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Burkina Faso - Pressespiegel
" Was  sich  so  tut  im  Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen  und  bearbeitet  von  DIETER  BÖCKMANN,  Steinenbronn, Mitglied der Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.

Juli bis Oktober 2007  -  im November 2007

Bitte beachten Sie das Impressum und Hinweise am Ende der Seite.

Themen (zur Auswahl Pfeil anklicken)
Der Regen 
Baumwolle - und Bio-Baumwolle
20 Jahre Blaise Compaoré
Rod Wooko  -  jetzt hat der Aufbau begonnen 
 Solarstrom
Schulbücher umsonst – und Schüler-Belobigungen 
Volkszählung : B.F. hat fast 14 Mio. Einwohner
Weitere Meldungen


Der Regen 
Der jährliche Regen, in B.F. “Winter“ genannt, war dieses Jahr, von Juli bis September, sehr unregelmäßig. Wir haben schon davon lesen können. In einigen Landesteilen kam er zu spät, sodass schon Befürchtungen geäußert wurden. Da wurden sogar Tier-Opfer gebracht, von Naturgläubigen, um die “höheren Mächte“ günstig zu stimmen. Es wurden aber auch mehrmals Katastrophen gemeldet: dort kamen derartige Wassermassen herunter, dass bei Überschwemmungen   -  so etwas hat es noch nie gegeben  -   ganze Dörfer weggeschwemmt wurden, auch die Felder und Bewässerungs-Anlagen, und mehrfach Teile von Straßen. Stauteiche liefen über, Brücken waren längere Zeit nicht passierbar  -  und es gab zehntausende Obdachlose. Während der Regen in vielen Gebieten “normal“ fiel, regnete es in anderen zu wenig oder gar nicht  -  und allgemein hörte der “Winter“ zu früh auf.
( Anmerkung des Redakteurs : vor 20 Jahren lernte ich Samuel Yaméogo kennen. Damals war der Regen ganz ausgefallen, und eine Hungersnot stand bevor ).
Wie diesmal die Ernte sein wird, kann man jetzt noch nicht sagen. 

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Baumwolle (s. div. Pr.-Sp.) und Bio-Baumwolle
320.000 Familien, d.h. 4 Mio. Menschen, leben davon (Ich wiederhole nicht die vielen anderen Hinweise auf die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges für das Land). Die Sorgen nehmen zu, die Erlöse auf dem Weltmarkt sinken weiter, während die Preise für Samen, spez. Düngemittel und Pflanzenschutzmittel steigen. Obwohl Banken und internationale. Organisationen weiterhin mit Subventionen und Krediten helfen, denken viele Baumwollbauern daran, auf andere landw. Produkte umzustellen. 
Da gibt ein neues Produkt Anlass zu Hoffnungen  -  die sog. Biologische Baumwolle. Was ist das? Sie muss ohne Schädlingsbekämpfungsmittel angebaut werden, muss von Hand geerntet werden, und auch das Produkt darf nicht mit Chemie (vor allem Chlor, oder Schwermetallen) in Berührung kommen. Der Verband der Baumwoll-Bauern konnte mehrjährige Lieferverträge abschließen mit bedeutenden Firmen mehrerer Länder, die weltweit daraus Stoff für Unterwäsche, Sporthemden usw. herstellen und Sportartikelfirmen, u.a. uns bekannte, wie Nike und Adidas, beliefern. Auch die Umwelt-Freundlichkeit dieses Produktes wird betont. Zwar sind es bis jetzt nur einige hundert to Baumwolle, die unter diesen Bedingungen hergestellt werden, aber die genannten Lieferverträge werden bald zur Ausweitung des Marktes für dieses Spezialprodukt führen.

