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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

Februar 2007 bis April 2007  -  im Mai 2007

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Internationaler Tag der Frau – und Mädchen in der Schule
Schulen – Schulküchen – 10-Jahres-Plan
Nach der Schule . . .
Parlamentswahlen am 6.Mai 2007 
 Stauseen müssen auch erneuert werden 
Baumwolle 
Meningitis
Weitere Meldungen



Intern. Tag der Frau - und Mädchen in der Schule
Am 8. März wurde der Internationale Tag der Frau gefeiert. Aus den Berichten hier einige aktuelle Zahlen. Bei einem allg. “Einschulungs-Prozentsatz“ (Prozentsatz der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eingeschult werden können) 2004 bis 2006 von ca. 56 % liegt er für Jungen bei 62 %, für Mädchen bei 51 %. An den weiterführenden Schulen sind es 16 zu 10 Prozent. Bei den Erwachsenen sind 29 % der Männer “alphabetisiert“, gegen nur 12 % Frauen. Es wird auch erwähnt, dass von den 13 Gouverneuren 10 Männer und 3 Frauen sind (s.Pr.-Sp. N°30), bei den 34 Ministern 29 Männer und 5 Frauen, bei den 111 Abgeordneten 97 Männer und 14 Frauen.


Schulen - Schulküchen - 10-Jahres-Plan
(s. mehrere Pr.-Sp.) Eine amerikanische katholische Organisation, die bisher (seit 1962) in vielen Grundschulen die Schulküchen betrieb und finanzierte, erklärte, dass sie dies nur noch in einigen Provinzen leisten könne. Die für den 10-Jahresplan der Schulentwicklung zuständige Behörde löste daraufhin eine öffentliche Diskussion aus, in der auch der Aspekt  wesentlich ist, dass bis zum Jahr 2009 der “Einschulungs-Prozentsatz“ auf 70 % erhöht werden soll, ja bis 2015 auf 100 %. Und jede Grundschule soll / muss ihre Schulküche haben. Zuschüsse des Staates sind im 10-Jahres-Plan nur in geringem Umfang vorgesehen. Als generelle Lösung des Schulküchen-Problems ergab sich der Vorschlag, Betrieb und Finanzierung der Schulküchen, d.h. Einrichtung, Personal und Nahrungsmittel, den Gemeinschaften, d.h. den Eltern, zu übertragen. Für 1.596 Schulen, von 7.579 im ganzen Land, ist dies bereits realisiert. Aber allgemein, so wird gesagt, wird dies ein “Umdenken“ erfordern.
Was die erwähnte Erhöhung des “Einschulungs-Prozentsatzes“ anbetrifft, so gab es einige Probleme, die sich beim Bau neuer Schulen (s.Pr.-Sp.N°24) ergeben haben. Der Verband der Unternehmer musste die beteiligten Bau-Unternehmer vertreten, die über rückständige Zahlungen in Höhe von. 5 Mrd. F CFA ~ 7,6 Mio. Euro klagten. Dies wurde von der zuständigen Behörde erledigt. Die Bau-Unternehmen versprachen ihrerseits, Rückstände in Höhe von 2 Mrd. F CFA jetzt nachzuholen.

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Nach der Schule . . .
Die Jugend-Arbeitslosigkeit ist groß. Deshalb wird, vom “Wirtschafts- und Sozial-Rat“, in Abstimmung mit dem Präsidenten des Parlaments und dem Minister für Jugend und Beschäftigung, zum Eintritt in eine Gruppe von (ehrenamtlichen) Freiwilligen aufgerufen, die Schulabgänger beraten und ihnen helfen sollen, Eintritt in das Berufsleben zu finden. Nach einer Test-Phase in einigen Regionen soll ein förmlicher Verein gegründet werden. 
In diesem Zusammenhang ist der Hinweis des Parlament-Präsidenten wesentlich, dass durch Regierungs-Unterstützung in Viehzucht, Handel und Handwerk Mikro-Projekte gefördert werden, durch die auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Außerdem hat man erkannt, dass den Jugendlichen jegliche Kenntnis über das fehlt, was sie nach dem Schulabschluss erwartet. In den Jahrzehnten seit der Staatsgründung wurde dies bei der Entwicklung der Lehrpläne vernachlässigt. So wird dem Schul-Minister empfohlen, in den Lehrplan der Grundschule für die höheren Klassen auch Unterweisungen zu Wirtschaft, Berufsleben und Soziales aufzunehmen.

