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Burkina Faso - Pressespiegel
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| " Was sich so tut
im Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen
und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen und bearbeitet
von DIETER BÖCKMANN, Steinenbronn, Mitglied der
Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.
Oktober 2007 bis Januar
2008 - im Februar 2008 |
Bitte beachten Sie das Impressum
und Hinweise am Ende der Seite.
Themen (zur Auswahl
Pfeil anklicken):
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Die Ernte |
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Baumwolle |
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Viehzucht – Viehwirtschaft
- Hirten |
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Der Staatshaushalt 2008 |
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Bewässerte Landwirtschaft |
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Weitere Meldungen |
Die Ernte
Mit 3.736 Mio. to, d.h. 2
%
Zuwachs im Vergleich zum vorigen Jahr, liegt sie um ca. 777.000 to über
dem jährlichen Bedarf. Die Ernährung des Landes bis zur nächsten
Ernte ist also gesichert. Hilfen aus dem Ausland werden nicht notwendig
sein. Die Nachricht eines solchen Ernte-Überschusses war eine Überraschung
wegen der Unregelmäßigkeit des Regens (s.Pr.Sp.N°37).
Vielfach hatte es Überschwemmungen gegeben, in anderen Landesteilen
hatte es zu wenig oder zu spät oder gar nicht geregnet. Hier das Zitat
eines Bauern : “Meine Felder mit Hirse und Mais sind trocken geblieben,
die Pflanzen tragen keine Früchte. Ich weiß nicht, wie ich meine
Familie ernähren soll“.
Die Ernte-Ergebnisse waren
regional sehr unterschiedlich. Und hier sah man sich vor neuen Problemen.
Die notwendigen Transporte zur Verteilung der Überschüsse in
die Landesteile mit Ernte-Defizit waren behindert, auch die Belieferung
der Sicherheits-Bestände und der Getreidebanken, und schließlich
auch der Verkauf. Denn die vielen Brücken und Straßen, die der
Regen beschädigt hatte, waren noch lange nicht alle repariert und
wieder befahrbar. Warum ? Zwar waren die Arbeiten im Gange, aber teils
hielten die Baufirmen die vereinbarten Termine nicht ein, teils war das
verantwortliche Ministerium mit den Zahlungen im Rückstand, zumal
häufig zu geringe Kosten kalkuliert worden waren. Der Minister reiste
im Land umher, um die Zustände zu besichtigen und Abhilfe zu schaffen.
Jetzt denkt er auch an eine generelle Erhöhung des Budgets für
Bau und Unterhaltung des Straßennetzes. Siehe auch in “Weitere
Meldungen“ den Abschnitt “Straßenbau“.
Die Preise : die Regierung
hat Maßnahmen eingeleitet, um Preis-Spekulationen, die zu befürchten
(und z.T. bereits eingetreten) sind, zu vermeiden. Es wurden höhere
Sicherheitsbestände angelegt. “Die Regierung“, sagt der Landwirtschafts-Minister,
“wird dafür sorgen, dass die Preise so bleiben, dass die Verbraucher
sie bezahlen können.“ Im Parlament wurden entsprechende Beschlüsse
gefasst.
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Baumwolle
Ein anderer Aspekt : die hohe
Getreide-Ernte erklärt sich auch dadurch, dass die mit Baumwolle bepflanzte
Fläche reduziert und dort Getreide angebaut wurde. Dadurch ist aber
auch die Baumwoll-Ernte um ca. 40 % von 760.000 to im letzten Jahr auf
525.700 to gefallen. Wegen der Abhängigkeit vom Kurs Dollar / Euro
(s.Pr.Sp.N°36)
denkt man an eine Änderung des Kurses F CFA zu Euro -
aber das würde wohl nur mit Zustimmung der EU möglich sein.
Weiterhin wird der Einsatz
von Gentechnik (s.Pr.Sp.ab N°27) gefordert und gefördert,
um die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern. Und Vertreter der Sofitex
(Baumwoll-Gesellschaft) bemühen sich, die Bauern zur Fortführung
des Baumwoll-Anbaus zu ermutigen. Auch stellt die UEMOA (West-afrik. Wirtschafts-u.
Finanz-Union) neue finanzielle Hilfen in Aussicht.