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20 Jahre Blaise Compaoré
Seit dem 15. Oktober 1987 ist Blaise Compaoré Präsident von Burkina Faso (s.Pr.-Sp.N°1 u. viele andere). In einer mehrtägigen Veranstaltung, an der die Präsidenten der afrikanischen Staaten und Vertreter vieler Länder teilnahmen, die in ständigem Kontakt (auch mit vielen Hilfs-Programmen) mit dem Lande stehen, wurde dieses Ereignis gefeiert. Ebenso fanden Vereinigungen der Presse und anderer Institutionen statt. In den Redetexten und Kommentaren kann man lesen:

“20 Jahre Wiederaufblühen (wörtl. Übersetzung von renaissance = Wiedergeburt) der Demokratie mit demokratischem Pluralismus, der also auch Opposition zulässt.“ - “Ein Land, das einig, stabil und friedlich ist.“ - “Die Verfassung von 1991 ist die Grundlage davon.“ - “Eine vernünftige Wirtschaftspolitik.“ – “Eine moderne und solidarische Gesellschaft.“ - “Die individuellen und gemeinschaftlichen Freiheiten sind gewährleistet.“ - “Ein Land, das in der internationalen Szene anerkannt ist, auch mit seinem Beitrag zum Frieden auf dem Kontinent.“

Wir wissen, dass seit 1991 in B.F. regelmäßig Kommunal-, Parlaments- und Präsidenten-Wahlen stattfinden. Es sei erwähnt, dass auch die Anhänger von Thomas Sankara (s.versch. Pr.-Sp.) des Staatspräsidenten vor Blaise Compaore, sich zu Gedenk-Veranstaltungen versammelt haben.

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Rod Wooko – jetzt hat der Aufbau begonnen
(s.Pr.-Sp.N° 26, 30, u. ab 34) Ende August ds. Js., also 4 Jahre nach der Katastrophe, hat die beauftragte Baufirma mit den Arbeiten begonnen. Es ist geplant, dass sie in 18 Monaten, also Anfang 2009, abgeschlossen sein werden, sodass dann dieser Markt wieder eröffnet werden kann. Die Finanzierung von 3.4 Mrd. F CFA ~ 5.2 Mio. Euro ( 60 % gespendet, 40 % Kredite ) ist gesichert. 2,5 Mrd. F CFA wird der eigentliche Bau kosten, der Rest wird für die Einrichtung der Umgebung benötigt. Die Stadt hat ein Komitee gebildet, das den ordentlichen Ablauf der Arbeiten überwachen und, zusammen mit den Händler-Vereinigungen, dann die Einrichtung und Verteilung der Verkaufsstände steuern soll.

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Solarstrom
(s.Pr.-Sp. 4+17) Heute wissen wir, dass es Rohstoffe für die Energieerzeugung gibt, die irgendwann einmal verbraucht sein werden (Kohle, Öl, Uran), aber auch "erneuerbare“. Einer muss gar nicht erneuert werden, denn er ist (fast) immer verfügbar, vor allem in Afrika, nämlich die Sonne ! Dass die Photovoltaik-Einrichtungen teuer sind und spezielle technische Kenntnisse für Installation und Wartung erfordern, und dass diese Form der Energie-Versorgung deshalb in B.F. bisher nicht genutzt wird (wurde), wissen wir auch. Aber jetzt haben sich Organisationen gebildet, deren Aktivitäten mit den Gemeinden abgestimmt sind. Sie liefern die Einrichtungen, die auf dem Dach montiert werden, mit den Leitungen, und haben auch den/die dafür ausgebildeten Techniker. Die Verbraucher – je mehr in einer Gemeinde, umso besser – zahlen eine feste "Miete“ an den Verein, die billiger ist als der Strom von der SONABEL, der staatl. Elektrizitäts-Gesellschaft. Mit dieser haben die Solarstrom-Organisationen entspr. Vereinbarungen getroffen. 

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Schulbücher umsonst – und Schüler-Belobigungen 
Aktuelle Meldung : Unter dem Ministerpräsidenten Tertius Zongo hat die Regierung beschlossen, zum diesjährigen Schulanfang die Schulbücher, für alle Schulen des Landes, umsonst zu verteilen. Es sind 3 ½ Mio. Bücher, zu einem Wert von 1.5 Mrd. F CFA ~ 2.3 Mio. Euro. Buchhändler beklagen sich, jedoch hält sich ihr Schaden in Grenzen, weil wohlhabende Eltern die Schulbücher schon gekauft hatten. Aber für die ärmeren Schichten war das immer ein Problem. Das erklärt u.a. der Leiter der evangelischen Emmanuel-Schule in Ouagadougou  -  denn auch die ev. Schulen bekommen diese Schulbücher vom Staat. 
Die öffentliche Belobigung und Belohnung von Schülern (s.Pr.-Sp.N°34+36) für besonders gute Abschluss-Zeugnisse an Grund- und weiterführenden Schulen – und deren Lehrern, gibt es jetzt in fast allen ( ! ) Schulen des Landes. Alle Zeitungen berichten darüber. Höhere Persönlichkeiten, wie Gouverneure, Bürgermeister, ja sogar Minister, treten da auf. 
Bei diesen Aktionen wird immer wieder die Bedeutung guter Schulabschlüsse, und der Schulbildung überhaupt, für die Zukunft der Kinder und die Entwicklung des Landes, nachdrücklich betont. Dies alles sind Beiträge zum "Kampf gegen die Armut“ (s.Pr.-Sp.N 35 ).

