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Burkina Faso - Pressespiegel
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| " Was sich so tut
im Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen
und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen und bearbeitet
von DIETER BÖCKMANN, Steinenbronn, Mitglied der
Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.
Mai bis Juli 2008
- im August 2008 |
Bitte beachten Sie das Impressum
und Hinweise am Ende der Seite.
Themen (zur Auswahl
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Das “teure Leben“ |
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Mehr Reis-Anbau im Lande |
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Der Regen -
und Malaria |
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Mango-Bauern lernen dazu |
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Weitere Meldungen |
Das “teure
Leben“
(s. Pr.-Sp.N°39)
Ständig wechseln die Preise auf den Etiketten der Händler, und
das Murren über das “teure Leben“ (wörtl. Übersetzung)
wird immer lauter, auch über die unzulänglichen Maßnamen
der Regierung, die doch das gegenwärtige Leben der Bevölkerung,
und dessen Zukunft, sichern sollte. Ein “Bund gegen das teure Leben“, den
mehrere gesellschaftliche Organisationen und die Gewerkschaften gebildet
haben, hat einen Protestmarsch veranstaltet, der durch ganz Ouagadougou
ging, wobei Frauen auf leere Kochtöpfe trommelten. “Die Preise für
Mais, Hirse und Reis sind nicht niedriger geworden, sondern sie steigen
immer weiter – und wir haben Hunger!“. Hinzu kommen Vorwürfe wegen
Betrug, Korruption und Spekulation. Dann veranstalteten die Gewerkschaften
einen dreitägigen allgemeinen Streik, in dem nicht nur Preissenkungen
und schärfere Kontrollen der Preise, sondern auch Erhöhungen
der Löhne und Gehälter, sowie der Renten und Pensionen gefordert
wurden. Auch Senkung von Steuern und Bankzinsen für Kleinkredite,
sowie der Preise der SONABEL (staatl. Elektrizitäts-Gesellschaft)
und der ONEA (Wasserversorgung.) werden gefordert – und generell eine Zusammenarbeit
der Regierung mit dem Bund gegen das teure Leben, um die Krise zu zügeln.
Die Protestmärsche und Streiks verliefen ohne Gewalttaten.
Es gab auch Betrüger.
Sie wurden erwischt. Ein Reishändler, der seine Ware in den üblichen
50-kg-Säcken verkauft, hat deren Inhalt, wie die Polizei festgestellt
hat, um 9 bis 10 kg verringert und zu den 50-kg-Preisen an die Einzelhändler
geliefert. Was er herausgenommen hatte, wurde in andere, leere Säcke
gefüllt. So hat er das “teure Leben“ dazu benutzt, sich beträchtliche
zusätzliche Einnahmen zu verschaffen “zu Lasten der Verbraucher“.
Durch Kontrollen, die man danach bei den Einzelhändlern durchführte,
wurden bei 25 Händlern große Mengen dieser Reissäcke mit
verringertem Inhalt festgestellt. Sie dürfen weiter arbeiten, sehen
aber Strafen entgegen.
Das Parlament (s. div. Pr.-Sp.)
und die Regierung befassen sich mit den Problemen. Dabei wurden auch Vertreter
des Welt-Ernährungs-Programms, der E.U. und der westafrikanischen
Währungs- und Wirtschaftsgemeinschaften (WWG) gehört, denn die
Krise betrifft ja nicht nur Burkina Faso, sondern alle westafrikanischen
Länder. Der Vertreter der E.U. sagt, schon wenn es für diese
Länder einen gemeinsamen Markt (!) der landwirtsch. Produkte mit freiem
Austausch gäbe, könnte sich vieles bessern. Die WWG meinen dazu,
dass die Zölle und deren Verringerung vereinheitlicht werden sollten.
Man sollte staatliche Behörden einrichten, zur Beobachtung der Preisentwicklung,
für Marktanalysen und für Vorschläge an die Regierungen.
Auch sollte die landw. Produktion von B.F. wesentlich erhöht werden,
mit Einrichtung zentraler Lager und Beratungsstellen, auch wenn dies bedeutende
Investitionen erfordere. Dazu gehört die vermehrte Umstellung auf
landw. Großbetriebe (s. Pr.-Sp. N°19). Dann könnten
und würden die Verbraucher sich eher von Produkten des Landes ernähren.
