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Gedanken zum Sonntag
am 11. September 2022 

 

 

 

 

Pfarrerin Annette Denneler

Evangelische Kirchengemeinde Schönaich


Die glücklich-unbeschwerten Sommerferientage sind vorbei. Spätestens am Montag geht nicht nur für die Schulkinder, sondern auch für viele andere von uns der Alltag endgültig wieder los.

Auf dieser Schwelle schaue ich in den spätsommerlichen Himmel und frage mich: Wie wird es wohl werden in diesen vor mir liegenden Wochen. Auf manches freue ich mich: Auf kühlere und hoffentlich regenreiche Herbsttage, auf Veranstaltungen oder Feste, die in Planung sind. Auf anderes aber blicke ich sorgenvoll: Auf den andaurenden Krieg in der Ukraine und den daraus folgenden schwerwiegenden Krisen für uns alle oder auf den besonders  in diesem Sommer so spürbare Klimawandel. Corona, dieses Biest, lässt uns auch nicht wirklich los und manche Sorge um das Wohlergehen des anderen lastet schwer. Mir ist doch ein wenig mulmig hier auf meiner Schwelle.

Im Psalm, der uns für diese nächste Woche gegeben ist, heißt es sinngemäß: Glücklich ist, wer sich an Gott hält. Dieser Mensch bleibt standhaft. Er zeigt sich unbeugsam. Er kennt keine Angst (nach Psalm 112, 1 + 7 + 8 Basisbibel).

Als solcher Mensch würde ich gerne hineingehen in diese Tage: Furchtlos, mutig und hoffnungsvoll. Als die Unbeugsame, die nichts und niemand in die Knie zwingen kann.

Das „aber“ schwingt auch in den Worten des Psalmbeters mit, der wohl weiß wie schwach und wankelmütig ein Mensch sein kann.  Als Mensch, der ich bin,  weiß ich ja, dass ich nicht immer so standhaft sein werde. Da wird es Momente geben, die mich zweifeln und straucheln lassen.

„Wehrlos werde ich sein und verwundbar, ich weiß, auf dem offenen Meer“ so sagt es auch der Dichter Lothar Zenetti in einem Gedicht, das vom mutigen Aufbruch erzählt. Und doch fügt er ganz im Sinne des Psalmbeters am Ende hinzu: „und einzig beschützt von der Liebe“.

Auf meiner Schwelle mit Blick in den spätsommerlichen Himmel mache ich mir bewusst:  Glücklich bin ich, wenn ich um diesen einen Schutz weiß auf dem großen weiten Meer, wenn ich weiß um den liebenden Gott. Glücklich werde ich sein, wenn ich mich an diesen Gott halte, der ist und bleibt an unbeschwerten Sommertagen, aber auch in den anderen Tagen, in schwereren und dunkleren Zeiten im Jahr.