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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

Mai bis Juni 2007  -  im August 2007

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

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Parlamentswahlen am 6. Mai 2007
Eine neue Goldmine
Schulen fehlen in Sanmatenga  -  und ein Hilfe-Programm
Baumwolle 
 Paprika  - und Tomaten
Weitere Meldungen


Parlamentswahlen am 6. Mai 2007
Zunächst vorweg : die Wahlen sind ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Wenige Tage vor dem Termin hat die CENI ( s.div. Pr.-Sp. ) bekannt gegeben, dass 3.800 inländische, 45 internationale Beobachter und 800 Presse-Leute in und vor den 12.605 Wahllokalen anwesend sein werden. Dazu fragt die Zeitung “Le Pays“, warum man denn noch ausländische Beobachter brauche. Die B.F. Demokratie ist reif genug. Die Parteien und pol. Organisationen haben sich jeglicher Gewalt, ob mit Worten oder physisch, enthalten.

Andere Zahlen sind bemerkenswert. Warum nur 4,5 Mio. Wahlberechtigte bei ca. 12.5 Mio. Einwohnern ? Weil das Volk von B.F. jung ist. Über 60 % sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Hierzu kommt, wie die Organisation “Afrikanisches Jugend-Netz“ beklagt, dass ca. 50 % der Wähler junge Leute sind, die sich aber ihrer politischen Bedeutung nicht bewusst sind und sich für Politik nicht interessieren. Sie holen ihre Wählerkarten nicht ab und nehmen an den Wahlen nicht teil. Dies solle / müsse geändert werden.

Anders äußert sich die Gruppe “Partnerschaft der Intellektuellen von B.F. für die Entwicklung“. Anlässlich der vierten Parlamentswahlen seit 1992 erklären sie, dass das Verhalten der für die Politik Verantwortlichen auch weiterhin die positive Entwicklung der Demokratie im Lande fördern wird.

Zu den Kosten der Wahlen : lt. CENI hat der Staat 6,8 Mrd. F CFA ~ 10,4 Mio. Euro aufgewendet. Subventionen in Höhe von 500 Mio. F CFA ~ 762.000. Euro erhielten die 47 ( ! ) Parteien und pol. Organisationen, die sich an der Wahl beteiligt haben, für ihre Aktivitäten vor den Wahlen. Zum Vergleich wird angemerkt, dass es in der E.U., mit 25 Ländern, nur 183 Parteien gibt. 3.748 Kandidaten hatten sich beworben.

Am 28. Mai hat der Präsident des Verfassungsrates die endgültigen Ergebnisse der Wahlen offiziell bekannt gegeben. Nur bei einigen wenigen Wahl-Lokalen mussten die Ergebnisse korrigiert oder für ungültig erklärt werden.

Die Partei “Kongress für Demokratie und Fortschritt“ ( s. div, Pr.-Sp. ) des Präsidenten, hat 73 der 111 Sitze des Parlaments erreicht. 12 andere Parteien sind in den übrigen 38 Sitzen vertreten. Die neu gebildete Regierung unter dem Ministerpräsidenten Tertius Zongo, der früher schon mehrere Ministerposten bekleidet hat und zuletzt Botschafter von B.F. in USA war, hat wieder 34 Minister, davon 5 Frauen.

2005 waren Präsidenten-Wahlen, 2006 Gemeinde-Wahlen. Nach den Parlaments-Wahlen 2007 gibt es eine Pause von mehreren Jahren bis zu den nächsten Wahlen.

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Eine neue Goldmine
(s. mehrere Pr.-Sp.) In Mana, Provinz Mouhoun, wird eine neue Goldmine gebaut, von der kanadischen Gesellschaft für Westafrikanische Gruben, nach mehreren Jahren umfassender und gründlicher Untersuchungen. In 8 Jahren sollen hier 31 to Gold gefördert werden. Die ersten Goldbarren werden für Januar 2008 erwartet. 35 Mrd. FCFA ~ 53 Mio. Euro müssen investiert werden, und 500 Arbeitsplätze entstehen. Ein bedeutendes Projekt für die Provinz, mehr aber für den Staat B.F, der, zumal er am Kapital der Minen-Gesellschaft beteiligt ist, erhebliche Einnahmen erwartet. Bei den Untersuchungen wurde auch beachtet, dass während, und nach der Aktivität, sich keine Umweltschäden ergeben. Ebenso sollen die bereits bestehenden anderen Goldgruben ausgebaut werden.