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Mehr Reis-Anbau
im Lande
Nur 30 % des Reisverbrauchs
von B.F. werden im Lande erzeugt, nämlich ca. 30.000 to von 200.000
to, d.h. 70 % werden importiert, z.T. auch, weil die Verbraucher Geschmack
und Qualität der ausländischen Sorten bevorzugen. Im Jahr 2006
waren es 37 Mrd. F-CFA ~ 56 Mio Euro. Nach Meinung von Experten der “Gesellschaft
f. Reis-Anbau u. Handel“ könnte die Erzeugung im Lande deutlich erhöht
werden, auf bis zu 500.000 to. Boden sei genug verfügbar, man könne
andere Sorten anbauen und den Bauern die notwendigen speziellen Anbau-
Kenntnisse vermitteln. Aber die Bewässerung müsste ausgebaut
werden, d.h. mehr Stauseen und vor allem Brunnen.
Hier bietet sich ein in B.F.
ansässiges Unternehmen an, mit entspr. Kenntnissen und Erfahrungen
im Brunnenbau, die es in Indien gesammelt hat (übrigens ebenso wie
Kanada und die USA). Mit den geeigneten Maschinen, und zeitlich begrenzter
Beratung durch indische Experten, könne die Bewässerung des Reis-Anbaus
betrieben werden. Und wenn genügend Bauern dazu bereit sind, dann
könne man in B.F. soviel Reis erzeugen, dass sogar Export möglich
sei
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Der Regen - und Malaria
(s. div. Pr.-Sp.) Für
die Regenzeit, in B.F. “Winter“ genannt, von Juni bis September, sagte
die Meteorologie dieses Jahr
normale, in einzelnen Landesteilen starke, Regenfälle voraus. Die
haben sogar schon Ende Mai begonnen, und in Ouagadougou mussten für
93 Familien, die ihre Häuser verloren haben, zunächst Notunterkünfte
geschaffen werden. Auch mussten Gräben, die offenbar nicht ausreichend
angelegt waren, für den Abfluss der Wassermassen gegraben werden.
Die Bewohner von Stadtteilen, in denen die Rinnsteine und Abflussgräben
ebenso ungenügend angelegt sind, reklamieren dies vorsorglich beim
Bürgermeister. Ungewöhnlich: in Ouagadougou stürzte ein
riesiger Mahagoni-Baum um und zerstörte ein großes Amts-Gebäude,
in dem zufällig niemand war, sowie parkende Autos. Aus anderen Region
werden im Juni weggeschwemmte Häuser gemeldet, mit Hunderten von Obdachlosen,
sowie beschädigte Straßenteile und Brücken, die nicht mehr
passierbar waren. An einzelnen Stellen sind Brücken total zerstört
worden. Aber wenn auch in vielen Landesteilen der Regen verspätet
begann und ungleichmäßig verteilt war, kann man insgesamt für
die Landwirtschaft in diesem Jahr ausreichenden Regen erwarten.
Unerfreulich ist, dass die
großen Wasserlachen, vor allem im Beginn der Regenzeit, bevorzugte
Nistplätze der Anopheles-Mücken sind, die Malaria (s. Pr.-Sp.
N°25+31) übertragen. Vor allem kleine Kinder sind davon bedroht.
Es gibt jetzt zwar neue, wirksamere, aber auch teure, Heilmittel dagegen.
Aber besser ist, wie das “Anti-Malaria-Programm“ ermahnt, Schutznetze zu
verwenden, nicht nur einfache, sondern die speziell imprägnierten.
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Mango-Bauern
lernen dazu
Das “Nationale Institut für
Landw.-Forschung“ veranstaltet Schulungen für die Mango-Bauern. Wie
können die Erträge der Mango-Baum-Felder verbessert werden, von
5 bis 7 to pro Hektar auf 10 to ? Und wie können sie gesichert werden
? Es gab Lehr-Vorträge und dann praktische Schulungen in den Mango-Baum-Feldern.
Die Mango-Bauern gaben zu, bisher nur nach ihren Erfahrungen gearbeitet,
und bei den Kursen viel dazugelernt zu haben. Wesentlich ist, wie, warum
und wann die Bäume beschnitten werden müssen, von den Bäumchen
in der Baumschule bis zum voll ausgewachsenen Baum. Die richtige Beschneidung
schon der jungen Pflanzen sorgt dafür, dass daraus optimal gebildete
Bäume werden. Und wenn die ausgewachsenen Bäume richtig beschnitten
werden, dann sorgt dies nicht nur für optimale Erträge, sondern
auch für Schutz gegen Schädlinge, vor allem Fliegen, die ihre
Eier auf die Früchte legen, die dann verderben. Und gegen Pilze, die,
wenn die Zweige zu dicht beieinander stehen, sich vermehren und die Früchte
befallen. Auch die Veredelung durch Pfropfen kann erlernt werden. Man muss
aber auch die richtige Ausrüstung an Geräten, vor allem Sägen
und Scheren, und natürlich Leitern, haben.
