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Burkina Faso - Pressespiegel
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| " Was sich so tut
im Lande..." Informationen aus aktuellen Zeitungen
und Zeitschriften aus Burkina Faso., gelesen und bearbeitet
von DIETER BÖCKMANN, Steinenbronn, Mitglied der
Projektgruppe Partnerschaft mit B.F.
September bis November 2008
- im Dezember 2008 |
Bitte beachten Sie das Impressum
und Hinweise am Ende der Seite.
Themen (zur Auswahl
Pfeil anklicken):
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Am 1.Oktober fing die Schule wieder
an |
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Die Welt-Finanzkrise und West-Afrika |
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Genug Regen -
und eine sehr gute Ernte |
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Der große Verkehrsunfall |
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Weitere Meldungen |
Am 1.
Oktober fing die Schule wieder an.
(s. Pr.-Sp.N°25+35+37)
Die
Gesamtzahl aller Schüler (und Studenten), auch der privaten und kirchlichen
Schulen, stieg von 2.348 Mio. in 2007 auf 2.631 Mio. in 2008, d.h.
um 283.000 (!) oder 12 %. Das erklärt sich durch die Erreichung eines
Einschulungs-Prozentsatzes (s.Pr.-Sp.N°39) auf 70 %, aber auch
durch den ständig steigenden Anteil der Jugendlichen unter 16 Jahren
an der Gesamtbevölkerung - lt. Ergebnis der Volkszählung
2006 (siehe dort). Die Zahl der Lehrkräfte steigt, durch entspr.
zusätzliche Einstellungen, von 65.644 auf 70.820, d.h. um nur 8 %,
wodurch sich das Verhältnis Lehrer/Schüler etwas verringert.
Das Schulministerium teilt aber auch mit, dass, wie vor einem Jahr, 2,4
Mio. Schulbücher, für Lesen, Rechnen und Allg.-Wissen, zum Wert
von 1,5 Mrd. F CFA ~ 2,29 Mio. Euro, vom Staat finanziert, an die Schüler
verteilt wurden. Natürlich wird auch ermahnt, Schulmaterial, das noch
verwendet werden kann, sorgfältig zu verwalten. Von vielen privaten
und öffentlichen Einrichtungen (Gemeinden ...) wurden den neuen Schülern
auch die “kits“ (Schultaschen, Hefte, Schreibgeräte ...) gespendet.
In vielen Gemeinden wurden
neue Schulen (und Lehrer-Wohnungen) gebaut, und an den Universitäten
(in Ouagadougou, Bobo-Dioulasso und Koudougou) neue Lehrsäle eingerichtet.
Alle Schulen auf dem Lande sollten eine Schulküche ( Mittagessen )
haben, vor allem für die Kinder, die zu weit entfernt wohnen.
Es gibt aber immer noch 30
% der Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht zur Schule gehen
- und 75 % der Erwachsenen sind immer noch Analphabeten. Es wird
auch beklagt, dass es oft überfüllte Klassen gibt, dass die Lehrkräfte
mit ihrer Stundenzahl nicht auskommen und, auf dem Lande, mehr Zeiten für
die Fahrten von Schule zu Schule brauchen. Gleichzeitig ruft die Lehrergewerkschaft
zu Streik auf, landesweit, weil die Lehrergehälter nicht genügend
erhöht wurden, oder sogar gekürzt werden sollen.
Und “Mädchen in die Schule“.
Hier bemüht sich u.a. die UNICEF (= Kinderschutz-Fonds der U.N.),
weil immer noch, trotz aller Bemühungen und Appelle, zu viele Mädchen
nicht eingeschult werden.
In “Übergangs-Klassen“
bemüht sich u.a. die ev. Kirche, Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren,
die nicht eingeschult worden waren, “von der Straße wegzuholen“ und
in verkürzten Verfahren soweit auszubilden, dass sie dann in die entspr.
Klassen der normalen Schule eintreten können.
Es gab auch wieder Schüler-Belobigungen.
(s.div.Pr.-Sp.)
In der Provinz Loroum wurden, im Schuljahr 2007-2008, die landesweit besten
Ergebnisse in der Grundschule erreicht, nämlich mit besten Noten in
den CEP ( = Zertifikat für erfolgreichen Abschluss der Grundschule
– Schuljahre 1 bis 5).
Hier auch ein Wort zur “Aphabetisierung“
(s.Pr.-Sp.N°12).
In vielen Zentren, über das ganze Land verteilt, lernen Erwachsene
lesen, schreiben und rechnen, auf französisch oder in ihren örtlichen
Sprachen. Dies gehört zum “Kampf gegen die Armut“ (s.Pr.-Sp.N°35),
“besser spät als gar nicht“ und wird finanziell unterstützt vom
Staat und von PNUD (= Entwicklungs-Programm der U.N.).
