeitungen sind voll von den Erklärungen der Kandidaten zu den Programmen ihrer Parteien. 
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Der Staatshaushalt 2007
2 0 0 5
2 0 0 6
2 0 0 7
Mrd. F CFA
~ Mio. Euro
 
Mrd. F CFA
~ Mio. Euro
Einnahmen
654,3
  997,4
818,3
1.247,4
Ausgaben
743,9
1.134,0
925,1
1.410,2
Defizit
  89,6
  136,6
106.8
   162,8
Die Zahlen des Jahres 2006 liegen mir leider nicht vor.
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Baumwolle (s.div. Pr.Sp .)
Obwohl die Ausbringung je Hektar ständig verbessert wird, und die qualitativ hochwertige Baumwolle aus B.F. sich gut auf dem Weltmarkt verkauft, machen die fallenden Preise mehr und mehr Sorgen. Bekam der Baumwoll-Bauer 2005 noch 210 FCFA  ~ 0,32 Euro je Kilo, so waren es 2006 nur 175 FCF, und für 2007 werden sogar nur noch 165 FCFA erwartet. Hierzu trägt auch der ungünstige Kurs Euro/Dollar bei. Unter diesem Preisverfall leiden nicht nur die Bauern, die ihre Investitionen verringern müssen, sondern auch alle Zulieferer, für z.B. Transport- und Ackerbau-Geräte. Ja, die Wirtschaft des ganzen Landes ist davon betroffen. Bisher hat die Baumwolle 60 % der Export-Einnahmen erbracht, und war mit 30 % am Brutto-Inlands-Produkt beteiligt. In einem “offenen Brief“ an die amerikanische Baumwoll-Lobby wird der Vorwurf wiederholt, dass deren Baumwoll-Bauern von der Regierung zu hohe Subventionen erhielten.
Der höhere Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen ( frzs. = OGM ) wird abermals befürwortet, denn außer Vorteilen wie z.B. höherer Hektarerträge, braucht man dadurch weniger Chemie, die bisher zur Bekämpfung von Schädlingen ( s.Pr.-Sp.N° 17 “die weiße Fliege, die ganze Felder leer frisst“ ) eingesetzt werden musste. Andere Länder, mit denen die B.F. Baumwolle auf dem Weltmarkt konkurrieren muss, setzen schon seit langem OGM ein.

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Gute Ernte in der Saison 2006 / 2007 
Obwohl der Regen zögerlich zu fallen begann, fiel er schließlich reichlich, und die Stauseen waren gut gefüllt. Die Gesamtzahlen der Ernte, ungefähr in der Höhe des letzten Jahres und daher mit reichlichen Überschüssen über den bekannten Bedarf, lassen erwarten, dass  die Ernährung der Bevölkerung für das Jahr gesichert ist.
Übrigens gibt es eine neue Einrichtung, mit einer Benennung, die wohl aus dem Englischen übernommen wurde : warrantage ( = als Pfand geben ). Was der Bauer in einer Getreidebank (s.Pr.-Sp.N° 5) eingelagert hat, kann er jetzt auch als Pfand für einen Kredit einsetzen. Diese Kredite, mit relativ kurzer Laufzeit, kann er für manche, oft dringend notwendige, Anschaffungen verwenden.
Im Zusammenhang mit der guten Ernte wird auch wieder ermahnt, dass sich die Bauern besser in ihren Genossenschaften organisieren müssen, um ihre Produkte zu günstigen Preisen verkaufen zu können, vor allem gegen die Konkurrenz ausländischer Getreide-Händler. 

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Arsen im Wasser von Brunnen
Von 1000 Brunnen einer Region mussten unlängst 150 geschlossen werden, weil sie das Gift Arsen ( ! ) enthalten. Dies führt zwar nicht zum Tode der Benutzer, aber bei einem Gehalt von mehr als 10 mg / Liter – wissenschaftliche Untersuchungen haben dies als kritische Grenze ergeben - zu vielerlei, oft nicht heilbaren, Erkrankungen : Haut-Pigmentierung an Händen und Füßen, Vergiftung der Leber, der Nieren, von Muskeln  -  ja selbst Krebs. Aber auch Pflanzen, die man damit gießt, erkranken. Wo kommt das Gift her ? In Spalten der unterirdischen Felsen ist es in geringen Mengen gelagert, und wird ausgespült von den Grundwasser-Strömungen, aus denen dann das Brunnenwasser gepumpt wird. Was ist zu tun ? Natürlich vor dem Bohren und vollständigen Ausbau eines Brunnens, Prüf-Bohrungen mit Analyse der Wasserqualität, die bisher nicht immer systematisch durchgeführt wurden. Denn abgesehen von der Gesundheits-Gefahr, kostet immerhin die Anlage eines Bohrbrunnens (mit Pumpe) 7 bis 10 Mio. FCFA ~10.000 bis 15.000 Euro. Hinzu kommt aber, dass sich die Beschaffenheit des Wassers auch verändern kann. Also  –  ständige Prüf-Messungen.