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Viehzucht
– Viehwirtschaft - Hirten (s.Pr.-Sp.N°30)
Die Landwirtschaft von B.F.
besteht nicht nur aus Ackerbau. Vielmehr ist die Vieh-Wirtschaft auch eine
wesentliche Aktivität. Sie erbringt 12 % des Brutto-Inl.-Produkts,
20 % der Export-Einnahmen und 26 % der Einkünfte der landw. Bevölkerung.
Hier nochmals einige aktuelle Zahlen : 7,6 Mio. Rinder, 7,1 Mio. Schafe,
10,6 Mio. Ziegen, 32,5 Mio. Geflügel. Die Viehwirtschaft “wandert“
meistens, und wird von den Stämmen der Peulh und der Touareg betrieben.
Wie der zuständige Minister erklärt, könnte/sollte die Produktivität
deutlich größer werden, z.B. der Milchwirtschaft, denn in 2004
wurden noch für 4,2 Mrd. F CFA ~ 6,4 Mio. Euro Milch und Milchprodukte
(Milchpulver, Frischmilch, Yoghurt, Käse ...) importiert. Die Vieh-Wirte
werden auch zu wenig an den örtlichen finanziellen Aktivitäten
beteiligt. Und es gibt immer wieder Streit mit den Ackerbauern. Hier könnte
/ sollte der Staat durch entspr. Regelungen / Förderungen viel verbessern
: Mehr Tierärzte, den Handel mit Heilmitteln für Tiere nicht
mehr illegalen Gruppen überlassen, Schulung der Viehwirte z.B. in
Umweltbewusstsein, Bildung von Gruppen, mehr Schulen für Hirten-Kinder
(s.Pr.Sp.N°28),
und der Zugang zur Finanzierung durch Bankkredite. Tiere werden schon exportiert,
(s.Pr.Sp.N°10),
aber die Einrichtung von Gefrier-Einrichtungen könnte den Handel mit
Fleisch, und dessen Export, bedeutend erhöhen.
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Der Staatshaushalt
2008
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2 0 0 7
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2 0 0 8
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| |
Mrd. F CFA |
~Mio. Euro |
Mrd. FCFA |
~Mio.Euro |
| Einnahmen |
818,3
|
1.247,4
|
869,7
|
1.325,8
|
| Ausgaben |
925,1
|
1.410,2
|
984,2
|
1.500,3
|
| Defizit |
106.8
|
162,8
|
114,5
|
174,5
|
95 % der Parlaments-Abgeordneten
stimmten der Regierungsvorlage zu.
Details der Einnahmen
und Ausgaben liegen mir nicht vor.
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Bewässerte
Landwirtschaft
(s.Pr.Sp.N°26)
Die Erfahrungen mit dem unregelmäßigen Regen haben mit dazu
beigetragen, dass man sich mehr mit der “bewässerten Landwirtschaft“
befasst. FAO (Agrar-Organisation der UN), zwei zur Hilfe bereite Länder
und der zuständige Minister haben bei einem Treffen vereinbart, dass
in den Landesteilen, die besonders von Trockenheit bedroht sind, mehr Bewässerungs-Anlagen
eingerichtet werden sollen. “Wirtschaftlich, selbstverwaltet und dauerhaft“
sollen sie sein. Kanäle führen von Flüssen und Stauseen
zu den Ackerflächen. Die FAO übernimmt die technische Leitung
des Projektes. 2.774 Mrd. F CFA ~ 4.2 Mio. Euro sind geplant. Die Länder
Spanien und Venezuela übernehmen den größten Teil davon,
nämlich 2.120 Mrd. F CFA, den geringeren Teil Burkina Faso und die
beteiligten Regionen selbst. 2.000 Familien werden dadurch bedeutend höhere
und sichere Einnahmen haben. Es wird genau ausgerechnet, wie viel das pro
Familie und Jahr ausmachen wird.
In diesem Zusammenhang ist
auch zu berichten, dass in den letzten Jahren die Regierung die Installation
von 5.000 Hand-Pumpen und 9.400 Motorpumpen finanziert hat, wodurch die
bewässerten Flächen in den geförderten Gebieten von 678
Hektar auf 14.424 ha erhöht werden konnten - und damit
auch die entspr. Einkommen der Bevölkerung. Es wird auch berichtet,
dass vielfach Frauen-Gruppen sich auf die Unterhaltung der Technik dieser
Pump-Anlagen spezialisiert haben (s.Pr.-Sp.N°29). Alle diese
Aktivitäten gehören auch zum “Kampf gegen die Armut“.