Mangos als Früchte (nur
bestimmte Sorten), getrocknet und als Saft, werden hauptsächlich nach
Europa exportiert.
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Weitere Meldungen
Schulen. (s.div.Pr.Sp.)
Gute Schüler werden wieder von hohen Persönlichkeiten öffentlich
belobigt. Zusätzlich veröffentlichen jetzt Städte und Regionen
mit präzisen Zahlen, wie viele Abschluss-Zeugnisse es in ihrem Bereich
gab, vor allem des CEP nach der Grundschule. Und des Abiturs, das zum Universitäts-Studium
berechtigt.
Die ersten Gold-Barren.(s.Pr.-Sp.N°27+36)
In einer neuen Gold-Mine konnten jetzt die ersten Barren besichtigt werden.
Man erwartet in wenigen Jahren Staats-Einnahmen aus den Goldminen (Beteiligungen
und Steuern) pro Jahr von über 100 Mrd. FCFA ~ 150 Mio. Euro. Und
Tausende neue Arbeitsplätze entstehen.
Stauseen versanden.
Ein neues Problem. Durch Abrutschen der Uferhänge und durch bestimmte
Strömungen bilden sich Sandbänke, die den Durchfluss hemmen.
Vor allem bei Stauseen, an deren Ende Turbinen Strom erzeugen, ist dies
sehr hinderlich. Über Verfahren, die Versandungen zu beseitigen, denken
die Experten noch nach.
Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste).(s.div.Pr.Sp.)
Die jahrelangen Streitigkeiten sind jetzt offenbar beigelegt worden, vor
allem Dank der Bemühungen des Präsidenten von B.F., Blaise Compaoré.
Jatropha. (s.Pr.-Sp.N°
39) Der Landwirtschafts-Minister präsentierte einige der neuen
Anbaugebiete. Allgemein wird erwartet, dass sich hier ein wesentlicher
neuer Wirtschaftszweig entwickelt, mit bedeutenden Export-Einnahmen.
Ein Amt für Bauvorhaben.
Ebenso wie vor wenigen Jahren (s. Pr.-Sp. N° 31) Firmengründungen
durch Schaffung eines einzigen zuständigen Amtes vereinfacht und erleichtert
wurden, können jetzt Anträge auf Bauvorhaben, für Wohn-
oder Geschäftshäuser, schneller abgewickelt werden, durch Bildung
dieses allein dafür zuständigen Amtes.
Schulgärten. Bei
den Schulen werden Gärten angelegt. Hier kann nicht nur Gemüse
und anderes für die Schulküchen angebaut werden, sondern durch
den Anbau, bis zur “Ernte“, verschiedener gärtnerischer und landwirtschaftlicher
Pflanzen, können die Schüler hier praktisch etwas lernen, das
sie sonst nur vom Hörensagen, allenfalls vom Zuschauen, kennen. Und
Brunnen werden angelegt.
SONABEL – neue Dörfer.
Laufend meldet die staatliche Elektrizitäts-Gesellschaft den Anschluss
neuer Dörfer oder Häusergruppen an das allgemeine Strom-Netz.
TIC–Erweiterung. In
einer großen Konferenz, mit Teilnahme des General-Direktors der Fa.
Microsoft, wurden Strategien zur weiteren allgemeinen Verbreitung von TIC
(Technik für Information und Kommunikation (s. Pr.-Sp. N°31)
im Lande, entwickelt.
Die ersten neuen Sozialwohnungen.
Von den 10.000 Ende vorigen Jahres angekündigten neuen Sozialwohnungen
(s.
Pr.-Sp.N°37) konnten jetzt die Schlüssel für die ersten
144 den Bewohnern übergeben werden.
AIDS (frzs. = SIDA)
und Waisenkinder.(s.
div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche.
In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere
Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes
und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS). Unlängst
wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und
Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten
und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die
zunehmende Zahl von Waisenkindern.
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA
in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung).
- Verweise auf frühere
Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen
sich Burkinabé. Diesen Begriff verwende ich öfter.
- Für Ouagadougou verwende
ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen,
aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
bzw. deren Übersetzungen,
sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind
z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen
verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
lesen möchte .
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
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Redakteur:
Dieter Böckmann,
Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft
mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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