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Volkszählung – B.F. hat fast 14 Millionen Einwohner
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung von 2006 hat B.F. 13.730.258 Einwohner (die Kommentare zu den Wahlen, s.Pr.-Sp 36, müssen etwas korrigiert werden ). 7,1 Mio. = 51,7 % sind Frauen, 6,6 Mio. = 48,3 % Männer. Durch Vergleiche mit früheren Volkszählungen ergibt sich ein jährlicher Zuwachs von ca. 350.000 Einwohnern. Während fast 80 % der Bevölkerung auf dem Lande leben, wohnen 20 % der Einwohner in den Städten. Eine weitere Zunahme der “Verstädterung“ wird für die nächsten Jahre erwartet.

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Weitere Meldungen

Bauern können ihren Absatz besser organisieren.(s. Pr.-Sp. N°34) Aus 13 Regionen von B.F. waren die Vertreter der Landwirtschaftskammern 3 Tage lang versammelt. Sie lernten von Experten, wie mit Hilfe von Internet (s. mehrere Pr.-Sp.) der regionale Handel, d.h. auch mit den Nachbarländern, verbessert werden kann. Hierzu sind mit "tradenet" von einer Organisation Informations-Zentralen eingerichtet worden.

Unruhen in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste). (s.div.Pr.Sp.). Sie dauern immer noch an im Nachbarland. Jetzt kam der Chef des Atlantik-Hafens Abidjan nach B.F., um für die Benutzung seines Hafens zu werben, denn mehr und mehr finden Ex- und Import den Weg über den Hafen von Lomé (über Ghana nach Togo), obwohl der Weg dorthin von Ouagadougou 1000 km (Straße, keine Bahnlinie !) länger ist.

Billige Sozialwohnungen. Die Regierung hat ein Programm aufgelegt, mit dem in den Städten (siehe auch in “Volkszählung . . . zunehmende Verstädterung“) 10.000 Häuser mit günstigen Mieten, für Berufstätige mit Monatseinkommen unter 100.000 F CFA ~152 Euro, gebaut werden sollen. Die ersten 154 werden jetzt in Ouagadougou gebaut

Wiederaufforstung. (s. Pr.-Sp. N°4 u. weitere) Gemeinden, Schulen, Vereine, einzelne Gruppen pflanzen Zehntausende junge Bäume, weil das Land Wald braucht. Alle sind mit Begeisterung dabei. Aber die Frage wird auch gestellt: werden die Bäumchen, und das ist über längere Zeit erforderlich, von den Gruppen mit ebenso viel Eifer gepflegt, begossen usw. ?

Benzin auch in B.F. teurer. Der Preis des Liters Super ist von 612 auf 705 F CFA ~ 1,07 Euro gestiegen, das sind 93 F CFA ~ 14 Cent mehr. Die Gewerkschaften, rufen, wie schon öfter, den Staat wieder auf, für eine Reduktion zu sorgen.

Norbert Zongo. (s.Pr.-Sp.N°18 u. weitere) Immer wieder wird öffentlich beklagt, dass keine definitive Gerichts-Entscheidung erfolgt sei.

AIDS (frzs. = SIDA) und Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS). Unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
 
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung). 
- Verweise auf frühere Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen sich Burkinabé. Diesen Begriff  verwende ich öfter. 
- Für Ouagadougou verwende ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen, aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
  bzw. deren Übersetzungen, sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
  lesen möchte . . . 
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
Redakteur:
 Dieter Böckmann, Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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