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Parlaments-Wahlen am 6. Mai 2007
(s.Pr.-Sp.N°23+34)  Wieder sind die Zeitungen voll davon. Mit mehr Aufwand als sonst werden die Wählerlisten, unter Aufsicht der CENI, überarbeitet und auf Vollständigkeit / Richtigkeit geprüft. 800.000 neue Wähler mussten erfasst werden. Die Presse wurde eingeladen, diese Arbeiten zu betrachten – und Fragen zu stellen. Die Parteien verbreiten in den Zeitungen und auf Versammlungen ihre Programme. Die Zeiten für Ansprachen im Rundfunk waren festgelegt. Alle Listen der Kandidaten von 48 Parteien wurden veröffentlicht. Lange Abhandlungen, von als qualifiziert bekannten Persönlichkeiten, erklären Funktion und Aufgaben des Parlaments. Ein großes Problem war, in welcher Reihenfolge und mit welchen Symbolen (logo) die Parteien auf den Wahlzetteln darzustellen sind, damit die Wähler, auch die Analphabeten, sie richtig erkennen. Alle festgesetzten Termine sind inzwischen abgelaufen. 4,5 Millionen Wählerkarten mussten verteilt werden.

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Stauseen müssen auch erneuert werden
Wir wissen, wozu sie dienen : in der Regenzeit füllen sie sich. Durch Kanäle werden Felder bewässert, das Vieh wird dort getränkt, und bei Dörfern ohne Brunnen holen die Frauen dort auch das Wasser.
Aber sie halten nicht ewig. Der Stausee bei Koumbri, Region Yatenga, 1957 erbaut, ist seit 2005 nur noch eine schlammige Pfütze. Also muss ein neuer her. Er soll natürlich auch wesentlich größer sein als der alte, und ein Komitee muss gebildet werden, in dem die verschiedenen Gruppen sich über die Benutzung abstimmen, vor allem die Bauern, die auf den Feldern, die um den Stausee herum angelegt wurden (und werden) Gemüse anbauen. Die Anlage dieses Gewässers kostet um 120 Mio. F CFA  ~ 183.000 Euro. Die Finanzierung der Bau-Arbeiten übernimmt die BAD ( = Afrikanische Entwicklungs-Bank), im Rahmen eines mehrjährigen Planes für die Anlage von Stauseen.

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Baumwolle
(s. div. Pr.- Sp.) Wirtschafts-Experten äußern sich und nennen die Entwicklung paradox. Um dem Preisverfall (s. hierzu Pr.-Sp.N° 34) entgegen zu wirken, müsste eigentlich die Produktion und damit das Angebot verringert werden. Dem steht aber entgegen, dass es auf dem Weltmarkt zu viele andere Anbieter gibt. So bleibt nur die Möglichkeit, noch mehr zu produzieren, um trotzdem, außer dem für den Lebensunterhalt der Familien notwendigen Einkommen, die benötigten Mittel für Samen, Dünger und die Betriebsgeräte zu erlangen. In der kommenden Ernte-Saison werden über 800.000 to erwartet, wieder eine erhebliche Steigerung der Produktion. Weitere Erhöhungen werden angestrebt. Und was kann die Regierung tun ? “Feuerwehr spielen“, sagen die Experten, d.h. die SOFITEX finanziell stützen, wozu auch die EU Hilfe angeboten hat. Außerdem soll, trotz der vielfach geäußerten Bedenken und Einwände, der Einsatz der Gen-Technologie gefördert werden. 