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Die Welt-Finanzkrise
und West-Afrika
Jeder kennt den weltweiten
Finanz-“Tsunami“, und seine Folgen, und stellt sich die Frage, ob B.F.
auch davon betroffen ist. Zwei Antworten - hier die erste :
Die Banken von B.F. und den
anderen westafrikanischen Ländern beteiligen sich nicht an internationalen
Spekulationen. Dafür sorgt die Steuerung und Überwachung ihrer
Strategien durch die “WWG“ (s.Pr.-Sp.N°40). (weil man diese
Bezeichnungen täglich in den Zeitungen von B.F. liest, seien sie hier
einmal übersetzt): UEMOA = Wirtschafts-und Währungs-Union
der westafrikanischen Staaten (sie verwaltet u.a. den FCFA), und CEDEAO
= Wirtschafts- Gemeinschaft der westafrikanischen Staaten. Anmerkung: die
Vorsitze wechseln, meist jährlich, und Präsident Blaise Compaoré
hatte (und hat) ihn mehrmals.
Es gibt auch eine BCEAO (=
Zentralbank der westafrikanischen Staaten). Und das Parlament von B.F.
hat der Bildung einer “Afreximbank“ = westafrikanischen Export-Import-Bank
zugestimmt.
Die zweite Antwort
- es sind mehrere:
* Folgen für den
Euro, z.B. seinen internationalen Wechselkurs, betreffen auch den FCFA,
weil er (s.Pr.-Sp.N°21)
damit fest verbunden ist.
* Die aufgrund der Krise
eintretenden wirtschaftlichen Probleme - befürchten (nicht
nur)
die Experten
- könnten zu deutlichem Rückgang der vielen finanziellen
Hilfen (Kredite
und Direkt-Hilfen)
durch die Geber-Länder führen. Es ist zu lesen, dass dies bis
jetzt
noch nicht
eingetreten ist. Über nennenswerte Hilfen aus USA, Taiwan, EU und
Deutsch-
land wird
berichtet, und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich soll erweitert
werden.
* Der Export kann negativ
beeinflusst werden, durch Abnahme der Kaufkraft in den Ab-
nehmer-Ländern
und Veränderungen der internat. Preis-Entwicklung.
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Genug Regen - und eine sehr
gute Ernte
Die Regenzeit 2008 war in
B.F. wie in ganz West-Afrika, ausnahmsweise sehr gut, mit den üblichen
örtlich begrenzten Ausnahmen. SAAGA (Beschuss von Regenwolken) hatte
wenig zu tun. So erwarten CILSS (s.div.Pr.-Sp.) und CEDEAO eine
sehr gute Ernte für 2008/2009, 10 % höher als letztes Jahr, und
sogar besser als in den letzten fünf Jahren. Dies gilt für Hirse,
Mais und Fonio, sowie für niébé, eine Art Bohnen. Den
Anbau von Reis (s.Pr.-Sp.N°40) in den geeigneten Landesteilen
und mit der notwendigen Bewässerung, hat auch Taiwan finanziell unterstützt.
Die Landwirte werden jetzt, angesichts des “teuren Lebens“ ermahnt, nicht
zu schnell die Überschüsse zu verkaufen. Zunächst sollen
sie an die “Getreidebanken“ (s.Pr.-Sp.N°5+34) denken. Und eine
staatliche Gesellschaft befasst sich damit, die Vorräte für die
Zeit vor der nächsten Ernte (s.Pr.-Sp.N°32) zu lagern.
Die Händler verkaufen viel an andere Länder, weil sie dort gute
Preise erzielen. Im Lande kalkulieren sie gerne wie gewohnt, d.h. mit guten
Verdienst-Spannen. Kritiker sagen, dass es hier an staatlicher Aufsicht
fehle. Also wird dadurch das “teure Leben“, zumindest für die inländischen
Produkte, zur Enttäuschung der Verbraucher, so bald noch nicht erleichtert.
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Der große
Verkehrsunfall
An einem Samstagmorgen um
5:45 Uhr stieß auf einer Fernstraße ein Autobus mit dem von
einem Traktor gezogenen Anhänger zusammen. Der Bus geriet in Brand,
und es gab 66 Tote, viele davon zur Unkenntlichkeit verbrannt. Wie war
es zu diesem tragischen Unfall gekommen? Die Fahrer von Bus und Traktor
haben ihn nicht überlebt. Aber warum war der Bus mit 92 (!) Fahrgästen
überladen, und transportierte zudem noch Getreide und Hühner?
Nach Untersuchungen, soweit sie überhaupt möglich waren, äußern
sich Regierungsvertreter und die Verkehrspolizei in einer Veranstaltung,
zu der die interessierte Öffentlichkeit eingeladen war, vor allem
die Transport-Unternehmer. “Jeder kennt doch die Vorschriften für
die Sicherheit im Straßenverkehr – doch immer wieder werden sie nicht
beachtet, gibt es Überladungen und gemischte Transporte. Die Regierung
wird das jetzt nicht mehr zulassen, sondern rigorose Kontrollen -
mehr als bisher - durchführen.“
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Weitere Meldungen
Einwanderung in Frankreich
Der für Einwanderung zuständige französische Minister war
bei Präsident Blaise Compaoré. Thema: ein Abkommen zur Regelung
einer legalen Einwanderung aus B.F. nach Frankreich, z.B. Studenten oder
junge Arbeiter. Der Minister erklärte auch, dass das gute Verhältnis
zwischen den beiden Ländern weiterhin gepflegt und erweitert werden
soll.