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Schulen fehlen in Sanmatenga  -  und ein Hilfe-Programm.
Vereine, und 300 Schüler, mahnen in einem Protestmarsch zum Sitz des Gouverneurs von Sanmatenga, dass in der Provinz immer noch Schulen fehlen. Die Hälfte der Kinder im Einschulungs-Alter könne keine Schule besuchen. Zahlen werden genannt : nur 51 % können eingeschult werden, von den Mädchen sogar nur 43 %. Auch ausgebildete Lehrer fehlen. In den Budgets der Provinz und der Gemeinden müssten die entspr. Beträge eingesetzt werden. Aus anderen Regionen werden Aufrufe, auch von Lehrern, gemeldet, mit dem Titel “Schulbildung für alle !“.

Es wird aber auch berichtet vom Programm “BRIGHT“ ( Übersetzung ungefähr = B.F. soll die Erfolgs-Chancen der Mädchen verbessern ) der USAID ( = US Agentur für internationale Entwicklung ), das seit Mitte 2006 den Bau von Schulen, und die Ausstattung mit Lehrern, finanziert. In Zusammenarbeit mit lokalen Vereinigungen, Gemeinden und dem Schul-Ministerium wurden von den 132 geplanten neuen Schulen bereits 111 errichtet. Vor allem sollen mindestens 85 % der schulpflichtigen Mädchen dadurch die Grundschule besuchen können. Für die neuen Schulen, die bereits in Betrieb sind und die demnächst alle 6 Klassen haben sollen, wurden 189 Lehrkräfte, davon 48 Frauen, eingestellt. Man zählt mehr Schülerinnen als Schüler in diesen Schulen.

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Baumwolle (s. div. Pr.- Sp.)
320.000 Familien, d.h. 4 Mio. Menschen, leben davon ( lt. aktuellen Berichten. Ich wiederhole nicht die vielen anderen Hinweise auf die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges für das Land ). Die Erlöse der Baumwollbauern sinken, und das Fallen der Weltmarktpreise wird für sie verstärkt durch den Wechselkurs Euro-Dollar  –  und der F CFA hat (s. Pr.-Sp. N° 21 ) einen festen Kurs zum Euro. Hinzu kommt, dass jetzt auch noch die Preise für den Einkauf von Samen, spez. Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ( s. Pr.-Sp. N° 14 und 17, die “weiße Fliege“ ) steigen. Deshalb denken viele Bauern daran, die Baumwolle aufzugeben und auf ihrem Land die in B.F. üblichen landw. Produkte anzubauen.

Bedeutende Unterstützungen werden gemeldet. Die Regierung gibt eine Subvention von 3 Mrd. F CFA ~ 4,6 Mio. Euro, und die verarbeitenden Firmen ( SOFITEX usw. ) übernehmen die Mehrwert-Steuer auf die Preise der Einkäufe (s.o.) in Höhe von 3,4 Mrd. F CFA ~ 5,2 Mio. Euro. Die Banken verringern ihre Zinsen für Kredite an die Baumwoll-Wirtschaft um 0,5 %. Daraus ergibt sich eine “Hilfe“ von insgesamt 7,5 Mrd. F CFA ~ 11,4 Mio. Euro. Außerdem wird wieder der Einsatz der Gen-Technik empfohlen, weil dadurch bei den teuren Pflanzenschutzmitteln gespart werden kann.