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Meningitis 
Wie jedes Jahr um diese Zeit, wütet wieder die Meningitis, auch in den Nachbar-Ländern. Bis zum 1 April sind im Lande 19.549 Fälle aufgetreten, mit 1.337 Todesfällen. Es gibt wirkungsvolle Impfstoffe, die aber möglichst vor der Erkrankung angewendet werden sollten. Deshalb hat man auch umfangreiche Impf-Kampagnen durchgeführt. Für alle betroffenen Gebiete kosten sie mehrere Milliarden F CFA (1 Mrd. F CFA ~ 1,5 Mio. Euro), und so waren dem B.F. Gesundheits- Minister auch wieder Hilfen ausländischer Geldgeber willkommen.

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Weitere Meldungen

SAAGA. (s. Pr.-Sp. N° 16 u. weitere) Angesichts der erwarteten zunehmenden Klimaprobleme und der bisherigen Erfolge betrachtet CILSS (s.Pr.-Sp. N° 4 u. weitere) die Erfahrungen, auch in anderen Sahel-Ländern. Vor allem die Wetter-Vorhersage soll zukünftig mehr für den rechtzeitigen und wirkungsvollen SAAGA-Einsatz ausgewertet werden.

Kampf gegen die Armut.(Frzs. = lutte contre la pauvreté). Dieser Begriff kommt in jeder Zeitung vor. Viele staatl. Maßnahmen, und auch die finanziellen Hilfen seitens anderer Länder (ich führe sie nicht im einzelnen auf), haben den Begriff als Untertitel.

Rod Wooko. (s.Pr.Sp.N°26 u. weitere) Der Bürgermeister von Ouagadougou hat jetzt auch mit der “Nationalen Vereinigung der Händler“ vereinbart, dass diese an allen Planungen und Aktivitäten zum Wiederaufbau beteiligt wird, der nunmehr in einigen Monaten beginnen soll.

Korruption. Immer wieder beklagen Vereine und Institutionen, dass es zu viel Korruption gäbe ( aber konkrete Beispiele / Fälle / Namen werden nicht genannt ).

Weltbank zu Zuwachsraten. Bei einer Tagung in B.F. nannte die Vertreterin der Weltbank Zahlen für B.F. : Wirtschaftswachstum bis 2000 pro Jahr  5 %, seitdem pro Jahr 6 %. Verringerung der Armut von 1998 bis 2006 10 bis 12 %. Ohne Zahlenangaben wurden positiv erwähnt das Schulwesen, auch die Gesundheit und der Straßenbau.

Fespaco. (s. div. Pr.-Sp.) Diese Festspiele, zu denen sich wie immer die (afrik.) “Film u. Fernseh Welt“ in Ouagadougou versammelte, waren wieder ein Erfolg, wenn auch Filme aus B.F. nicht zu den “Siegern“ gehörten.

Tag der Versöhnung.(s.Pr.-Sp.N°21+22). Zum ersten mal am 30 März 2001 begangen, heißt er jetzt “Tag der Vergebung“, und auch die FEME befasst sich damit.

Neues Malaria-Heilmittel. Wenn es auch noch nicht von den Gesundheits-Behörden “offiziell“ anerkannt (“patentiert“) ist, so wird es doch viel genommen. Es ist wirkungsvoll  -  und wesentlich billiger als die bisher bekannten Mittel.

Goldminen. (s. div. Pr.-Sp.) Eine musste geschlossen werden. Die von Hand gegrabenen Schächte und Gänge waren zu unsicher geworden. Eine andere hingegen wird von einer qualifizierten Unternehmung ausgebaut, mit moderner Minenbau-Technik.

Norbert Zongo. (s.Pr.-Sp.N°18 u. weitere) Immer wieder wird öffentlich beklagt, dass keine definitive Gerichts-Entscheidung erfolgt sei. An dieser Klage beteiligen sich auch die Sankaristen, eine Gruppe, welche die Erinnerung an Thomas Sankara, den Staatspräsidenten vor Blaise Compaore, wach hält. Als Partei beteiligen sich die Sankaristen jetzt auch am Wahlkampf für die Parlaments-Wahlen.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder.(s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes, und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) – unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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