Gemeinden, Minen und Stauseen.
(s.Pr.-Sp.N°25+40)
Welche Rechte haben Eigentümer von Wohnhäusern, die beim Bau
solcher Anlagen ihre Häuser aufgeben müssen? Wessen Rechte gelten
hier? Wie sollen/müssen die Betreiber der neuen Anlagen die Betroffenen
entschädigen - oder sollen sie ihnen Beschäftigung
darin anbieten? Eine “Liga für Verteidigung von Rechten“ befasst sich
damit.
SIAO. Vom 31. Oktober
bis 09. November fand in Ouagadougou wieder die Internationale Kunsthandwerksmesse
(s.div.
Pr.-Sp.) statt, unter größerer Beteiligung und länger
als je zuvor. 3000 Künstler, aus dem Inland und aus aller Welt, haben
teilgenommen.
Rood Woko. (s.div.Pr.-Sp.)
Ein Betrüger wurde geschnappt, der Käufer für seine (wertlosen)
Verkaufsplatz-Bescheinigungen gefunden hatte. Danach erklärte der
Bürgermeister, in Abstimmung mit dem Leiter der Bau-Arbeiten und zur
Freude der Händler-Organisationen, dass nunmehr in vier Monaten der
Markt wieder eröffnet werden könne.
Volkszählung 2006.(s.Pr.-Sp.N°
37) Zu den vorläufigen Daten jetzt, nach Veröffentlichung
der endgültigen Ergebnisse, einige wesentliche Ergänzungen: die
Hälfte des Volkes ist unter 16 Jahre alt, und 72 % sind unter 30.
Die allg. Lebenserwartung ist jetzt 57 Jahre, und B.F. hat über 14
Mio. Einwohner. Wie die zunehmende Bevölkerung, und die Kinder, die
aus der Schule kommen, Arbeit finden, darüber denken die Unternehmer
nach.
Baumwolle. (s.div.Pr.-Sp.-
zuletzt N°34 bis 38 ) Für die Ernte 2008/2009 werden 516.000
to erwartet, und der Preis für die Baumwollbauern blieb bei 165 FCFA
je kg., trotz der Probleme auf dem Weltmarkt. Bei den internationalen Wissenschaftlern
geht die Auseinandersetzung weiter, ob Gentechnik eingesetzt werden darf
/ soll oder nicht. Die Bauern wünschen jedenfalls weiterhin den Einsatz.
Deutschland und B.F.
Für die Zeit von Ende 2008 bis 2010 hat die Bundesrepublik eine finanzielle
Unterstützung von 75 Mio. Euro = 49,1 Mrd. FCFA zugesagt, für
Landwirtschaft, Trinkwasser-Versorgung und Stärkung der Gemeinde-Verwaltungen.
Die neuen Sozialwohnungen.(s.Pr.-Sp.N°37+40)
Aus Ouagadougou und anderen Städten wird jetzt laufend die Fertigstellung
kleinerer Mengen der angekündigten Sozialwohnungen gemeldet.
AIDS (frzs. = SIDA)
und Waisenkinder.(s.
div. Pr.-Sp.) ist in Afrika und offenbar besonders in B.F. eine Volksseuche.
In fast jeder Zeitung sind Berichte zu lesen über Kongresse und andere
Veranstaltungen, sowie Bemühungen des staatl. Gesundheitsdienstes
und der WHO (World Health Organisation, frzs. = OMS). Unlängst
wurde sogar ein „SIDA-National-Rat“ gebildet - zur Bekämpfung und
Vermeidung der Krankheit, zur Aufklärung, über Heilungsmöglichkeiten
und Medikamente. Jetzt berichten die Zeitungen auch viel über die
zunehmende Zahl von Waisenkindern.
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Hinweise :
- Die Umrechnungen von FCFA
in Euro (s.Pr.-Sp. N°21) haben das Zeichen ~ (Abrundung).
- Verweise auf frühere
Ausgaben des Pressespiegels mit dem Kürzel (s.Pr.-Sp. N°XX).
- Die Menschen in B.F. nennen
sich Burkinabé. Diesen Begriff verwende ich öfter.
- Für Ouagadougou verwende
ich die übliche Abkürzung Ouaga.
- Persönliche Anmerkungen,
aber auch Worte, Begriffe, Namen in frzs., mooré oder englisch,
bzw. deren Übersetzungen,
sind schräg (kursiv)gedruckt.
- Die Übersetzungen sind
z.T. verkürzt, z.T. aus mehreren Artikeln zusammengefasst.
- Die aktuellen B.F.-Zeitungen
verwahre ich jeweils einige Zeit. Wer also einmal selbst darin
lesen möchte .
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Herausgeber:
HAUS DER BEGEGNUNG
Berliner Straße 39
D-71034 BÖBLINGEN
Tel. 07031-224306 Fax 221993
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Redakteur:
Dieter Böckmann,
Dipl.-Volkswirt
Projektgruppe Partnerschaft
mit Burkina Faso
Rohrerstr. 25, 71144 Steinenbronn
Tel. 07157-3081
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