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Paprika – und Tomaten
Die Gemahlin des Präsidenten, Chantal Compaoré, engagiert sich für den Anbau von Paprika, neu für B.F. Nahrungsmittel-Industrie und Pharmazie werden es gerne abnehmen. Hier könnten sich vor allem Frauen zusätzliches Einkommen verschaffen, indem sie Paprika in “ihren“ Grundstücken anbauen. Das ist ein Beitrag zum “Kampf gegen die Armut“. Die Präsidenten-Frau weiß auch, dass man rechtzeitig dafür sorgen muss, dass die Absatzwege gut organisiert sind. 
Hier soll nicht das passieren, was dem Tomaten-Anbau, den es auch noch nicht lange gibt, in diesem Jahr widerfahren ist. Weil das Vertriebs-Netz, sowohl im Inland wie in die Nachbarländer, (noch) nicht gut organisiert ist, konnte ein großer Teil der 60.000 to Tomaten, die geerntet worden waren, nicht verkauft werden und verfaulte in den Lagern. Hier ist der Bauernverband von B.F. ( s. div. Pr.-Sp. ) zur Aktivität aufgefordert.

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Weitere Meldungen

Traditionelle Medizin. (s. Pr.-Sp. N° 13) Die “Afrikanische Gesellschaft für geistiges Eigentum“, tätig in 16 afrikanischen Ländern, ruft dazu auf, die Liste der traditionellen Heilmittel zu schützen und auszuwerten, denn auch hier wird geforscht und weiter entwickelt. Und diese Entwicklungen sowie die Verarbeitung von gesammelten und importierten Heilpflanzen, könnten / sollten auch industriell umgesetzt werden.

Étienne Bazié bei Tertius Zongo. Der neue Ministerpräsident lud auch die leitenden Personen der Religionen (Katholiken, Muslime, Evangelische) zu einem Kontakt-Gespräch ein. Für die ev. Kirche war es der uns gut bekannte Étienne Bazié.

Rod Wooko. Nach der Finanzierungs-Zusage der frzs. Entwicklungshilfe ( s. Pr.-Sp.N° 34 ) werden jetzt in einer Ausschreibung die entspr. Firmen eingeladen, konkrete Angebote für die Arbeiten (Bau, Elektrizität, Telefon, Feuerschutz usw.) vorzulegen.

Schüler und Lehrer werden belohnt. ( s.Pr.Sp.N°33 ) Wieder wurden Schüler von Grund- und weiterführenden Schulen für besonders gute Abschlüsse, und deren Lehrer, öffentlich gelobt und belohnt, diesmal in Namentenga vom Schul-Minister. Auch in anderen Regionen befassen sich zunehmend Gouverneure mit der Belohnung und Auszeichnung von Schülern, besonders der Grundschulen, für sehr gute Abschluss-Zeugnisse.

FAO unterstützt Landwirtschaft. Die FAO (Org. der U.N. für Ernährung und Landwirtschaft) gibt eine Hilfe von 2,5 Mrd. F CFA ~ 5,8 Mio. Euro zum Ausbau von Bewässerungs-Anlagen, vor allem in klimatisch unsicheren Gebieten, und zur Beschaffung besserer Samen für den Weizen-Anbau im Souhou. ( s. Pr.-Sp. N°30 ). 

Chinesische Waren in B.F.. Die chinesische Firma Tianshi lässt 3000 Burkinabé ihre Produkte im Lande vertreiben. Es sind med. Mittel für Entziehung und Immunisierung, Nährmittel, und schließlich Schönheitsmittel. Die erfolgreichsten Händler erhielten bei einer Tagung Preise. Die Gesellschaft unterstützt auch Waisenkinder.

Norbert Zongo. (s.Pr.-Sp.N°18 u. weitere) Immer wieder wird öffentlich beklagt, dass keine definitive Gerichts-Entscheidung erfolgt sei. An dieser Klage beteiligen sich auch die Sankaristen, eine Gruppe, welche die Erinnerung an Thomas Sankara, den Staatspräsidenten vor Blaise Compaore, wach hält. Als Partei beteiligten sich die Sankaristen auch am Wahlkampf für die Parlaments-Wahlen.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes, und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS) – unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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