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Weitere Meldungen
Informationen über
das Land im INTERNET. Dies ist ein Hinweis für diejenigen, die
“im Internet sind“. In google.de / Wikipedia können Sie auf deutsch
(!) fast alles über das Land lesen - in google.fr / Wikipedia
natürlich auch auf französisch.. - Im Internet Explorer
eingeben http://www.google.de/ (oder .fr/), dann als Suchwort (!) Burkina
Faso. Die Mitteilungen werden offenbar ständig aktualisiert.
Straßenbau. Der
“Welt-Straßenbau“ hat auf einem Kongress neue Techniken und Materialien
beim Straßenbau, besonders in Entwicklungsländern, vorgestellt.
Das Komitee, das aus Burkina Faso an dem Kongress teilgenommen hatte, stellte
diese Neuerungen bei einem Treffen von Verantwortlichen des Landes für
Straßenbau und Transportwesen vor.
Gegen Blindheit. Finanziell
unterstützt von der Islamischen Entwicklungsbank mit 25 Mio. F CFA
~ 38.000 Euro bieten das Gesundheitsministerium und das Rote Kreuz von
B.F. kostenlose Operationen gegen den grauen Star an. Es sind meist ältere
Leute, bei denen die Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird.
Schüler fördern
und loben. (s.div.Pr.Sp
). Nicht nur Schulbücher gab es umsonst. In ärmeren Bereichen
wurden ganze sog. “kits“, d.h. alles, was ein Schulanfänger so braucht,
verteilt, meistens von Bürgermeistern oder anderen höheren Persönlichkeiten.
Und die Zeitungen melden ständig öfftl. Belobigungen von guten
Schülern. In einer Grundschule mit der landesweit größten
Zahl sehr guter Abschluss-Ergebnisse hat sogar die Schulministerin persönlich
die Preise verteilt. Übrigens erhalten nicht nur die Schüler,
sondern auch die Lehrer erfolgreicher Schulen Belobigungen und Preise.
Bienenzucht. APIL (=
Aktion zur Förderung lokaler Initiativen) fördert, als Teil des
“Kampfes gegen die Armut“ (s.Pr.Sp.N°35) erfolgreich die Bienenzucht
und die Honiggewinnung im Centre Nord, mit Bienenstöcken, die z.T.
auch beweglich sind. 2007 wurden 5,5 to Honig gewonnen und verkauft.
Burkina Faso im UN Sicherheitsrat.
Für 2008 und 2009 wurde B.F. zu einem der 10 nicht-ständigen
Mitglieder berufen. Dies ist für das Land und seinen Präsidenten
eine bedeutende Anerkennung der Bemühungen um Frieden und Ausgleich
in Afrika, besonders im Bereich West-Afrika südlich der Sahara.
Entbindungsheim in Ouagadougou.
Im Sektor 19 (50.000 Einwohner) wurde eine Entbindungsanstalt gebaut. Die
Kosten von 158 Mio. F CFA ~ 241.000 Euro hat zum großen Teil die
internationale “Vereinigung der francophonen Mütter“ übernommen
Industrie. (s.Pr.-Sp.N°21+22)
Über 80 % des Volkes leben von der Landwirtschaft, die übrigen
von Verwaltung, Ausbildung, Handel usw., nur wenige in und von Industrie,
weil es nur wenige bedeutende Industriebetriebe gibt (z.B. Zweirad-Herstellung).
Um dies zu verbessern, gibt es Verhandlungen mit der E.U. und der WTO (frzs.
OMC) = Welt-Handels-Organisation der UN. Jedoch sind hier Veränderungen
z.Zt. nicht zu erwarten.
AIDS (frzs. = SIDA) und
Waisenkinder. (s.div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders
in B.F. eine Volksseuche. In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen
über Kongresse und andere Veranstaltungen, sowie Bemühungen des
staatl. Gesundheitsdienstes und der WHO (World Health Organisation, frzs.
= OMS). Unlängst wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur
Bekämpfung und Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über
Heilungsmöglichkeiten und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen
auch viel über die zunehmende Zahl von Waisenkindern.
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA
in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung).
- Verweise auf frühere
Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen
sich Burkinabé. Diesen Begriff verwende ich öfter.
- Für Ouagadougou verwende
ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen,
aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
bzw. deren Übersetzungen,
sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind
z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen
verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
lesen möchte .
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
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Redakteur:
Dieter Böckmann,
Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft
mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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