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Frauen
Im Pr.-Sp.N°1 1993 berichtete ich in  “Die Frau . . . ohne festen Wohnsitz“, dass die Deutung von Pag la Yiri (mooré) = “die Frau ist das Heim“ leider falsch sei. Zwar pflegt und schmückt sie das Haus, aber wenn sie Witwe oder geschieden wird, dann muss sie zu ihrer Familie zurückgehen. Sie kann nicht über Grund und Boden verfügen. Neue Gesetze hatten das geändert – aber . . .  Jetzt wird es anders als vor 10 oder 15 Jahren. In einigen Provinzen lassen sich die Frauen nicht mehr von der Familie des Mannes aus dem Haus vertreiben, “dessen berauben“ (wörtl. Übersetzung), zumal sie mehr und mehr zum Familien-Einkommen beitragen ( s.Pr.-Sp.N° 29  “Frauengruppen und Mehrzweck-Einrichtungen“ ), und damit aus dem alten Trott herauskommen. Die Stellung der Frau in Gesellschaft und Wirtschaft ist dabei, sich zu verändern. 

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Kleinere Neuigkeiten des Tages.· 
Samuel Yaméogo zum Neuen Jahr. Unser Samuel, der noch in der Emmanuel-Kirche in Ouagadougou tätig ist, erbittet Gottes Segen für das Neue Jahr.

Ouagadougou und FEME. Zu Neujahr besuchte und beglückwünschte die Stadt  die ansässigen religiösen Institutionen. Dazu gehörte auch die FEME, mit ihrem Präsidenten, dem Pastor Freeman Compaoré.

ONATEL, die bisher staatliche Gesellschaft für Telefon und Telekommunikation wurde jetzt zu 51 %, nämlich für 144,3 Mrd. FCFA ~220 Mio. Euro von der marokkanischen Tel.- Gesellschaft übernommen. 23 % verbleiben beim Staat B.F., die übrigen Anteile sind gestreut. Man verspricht sich von dieser Bildung einer regionalen Gesellschaft, dass sie die modernen Techniken in beiden Ländern erfolgreich weiter entwickelt.

Kartoffeln waren bisher im Sahel unbekannt. Jetzt wurde bei Dori ein 44 Hektar großes Feld, mit einer Bewässerungs-Einrichtung, angelegt, auf dem Saatkartoffeln erzeugt werden. Der Absatz ist gesichert, denn Bauernverbände haben ihr Interesse bekundet.

FESPACO.(s div .Pr.-Sp.) Wie alle 2 Jahre, werden Ende Februar wieder die Panafrikanischen Festspiele für Film und Fernsehen in Ouagadougou stattfinden. Thema : “Der afrikanische Film und die Vielfalt der Kulturen“.

Rod Wooko. (s.Pr.Sp.N°26 u.weitere) Die französische Entwicklungshilfe gab jetzt einen weiteren Teil-Kredit. Man erwartet, dass Anfang 2009 der Markt seinen Betrieb wieder aufnehmen kann.

Bisongo-Taxi. Mit diesen Wagen mit 4 Rädern und 20 Sitzplätzen, von einem Esel gezogen, werden Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren in Kindergärten oder Vorschulen gebracht, vor allem dort, wo die Entfernungen für die Kleinen zu groß sind (waren).

El. Strom auch nachts in Manga. Für diese Stadt, die bisher von Mitternacht bis 7 Uhr morgens keinen Strom und damit kein Licht hatte, richtet SONABEL diesen Service jetzt ein.

Norbert Zongo. (s.Pr.-Sp.N°18 u. weitere) Immer wieder wird öffentlich beklagt, dass keine definitive Gerichts-Entscheidung erfolgt sei. An dieser Klage beteiligen sich auch die Sankaristen, eine Gruppe, welche die Erinnerung an Thomas Sankara, den Staatspräsidenten vor Blaise Compaore, wach hält.

Bank-Karten für ganz Westafrika. Die Währungs- und Wirtschafts-Union führt jetzt eine Geldkarte ein, die in allen Ländern der Union verwendet werden kann.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes, und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) – unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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